Die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) ist die Stelle, die in Deutschland Computer- und Videospiele sowie Apps mit Alterskennzeichen versieht: freigegeben ohne Altersbeschränkung, ab 6, ab 12, ab 16 Jahren oder keine Jugendfreigabe (ab 18). Die Kennzeichen beruhen auf § 14 Jugendschutzgesetz, sagen aber nur, ab welchem Alter ein Spiel aus Sicht des Jugendschutzes unbedenklich ist, nicht, ob es pädagogisch geeignet ist.
Rubrik: Medienpsychologie & Wirkungsforschung · Unterrubrik: Familie · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, USK-Kennzeichen, Altersfreigabe für Spiele, USK-Siegel
Was ist die USK?
Die USK ist eine Einrichtung der freiwilligen Selbstkontrolle mit Sitz in Berlin. Unabhängige Jugendschutzsachverständige prüfen Spiele, die Altersfreigabe erteilen am Ende die Ständigen Vertreter/innen der Obersten Landesjugendbehörden. Für Eltern ist das USK-Kennzeichen die wichtigste Orientierung beim Kauf von Spielen. 2024 feierte die USK 30 Jahre Jugendschutz in Games.
Erklärung
Die fünf Altersstufen. § 14 Abs. 2 Jugendschutzgesetz (JuSchG) nennt fünf Kennzeichen, die USK verwendet sie für Spiele:
- USK ab 0: freigegeben ohne Altersbeschränkung. Laut USK enthalten solche Spiele keine bedenklichen Gewaltdarstellungen und keine nachhaltig ängstigenden Situationen. Sie können trotzdem komplex und für kleine Kinder schwer zu bedienen sein.
- USK ab 6: familienfreundliche Spiele, die spannender und wettkampfbetonter sein dürfen, etwa Rennspiele oder Aufbaustrategie. Konflikte sind märchenhaft oder abstrakt dargestellt.
- USK ab 12: oft kampfbetonter, aber mit historischem, comicartigem, futuristischem oder fantastischem Rahmen, der Abstand ermöglicht.
- USK ab 16: Gewalthandlungen können stärker im Vordergrund stehen, häufig in Action-Adventures, Shootern oder Rollenspielen. Kämpfe bleiben laut USK durch eine Handlung oder einen sportlichen Wettkampf gerahmt und als Spiel erkennbar.
- USK ab 18 (keine Jugendfreigabe): nur für Erwachsene.
Im Handel tragen die Kennzeichen die Farben Weiß (0), Gelb (6), Grün (12), Blau (16) und Rot (18).
Zusatzhinweise seit 2023. Seit Januar 2023 finden Eltern bei neu eingestuften Spielen neben dem Alter auch die wichtigsten Gründe für die Freigabe, etwa Gewalt, Druck oder Bedrohung und Angst, sowie Hinweise zu Funktionen wie In-Game-Käufen oder Chats. Grundlage ist § 14 Abs. 2a JuSchG. Diese sogenannten Nutzungsrisiken können laut USK selbst zu einer höheren Altersstufe führen. Am häufigsten vergab die USK 2025 die Hinweise „Fantasy-Gewalt“ (13,7 Prozent), „Gewalt“ (10 Prozent) und „Belastende Themen“ (7,9 Prozent).
Online-Spiele und Apps. Für Online-Spiele und Apps vergibt die USK Kennzeichen über das internationale IARC-System (International Age Rating Coalition). Anbieter füllen einen Fragebogen aus, der nach den Kriterien der USK ausgewertet wird. Angeschlossen sind laut USK unter anderem der Google Play Store, der Nintendo eShop, der Microsoft Store, der PlayStation Store und der Epic Games Store, außerdem Fortnite; Roblox hat 2025 den Beitritt angekündigt. Apple und Steam sind derzeit nicht an das IARC-System angebunden.
Zahlen 2025. Laut USK-Jahresstatistik 2025 wurden 1.675 Titel im klassischen Verfahren geprüft und rund 1,3 Millionen Kennzeichen über IARC vergeben. Im klassischen Verfahren erhielten rund 70 Prozent eine Freigabe bis einschließlich USK 12, knapp 20 Prozent USK 16 und rund 10 Prozent keine Jugendfreigabe. Bei den IARC-Kennzeichen sah die Verteilung so aus:
- 33 % ohne Altersbeschränkung
- 9 % ab 6
- 48 % ab 12
- 9 % ab 16
- 1 % ab 18
Was das Gesetz regelt (Stand: November 2026). Nach § 12 JuSchG dürfen Bildträger mit Spielen Kindern und Jugendlichen in der Öffentlichkeit nur zugänglich gemacht werden, wenn sie für ihre Altersstufe freigegeben und gekennzeichnet sind. Spiele mit „Keine Jugendfreigabe“ dürfen Minderjährigen nicht angeboten oder überlassen werden. Das betrifft den Handel, nicht die Erziehung zu Hause. Im Unterschied zur FSK gibt es für Spiele keine Ausnahme, nach der jüngere Kinder in Begleitung der Eltern teilnehmen dürfen.
Beispiele
Die folgenden Spiele nennt die JIM-Studie 2025 als Lieblingsspiele Jugendlicher; die jeweilige Freigabe steht in der Prüfdatenbank der USK.
- Beispiel 1, Minecraft: Lieblingsspiel von rund einem Viertel der 12- bis 19-Jährigen. Vor dem Kauf lohnt der Blick auf Kennzeichen und Zusatzhinweise, etwa zu Online-Funktionen.
- Beispiel 2, Fortnite: Auf Platz zwei. Das Spiel ist an das IARC-System angeschlossen, Kennzeichen erscheinen direkt im Spiel.
- Beispiel 3, Roblox: Auf Platz drei, besonders bei Jüngeren beliebt. Inhalte werden von Nutzer/innen erstellt, Chats und Käufe sind Themen für Familienregeln.
- Beispiel 4, Mobile Games: Im Google Play Store zeigen USK-Kennzeichen und Hinweise wie „In-Game-Käufe“ an, worauf Eltern achten sollten.
- Beispiel 5, Spiel ab 18: Ein Titel ohne Jugendfreigabe darf einem 15-Jährigen im Laden nicht verkauft werden, auch wenn er sagt, die Eltern seien einverstanden.
In der Praxis
Tipps der USK für Eltern. Die USK rät, nur Spiele mit deutscher Alterskennzeichnung zu kaufen und Kinder nur Spiele ihrer Altersgruppe spielen zu lassen. Jüngere Geschwister sollten Spiele der Älteren nicht miterleben. Kinder unter drei Jahren sollten laut USK gar nicht am Computer spielen, bis sechs Jahren nicht allein.
Jugendschutz an der Plattform einstellen. Konsolen, PCs und Smartphones bieten Altersfilter, Kauf- und Kommunikationssperren und Spielzeitbegrenzungen. Anleitungen bietet medien-kindersicher.de, mehr in Kindersicherung am Handy: iPhone und Android einrichten.
Spielzeiten vereinbaren. Die USK nennt als Beispiel für Kinder von 8 bis 10 Jahren höchstens eine Stunde am Tag und rät, andere Medienzeiten mitzudenken. Weitere Empfehlungen stehen in Medienzeit für Kinder nach Alter: Tabelle und Regeln; Regeln lassen sich in einem Mediennutzungsvertrag: Regeln für Handy und Medien festhalten.
Mitspielen und fragen. Laut USK erklären Kinder ihre Spiele oft mit großer Begeisterung. Wer zuhört und mitspielt, erkennt schneller, was ein Spiel ausmacht.
Fragen zu einem Kennzeichen. Die Ständigen Vertreter/innen der Obersten Landesjugendbehörden bei der USK sind per E-Mail an staendige.vertreter@usk.de erreichbar.
Medienkompetenz in der Schule. Wer verstehen will, wie Medien gestaltet sind und wirken, lernt das am besten praktisch. Die Lazi Akademie in Esslingen am Neckar ist eine Berufsfachschule für Gestaltung; staatlich anerkannt sind ihre Fachbereiche Fotodesign und Digital Imaging, Film und Mediendesign sowie Grafik- und Kommunikationsdesign. Sie bietet Schulklassen der Stufen 7 bis 13 einen Medienkompetenz-Workshop an. Dort geht es um Fake News, KI-Bilder und Deepfakes, Quellenprüfung und darum, wie Feeds und Algorithmen funktionieren; Schüler/innen bauen selbst ein Beispiel nach und erklären den Trick dahinter.
Vergleich & Abgrenzung
| Merkmal | USK | FSK | PEGI |
|---|---|---|---|
| Zuständig für | Spiele und Apps in Deutschland | Filme und Serien in Deutschland | Spiele in vielen europäischen Ländern |
| Rechtsgrundlage | § 14 JuSchG | § 14 JuSchG | freiwillig, nicht nach JuSchG |
| Altersstufen | 0, 6, 12, 16, 18 | 0, 6, 12, 16, 18 | 3, 7, 12, 16, 18 |
| Begleitung durch Eltern | keine Ausnahme | ab 6 Jahren bei FSK 12 im Kino | keine |
Mehr zu Filmen steht im Eintrag FSK: Altersfreigaben für Filme und Serien erklärt.
Häufige Fragen
Was bedeutet USK? USK steht für Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle. Sie vergibt in Deutschland die Alterskennzeichen für Computer- und Videospiele sowie, über das IARC-System, für viele Online-Spiele und Apps.
Was bedeutet USK 12? Das Spiel ist für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren freigegeben. Es kann kampfbetonter sein, bietet aber durch einen historischen, comicartigen oder fantastischen Rahmen ausreichend Abstand.
Darf mein Kind ein Spiel ab 16 spielen, wenn ich es erlaube? Das Jugendschutzgesetz regelt den Verkauf und die Weitergabe in der Öffentlichkeit, nicht die Erziehung zu Hause. Die USK rät Eltern aber, Kinder nur Spiele ihrer Altersgruppe spielen zu lassen.
Was sind die Zusatzhinweise auf dem USK-Kennzeichen? Seit 2023 nennen sie die wesentlichen Gründe für die Freigabe, etwa Gewalt oder Druck, und weisen auf Funktionen wie In-Game-Käufe oder Chats hin.
Verwandte Einträge
- FSK: Altersfreigaben für Filme und Serien erklärt
- Kindersicherung am Handy: iPhone und Android einrichten
- Medienzeit für Kinder nach Alter: Tabelle und Regeln
- Mediennutzungsvertrag: Regeln für Handy und Medien
- Medienerziehung: Stile, Regeln und Tipps für Eltern
Weiterführend
- Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (2026): Die USK-Alterskennzeichen und Welche Alterskennzeichen gibt es?. usk.de
- Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (2026): USK-Jahresstatistik 2025. usk.de, 17.03.2026
- Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (2026): Welche Kennzeichen gelten online? und Was können Eltern tun?. usk.de
- Bundesministerium der Justiz (2026): Jugendschutzgesetz (JuSchG), §§ 12, 14. gesetze-im-internet.de/juschg
- Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (2025): JIM-Studie 2025. mpfs.de
