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YouTube gibt es seit dem 14. Februar 2005. An diesem Tag gründeten Chad Hurley, Steve Chen und Jawed Karim, drei ehemalige PayPal-Mitarbeiter, die Videoplattform in San Mateo (Kalifornien) und registrierten die Domain youtube.com. Das erste Video „Me at the zoo" erschien am 23. April 2005, der offizielle Start folgte am 15. Dezember 2005. Am 9. Oktober 2006 kaufte Google YouTube für 1,65 Milliarden US-Dollar in Aktien.

Rubrik: Mediengeschichte & Chronologie · Unterrubrik: Geschichte des Fernsehens & Digitaler Medien · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: YT, YouTube-Gründung, YouTube-Geschichte, Video-Sharing-Plattform


Was ist YouTube?

YouTube wurde am 14. Februar 2005 gegründet und ist heute die größte Videoplattform der Welt. Gründer waren Chad Hurley, Steve Chen und Jawed Karim, der Firmensitz lag anfangs über einer Pizzeria in San Mateo, Kalifornien. Nutzer/innen laden Videos hoch, sehen sie an, kommentieren und teilen sie, kostenlos und werbefinanziert. Seit der Übernahme durch Google im Jahr 2006 gehört YouTube zum Alphabet-Konzern. Nach Angaben von DataReportal erreichte die Plattform im Januar 2025 rund 2,53 Milliarden Nutzer/innen pro Monat, Google selbst nennt mehr als 2 Milliarden angemeldete Nutzer/innen monatlich. YouTube ist Unterhaltungsmedium, Suchmaschine für Anleitungen und wirtschaftliche Grundlage der Creator Economy zugleich.


Seit wann gibt es YouTube? Die Chronologie

Die Frage „Seit wann gibt es YouTube?" hat drei richtige Antworten, je nachdem, was man als Start zählt:

  1. 14. Februar 2005: Gründung und Registrierung der Domain. Das ist das offizielle Gründungsdatum.
  2. 23. April 2005: Erstes Video online. Ab Mai 2005 war die Seite als öffentliche Beta nutzbar.
  3. 15. Dezember 2005: Offizieller Launch. Zu diesem Zeitpunkt zählte YouTube bereits rund 8 Millionen Videoabrufe pro Tag.
DatumEreignis
14. Februar 2005YouTube gegründet, Domain youtube.com registriert (San Mateo, Kalifornien)
23. April 2005Erstes Video „Me at the zoo" von Jawed Karim (19 Sekunden, San Diego Zoo)
Mai 2005Öffentliche Betaphase
November 2005Sequoia Capital investiert 3,5 Millionen US-Dollar
15. Dezember 2005Offizieller Start, rund 8 Millionen Abrufe pro Tag
April 2006Zweite Finanzierungsrunde über 8 Millionen US-Dollar
9. Oktober 2006Google kündigt Kauf für 1,65 Milliarden US-Dollar an, Abschluss am 13. November 2006
Mai 2007Start des YouTube-Partnerprogramms (Werbeerlöse für Creator/innen)
Dezember 2008HD-Wiedergabe (720p) eingeführt
21. Dezember 2012„Gangnam Style" (Psy) erreicht als erstes Video 1 Milliarde Aufrufe
Oktober 2015YouTube Red startet, 2018 in YouTube Premium umbenannt
1. November 2016Einigung mit der GEMA, Ende der Sperrtafeln in Deutschland
September 2020YouTube Shorts startet in Indien, weltweit ab 12. Juli 2021
März 2025125 Millionen zahlende Abonnent/innen für YouTube Premium und Music
Februar 2026Alphabet weist erstmals den Gesamtumsatz aus: über 60 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025

Wer hat YouTube gegründet?

YouTube wurde von drei ehemaligen Mitarbeitern des Bezahldienstes PayPal gegründet:

GründerRolle bei YouTubeHintergrund
Chad Hurley (geb. 1977)CEO bis 2010Designer, gestaltete das PayPal-Logo
Steve Chen (geb. 1978)CTO bis 2008Software-Entwickler bei PayPal
Jawed Karim (geb. 1979)Technischer Mitgründer, zog sich früh aus dem Tagesgeschäft zurückEntwickler bei PayPal, lud das erste Video hoch

Jawed Karim, in Merseburg geboren und in Neuss aufgewachsen, nannte zwei Auslöser für die Idee: die schwer auffindbaren Aufnahmen von Janet Jacksons Auftritt beim Super Bowl 2004 und die Amateurvideos vom Tsunami im Indischen Ozean im Dezember 2004. Das Problem war offensichtlich: Videos ließen sich 2005 kaum einfach online teilen. Die Lösung war eine Website, auf der jede/r ein Video per Browser hochladen und sofort abspielen konnte, ohne Software zu installieren.


Erklärung: Von der Pizzeria zum Weltkonzern

2005: Der Start

Das erste YouTube-Video „Me at the zoo" zeigt Jawed Karim vor dem Elefantengehege des San Diego Zoo. Es dauert 19 Sekunden, ist bis heute online und zählte im September 2026 mehr als 433 Millionen Aufrufe. Im Mai 2005 öffnete die Seite als Beta. Ein früher viraler Moment war im Dezember 2005 der Sketch „Lazy Sunday" aus Saturday Night Live, der zeigte, wie schnell sich Clips über Nutzer/innen verbreiten. Sequoia Capital stieg im November 2005 mit 3,5 Millionen US-Dollar ein, im April 2006 folgten weitere 8 Millionen.

2006: Google kauft YouTube

Am 9. Oktober 2006 gab Google den Kauf für 1,65 Milliarden US-Dollar in Aktien bekannt, am 13. November 2006 war der Deal abgeschlossen. YouTube hatte damals 67 Mitarbeiter/innen, saß inzwischen in San Bruno und verdiente noch kein Geld. Kritiker/innen sprachen von Überbewertung. Rückblickend gilt der Kauf als einer der erfolgreichsten der Technikgeschichte: Allein mit Werbung nahm YouTube im Jahr 2025 rund 40,4 Milliarden US-Dollar ein, mit Abonnements zusammen mehr als 60 Milliarden (Alphabet, 2026). Google band YouTube an sein Werbesystem an. Das ermöglichte ab Mai 2007 das Partnerprogramm, mit dem Videomacher/innen erstmals an Werbeerlösen beteiligt wurden.

2007 bis heute: Partnerprogramm und Creator Economy

Das YouTube-Partnerprogramm (YPP) ist der wirtschaftliche Kern der Plattform. Für Werbeerlöse braucht ein Kanal heute 1.000 Abonnent/innen und entweder 4.000 öffentliche Wiedergabestunden in zwölf Monaten oder 10 Millionen Shorts-Aufrufe in 90 Tagen. Seit 2023 gibt es eine Vorstufe ab 500 Abonnent/innen für Mitgliedschaften und Shopping. Werbeeinnahmen bei Langvideos werden 55 zu 45 zwischen Creator/in und YouTube geteilt. Daraus ist ein eigener Wirtschaftszweig entstanden: Kanalbetreiber/innen leben von Werbung, Sponsorings, Mitgliedschaften, Merchandise und Affiliate-Links. Der meistabonnierte Kanal der Welt, MrBeast (Jimmy Donaldson), überschritt im Juni 2025 die Marke von 400 Millionen und im Juni 2026 die von 500 Millionen Abonnent/innen.

2016: Das Ende des GEMA-Streits in Deutschland

Sieben Jahre lang, von 2009 bis 2016, waren in Deutschland viele Musikvideos hinter roten Sperrtafeln verborgen, weil sich YouTube und die GEMA nicht über Lizenzgebühren einigen konnten. Am 1. November 2016 unterzeichneten beide Seiten einen Vertrag, der auch die Jahre seit 2009 nachträglich abdeckte. Seitdem sind Musikvideos in Deutschland regulär abrufbar.

2020 bis 2026: Shorts, Abos und Fernsehgerät

Als Antwort auf TikTok Geschichte (2016–heute), Douyin, ByteDance, Kurzvideos und Algorithmus-Macht startete YouTube im September 2020 in Indien das Kurzvideoformat Shorts, seit Juli 2021 ist es weltweit verfügbar. Parallel wuchs das Abo-Geschäft: Im März 2025 meldete YouTube 125 Millionen zahlende Abonnent/innen für Premium und Music. Ein weiterer Trend ist der Fernseher als Abspielgerät. YouTube ist damit längst Teil der Streaming-Revolution (2007–heute), Netflix, Amazon, Disney+ und das Ende des linearen TV und konkurriert direkt mit Sendern und Streamingdiensten um die Zeit vor dem Bildschirm.


Beispiele

  • „Me at the zoo" (2005): Das erste YouTube-Video, 19 Sekunden lang, mehr als 433 Millionen Aufrufe (Stand September 2026). Ein Beispiel dafür, dass Reichweite auf YouTube nicht von Produktionsqualität abhängt.
  • „Gangnam Style" (2012): Das Musikvideo von Psy knackte am 21. Dezember 2012 als erstes die Milliardengrenze. YouTube musste danach seinen Zähler technisch anpassen, weil er für solche Werte nicht ausgelegt war.
  • GEMA-Sperrtafeln (2009 bis 2016): Das deutsche Beispiel dafür, wie Urheberrecht die Nutzung einer globalen Plattform national prägt.
  • MrBeast: Zeigt, wie aus einem Kanal ein Medienunternehmen mit eigenen Produkten und Formaten wird, die größer sind als viele Fernsehshows.
  • Tutorials und Erklärvideos: Vom Reifenwechsel bis zur Videoschnitt-Anleitung ist YouTube die am meisten genutzte informelle Lernplattform. Suchanfragen wie „wie funktioniert ..." landen häufig direkt bei YouTube.

In der Praxis

Wer YouTube beruflich nutzt, arbeitet mit drei Hebeln: Suche, Empfehlung und Bindung. Titel, Vorschaubild und die ersten Sekunden entscheiden darüber, ob ein Video geklickt und weitergeschaut wird. Der Algorithmus bewertet vor allem Wiedergabedauer und Klickrate, nicht die Zahl der Abonnent/innen. Für Unternehmen ist YouTube Werbekanal, Service-Plattform (Anleitungen, Produktvideos) und Arbeitgebermarke in einem. Für Medienschaffende ist die Plattform Portfolio und Einnahmequelle zugleich, mit allen Risiken: Kanäle können bei Verstößen gegen Richtlinien gesperrt werden, und Werbeerlöse schwanken mit Nische und Saison. Handwerklich braucht es Dramaturgie, Schnitt, Ton und ein Gespür für Formate. Wer daraus einen Beruf machen will, findet Informationen zur Ausbildung an der staatlich anerkannten Berufsfachschule für Film und Mediendesign der Lazi Akademie.


Vergleich & Abgrenzung

MerkmalYouTubeTikTokNetflix
Start2005 (14. Februar)2016 (international 2017/2018)Streaming seit 2007
InhalteNutzergeneriert, lang und kurz (Shorts)Nutzergeneriert, KurzvideoProfessionelle Produktionen
FinanzierungWerbung, Premium-AboWerbung, In-App-KäufeAbo (seit 2022 auch Werbeabo)
AuffindbarkeitSuche plus EmpfehlungFast nur Empfehlungs-FeedKatalog und Empfehlung
ErlösbeteiligungPartnerprogramm seit 2007Fonds und Programme seit 2020Keine (Lizenz- und Auftragsproduktion)

YouTube ist älter als alle großen Social-Media-Videoangebote und unterscheidet sich von TikTok vor allem durch die Suchfunktion und die Langform. Von Netflix trennt es das offene Upload-Prinzip: Jede/r kann veröffentlichen. Die Geschichte der Plattform ist eng mit Web 2.0 (2004–2012), MySpace, YouTube, Facebook und Nutzer als Produzenten verbunden, dem Leitbild des Mitmach-Internets der Jahre nach 2004.


Häufige Fragen (FAQ)

Seit wann gibt es YouTube? YouTube gibt es seit dem 14. Februar 2005. Das erste Video erschien am 23. April 2005, der offizielle Start war am 15. Dezember 2005. Im Oktober 2006 übernahm Google die Plattform.

Wer hat YouTube gegründet? Chad Hurley, Steve Chen und Jawed Karim, drei frühere PayPal-Mitarbeiter. Hurley war der erste CEO, Chen Technikchef, Karim lud das erste Video hoch und zog sich bald aus dem Tagesgeschäft zurück.

Wem gehört YouTube heute? Seit dem 13. November 2006 gehört YouTube zu Google, heute Teil des Alphabet-Konzerns. Der Kaufpreis betrug 1,65 Milliarden US-Dollar in Aktien.

Wie viele Menschen nutzen YouTube? Laut DataReportal lag die Werbereichweite im Januar 2025 bei rund 2,53 Milliarden Nutzer/innen pro Monat, Schätzungen für 2026 gehen von etwa 2,7 Milliarden aus. Google selbst nennt mehr als 2 Milliarden angemeldete Nutzer/innen monatlich und 125 Millionen zahlende Abonnent/innen (März 2025).

Seit wann gibt es YouTube in Deutschland? YouTube war von Anfang an weltweit erreichbar, eine deutschsprachige Version gibt es seit November 2007. Von 2009 bis zum 1. November 2016 waren viele Musikvideos wegen des Streits mit der GEMA gesperrt.


Verwandte Einträge


Weiterführend

  • Burgess, Jean / Green, Joshua (2018): YouTube. Online Video and Participatory Culture. 2. Auflage, Polity Press, Cambridge.
  • Karim, Jawed (2006): YouTube: From Concept to Hypergrowth. Vortrag an der University of Illinois, Urbana-Champaign, 21. Oktober 2006.
  • Google Inc. (2006): Google To Acquire YouTube for $1.65 Billion in Stock. Pressemitteilung vom 9. Oktober 2006,
  • Alphabet Inc. (2026): Alphabet Announces Fourth Quarter and Fiscal Year 2025 Results. Quartalsbericht, Februar 2026,
  • Kemp, Simon (2025): Digital 2025 Global Overview Report. DataReportal / We Are Social / Meltwater,
  • GEMA (2016): GEMA und YouTube einigen sich auf Lizenzvertrag. Pressemitteilung vom 1. November 2016,
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