CMT (Cut, Make, Trim) ist ein Lohnfertigungsmodell, bei dem ein Konfektionsbetrieb nur Zuschnitt, Näharbeit und Endverarbeitung übernimmt, während der Auftraggeber Stoff und Zutaten beistellt.
Rubrik: Mode · Unterrubrik: Branche & Produktion · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Cut-Make-Trim, Lohnnähen, Lohnkonfektion, CMT-Fertigung
Was ist CMT?
CMT steht für „Cut, Make, Trim", Zuschnitt, Nähen, Verarbeiten/Ausstatten. Bei diesem Lohnfertigungsmodell stellt die Marke oder der Auftraggeber Stoffe und Zutaten (z. B. Knöpfe, Reißverschlüsse, Etiketten) selbst bei; der Fertiger erbringt ausschließlich die Verarbeitungsleistung gegen einen Lohn pro Stück.
Erklärung
Bei der Lohnfertigung nach dem CMT-Prinzip trägt der Auftraggeber die Verantwortung für Material, Schnitt und Spezifikation. Der Fertiger schneidet zu, näht und führt Finishing-Schritte (Bügeln, Etikettieren, Verpacken) aus. Abgerechnet wird ein reiner Verarbeitungspreis. Vorteil für die Marke: volle Kontrolle über Material und Qualität sowie potenziell niedrigere Stückkosten. Nachteil: höherer Koordinationsaufwand, eigenes Materialrisiko und Logistik des Stoffversands zum Fertiger.
Dem steht das FOB-Modell (Free on Board / Full Package) gegenüber, bei dem der Fertiger Material selbst beschafft und das fertige Produkt liefert. FOB reduziert den Aufwand der Marke, gibt aber Material- und Qualitätskontrolle teilweise ab. Zwischenformen existieren, etwa wenn nur bestimmte Stoffe beigestellt werden.
CMT eignet sich besonders für Label mit eigenem Materialeinkauf, kleinere Serien oder Premium-Produkte, bei denen die Stoffwahl entscheidend ist. Größere Volumenmarken nutzen häufiger FOB, um Komplexität zu reduzieren.
Beispiele
- Klassisches CMT: Ein Modelabel kauft Wollstoff in Italien und lässt in Portugal nur nähen.
- Teilbeistellung: Marke stellt Oberstoff, der Fertiger besorgt Futter und Zutaten.
- FOB-Gegenmodell: Fertiger in Vietnam liefert das komplette, fertige Kleidungsstück.
- Musterteile: CMT-Betrieb fertigt Prototypen nach beigestelltem Stoff.
- Capsule-Kollektion: Kleinserie über einen lokalen CMT-Nähbetrieb.
In der Praxis
Wer mit CMT-Lohnfertigung arbeitet, braucht präzise Tech Packs, Schnittsätze und Materialmengen inklusive Verschnittzuschlag. Wichtig sind klare Vereinbarungen über CMT-Preis pro Stück, Liefertermine, Mindestmengen und Verantwortlichkeit bei Materialfehlern. Die Logistik des Stoffversands und die rechtzeitige Materialanlieferung sind kritisch, verspätetes Material verzögert die gesamte Produktion. Qualitätsprüfungen erfolgen meist beim Fertiger und bei Wareneingang.
Vergleich & Abgrenzung
CMT und Lohnfertigung werden oft mit FOB/Full-Package verwechselt. Der Unterschied liegt in der Materialverantwortung.
| Merkmal | CMT | FOB / Full Package |
|---|---|---|
| Material | Auftraggeber stellt bei | Fertiger beschafft |
| Kontrolle Marke | hoch | geringer |
| Aufwand Marke | hoch | niedrig |
Häufige Fragen (FAQ)
Was bedeutet CMT in der Bekleidungsfertigung? CMT steht für Cut, Make, Trim: Der Fertiger schneidet zu, näht und verarbeitet, während der Auftraggeber Stoff und Zutaten beistellt.
Was ist der Unterschied zwischen CMT und FOB? Bei CMT stellt die Marke das Material; bei FOB (Full Package) beschafft der Fertiger das Material selbst und liefert das fertige Produkt.
Verwandte Einträge
- Sourcing und Beschaffung
- Wertschöpfungskette Mode
- Produktionsländer und Standorte
- Qualitätssicherung in der Lieferkette
Weiterführend
- Glock, Ruth E.; Kunz, Grace I. (2005): Apparel Manufacturing: Sewn Product Analysis. Pearson.
- Tyler, David J. (2008): Carr and Latham's Technology of Clothing Manufacture. Wiley-Blackwell.
- Jones, Richard M. (2006): The Apparel Industry. Blackwell.
