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Meta Platforms, Inc. (bis Oktober 2021 Facebook, Inc.) ist ein US-amerikanisches Technologieunternehmen, gegründet am 4. Februar 2004 von Mark Zuckerberg und Mitgründern an der Harvard University, das durch den Aufbau des weltgrößten sozialen Netzwerks und die Übernahme von Instagram und WhatsApp zu einem der mächtigsten und umstrittensten Medienunternehmen der Geschichte wurde.

Rubrik: Mediengeschichte & Chronologie · Unterrubrik: Geschichte des Fernsehens & Digitaler Medien · Niveau: Einsteiger


Geschichte & Gründung

Mark Zuckerberg, Sohn eines Zahnarzts und einer Psychiaterin aus White Plains, New York, studierte ab 2002 an der Harvard University Informatik und Psychologie. Er hatte bereits an der Highschool Netzwerke und Spiele programmiert. Im Oktober 2003 programmierte er „Facemash" – eine Seite, auf der Harvard-Studenten Kommilitoninnen nach Attraktivität bewerten konnten. Die Seite wurde nach Protesten abgeschaltet.

Am 4. Februar 2004 startete Zuckerberg mit Eduardo Saverin, Andrew McCollum, Dustin Moskovitz und Chris Hughes das Netzwerk „thefacebook.com", zunächst nur für Harvard-Studierende. Der Zulauf war sofort enorm: Innerhalb eines Monats hatten sich 6.000 Harvard-Studenten registriert. In den folgenden Monaten wurde das Netzwerk auf andere Elite-Universitäten (Yale, Columbia, Stanford) ausgeweitet. Im September 2006 öffnete Facebook für alle Nutzer über 13 Jahren.

2005 kaufte Zuckerberg für 200.000 Dollar die Domain facebook.com und nahm erste Risikokapital-Finanzierungen an (u. a. Peter Thiel mit 500.000 Dollar für 10 Prozent). Das Unternehmen zog 2004 nach Palo Alto; 2009 überholte Facebook MySpace als weltweit größtes soziales Netzwerk. Der Börsengang am 18. Mai 2012 war einer der meistbeachteten der Technologiegeschichte: Facebook wurde mit 104 Milliarden Dollar bewertet – der größte Börsengang eines Internetunternehmens bis dato.

Die Akquisitionsstrategie wurde zum Markenzeichen: 2012 kaufte Facebook Instagram für 1 Milliarde Dollar, 2014 WhatsApp für 19 Milliarden Dollar und den VR-Headset-Hersteller Oculus für 2 Milliarden Dollar. 2021 benannte Zuckerberg das Unternehmen in Meta um und erklärte das Metaverse – eine virtuelle Realitätswelt – zur strategischen Zukunft. Bis Ende 2022 hatte Meta über 13 Milliarden Dollar in das Reality-Labs-Metaverse-Projekt investiert, ohne nennenswerte Nutzerzahlen zu erzielen.


Geschäftsmodell & Bedeutung

Metas Geschäftsmodell basiert nahezu ausschließlich auf zielgerichteter digitaler Werbung: Die Plattformen Facebook, Instagram und der Facebook Audience Network-Dienst sammeln detaillierte Nutzerdaten (Demografie, Interessen, Verhalten, Standort) und verkaufen Werberaum auf Basis dieser Daten an Unternehmen. Im Jahr 2023 erzielte Meta rund 135 Milliarden Dollar Umsatz, davon über 97 Prozent aus Werbung. WhatsApp ist bis heute weitgehend werbefrei, wird aber als Nutzerwachstums- und Retentionsinstrument genutzt.


Wichtige Meilensteine (Chronologie)

JahrEreignis
2004Gründung thefacebook.com an der Harvard University
2006Öffnung für alle Nutzer über 13 Jahren
2008Facebook überholt MySpace; 100 Mio. Nutzer
2012Börsengang (104 Mrd. $ Bewertung); Instagram-Kauf (1 Mrd. $)
2014WhatsApp-Kauf (19 Mrd. $); Oculus-Kauf (2 Mrd. $)
2016Rolle von Facebook im US-Wahlkampf; Filterblasen-Debatte
2018Cambridge-Analytica-Skandal; Zuckerberg vor US-Kongress
2021Frances Haugen: Whistleblower-Enthüllungen; Umbenennung zu Meta
2022Metaverse-Investitionen (13+ Mrd. $); erster Nutzerverlust
2023Threads-Launch (Twitter-Konkurrent); Wiederanstieg der Profitabilität

Einfluss auf die Medienlandschaft

Facebook hat das Konzept des sozialen Netzwerks zur dominierenden Form der digitalen Kommunikation gemacht. Mit 3 Milliarden monatlich aktiven Nutzern (auf allen Meta-Plattformen zusammen) ist Meta der Ort, an dem ein erheblicher Teil der weltweiten öffentlichen Kommunikation stattfindet. Die Plattform hat die politische Kommunikation verändert: Wahlkämpfe werden auf Facebook gewonnen und verloren, Falschinformation verbreitet sich viral, und Gemeinschaften finden sich zu Themen, die im traditionellen Medienbetrieb marginalisiert waren. Metas Werbemodell hat außerdem die gesamte digitale Werbeindustrie dominiert und ist gemeinsam mit Google für den Großteil des digitalen Werbemarktes verantwortlich.


Kritik & Kontroversen

Der Cambridge-Analytica-Skandal (2018) war der Wendepunkt in der öffentlichen Wahrnehmung von Facebook: Das britische Datenanalyseunternehmen Cambridge Analytica hatte über eine Umfrage-App illegitimerweise Profildaten von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern gesammelt und diese für gezielte politische Werbung im US-Wahlkampf 2016 (Trump) und beim Brexit-Referendum genutzt. Zuckerberg musste vor dem US-Kongress aussagen. Im selben Jahr verhängte die FTC eine Strafe von 5 Milliarden Dollar – die bis dahin höchste Datenschutzstrafe in der US-Geschichte.

Frances Haugen, eine ehemalige Facebook-Produktmanagerin, veröffentlichte 2021 interne Dokumente (Facebook Papers), die belegten, dass Facebook über negative Auswirkungen seiner Plattformen auf Jugendliche wusste, diese aber zugunsten von Engagement-Kennzahlen ignorierte. Das Metaverse-Projekt wird von vielen Analysten als teures Scheitern bewertet.


FAQ

Was ist der Unterschied zwischen Facebook, Meta und dem Metaverse? Facebook ist das ursprüngliche soziale Netzwerk und eine Produktmarke. Meta ist seit 2021 der Name des Mutterkonzerns, der Facebook, Instagram und WhatsApp besitzt. Das Metaverse ist Metas strategische Vision einer immersiven virtuellen Realitätswelt, an der das Unternehmen unter dem Namen Reality Labs arbeitet.

Was war Cambridge Analytica und warum war der Skandal so bedeutsam? Cambridge Analytica war ein britisches Datenanalyse-Unternehmen, das Facebook-Daten von Millionen Nutzern ohne deren Wissen für politische Wahlkampfzwecke nutzte. Der Skandal zeigte erstmals in großem Maßstab, wie Social-Media-Daten für politische Manipulation eingesetzt werden können, und führte zu verschärften Datenschutzdiskussionen weltweit, darunter die DSGVO in der EU.


Verwandte Einträge


Weiterführend

  • Steven Levy: Facebook: The Inside Story. Blue Rider Press, New York 2020.
  • Shoshana Zuboff: Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus. Campus Verlag, Frankfurt 2018.
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