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Eckstand ist ein Messestand, der an einer Kreuzung zweier Messehauptgänge liegt und von zwei Seiten frei zugänglich ist, was ihm gegenüber dem Reihenstand eine deutlich erhöhte Sichtbarkeit und bessere Besucherführung verleiht.

Rubrik: Messe, Event & Ausstellungsdesign · Unterrubrik: Grundlagen · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Eckfläche, Corner Stand (englisch), L-Stand

Was ist ein Eckstand?

Der Eckstand ist die zweite Grundform der Messestandtypen und bietet gegenüber dem Reihenstand einen wesentlichen Vorteil: zwei offene Zugangseiten. Er liegt an der Ecke zweier Gänge, sodass Besucher aus zwei Richtungen auf den Stand aufmerksam werden und eintreten können. Diese Lage macht ihn zu einer beliebten und correspondingly teureren Wahl für Aussteller, die Laufkundschaft aktiv ansprechen wollen.

Erklärung

Die charakteristische Eigenschaft des Eckstands ist seine L-förmige Begrenzung: Zwei Seiten sind geschlossen (Rückwand und eine Seitenwand), zwei Seiten sind offen zum Gang hin. Diese Geometrie ermöglicht es, zwei getrennte Kommunikationsfronten zu entwickeln – eine Hauptfront und eine Nebenfrontseite, die unterschiedliche Zielgruppen oder Botschaften adressieren können.

Im Standlayout ergibt sich durch die L-Form oft eine natürliche Raumaufteilung: Empfangs- oder Aufmerksamkeitsbereich an der Eckkante (dem sichtbarsten Punkt), Beratungs- und Demonstrationszone im Innenbereich, Lager oder Rückzugsbereich an der geschlossenen Rückecke. Diese Struktur fördert einen natürlichen Besucherfluss durch den Stand.

Für die Grafikgestaltung bietet der Eckstand neue Möglichkeiten: Die Eckposition kann durch ein dreidimensionales Raumwort, eine Skulptur oder ein technisches Showpiece akzentuiert werden. Die Ecklage erlaubt auch besonders effektive Lichtinszenierungen, da Spots von zwei Seiten einsetzbar sind.

Die Aufpreis für einen Eckstand gegenüber einer gleich großen Reihenfläche beträgt je nach Messegesellschaft typischerweise 10–20 %. Trotzdem ist die Mehrausgabe für viele Aussteller sinnvoll: Studien des AUMA zeigen, dass Eckstände im Durchschnitt 20–30 % mehr Besucherkontakte generieren als vergleichbare Reihenstände.

Wichtig bei der Planung: An zwei Fronten müssen Orientierung und Einladung zur Interaktion funktionieren. Beide Zugangsbereiche sollten offen und einladend gestaltet sein, keine Seite sollte wie eine Seitenwand wirken. Die Herausforderung liegt darin, eine kohärente Kommunikation zu entwickeln, die aus beiden Blickwinkeln funktioniert.

Die Aufbauhöhe ist beim Eckstand oft etwas großzügiger reguliert als beim Reihenstand, da die offenere Bauweise weniger Einschränkungen für Nachbarstände mit sich bringt. Dennoch gelten die technischen Richtlinien der jeweiligen Messegesellschaft.

Beispiele

  1. IFA Berlin: Elektronikhersteller mittlerer Größe (z. B. Lenovo, TCL) belegen Eckstände an Hauptgängen, um mit Produktdemonstrationsbereichen an beiden Fronten möglichst viele Passanten anzusprechen.
  2. Messe Frankfurt / Heimtextil: Textilunternehmen nutzen Eckstände, um Stoff- und Materialproben von zwei Seiten zugänglich zu machen und unterschiedliche Kollektionswelten zu präsentieren.
  3. Medizinmesse MEDICA Düsseldorf: Medizintechnikunternehmen integrieren auf Eckständen Demonstrationszonen (eine Front) und Konferenzbereich (andere Front).
  4. Retail-Pop-up im Einkaufszentrum: Auch außerhalb klassischer Messen nutzen Pop-up-Stores Ecklagen, um von zwei Laufrichtungen sichtbar zu sein – dasselbe Prinzip wie beim Messeeckstand.
  5. Best Practice – Miele auf der Eurocucina Mailand: Miele inszeniert Eckstände häufig mit einer Showküche auf einer Front und einem Beratungsbereich auf der zweiten, was den natürlichen Besucherfluss optimal lenkt.

In der Praxis

Bei der Planung eines Eckstands sollte die Eckperspektive (45-Grad-Blick) frühzeitig in der 3D-Visualisierung berücksichtigt werden – dieser Blickwinkel ist die erste Wahrnehmung vieler Besucher. SketchUp und Cinema 4D sind geeignete Tools für realistische Visualisierungen. Die Grafik für beide Fronten muss einheitlich sein und trotzdem eigenständig wirken. Lichtplanung: Akzentspots sollten Eckbereiche besonders betonen. Messebauunternehmen wie Messen & Events, Expomobilia oder HOTT3D bieten Standardlösungen für Eckstände an.

Vergleich & Abgrenzung

Gegenüber dem Reihenstand bietet der Eckstand mehr Sichtbarkeit und Zugänglichkeit, ist aber teurer. Im Vergleich zum Kopfstand (drei offene Seiten) bleibt er weniger zugänglich, ist aber kompakter und einfacher zu gestalten. Der Eckstand ist häufig die beste Wahl für mittlere Budgets, wenn maximale Sichtbarkeit wichtiger ist als eine großzügige Grundfläche. In Abgrenzung zum Inselstand fehlt dem Eckstand die vollständige Rundumsichtbarkeit und Freiheit der Raumgestaltung.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie erkenne ich bei der Flächenbuchung, ob ein Stand ein Eckstand ist? Im Hallenplan der Messegesellschaft sind Eckflächen in der Regel durch ihre Position an Gangkreuzungen erkennbar. Das Online-Buchungssystem der meisten Messegesellschaften (z. B. Messe Frankfurt, Koelnmesse) kennzeichnet Eckstände explizit und weist den Aufpreis aus. Bei Unsicherheit hilft ein Anruf beim Ausstellerservice der Messe.

Sollte ich die Ecke als Eingang oder als Showbereich nutzen? Beides ist möglich und beide Ansätze sind erprobt. Ein prominentes Showpiece oder eine Produktskulptur an der Ecke wirkt als Blickfang und lockt Besucher an. Ein einladender offener Eingangsbereich an der Ecke erleichtert das spontane Betreten. Die Wahl hängt von der Kommunikationsstrategie ab: Soll der Stand auffallen oder zum Betreten einladen – am besten beides in Kombination.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • AUMA (2022): Messekostenplanung für Aussteller. AUMA Berlin.
  • Eisermann, U. / Winnen, L. / Wrobel, A. (2014): Praxisorientiertes Eventmanagement. Springer Gabler.
  • Online: www.auma.de – Standtypen und Kostenvergleich
  • Online: www.famab.de – FAMAB Award: Best Practice Messestand-Gestaltung
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