Die Saison-Order ist die verbindliche Vorbestellung einer Modekollektion durch den Handel vor Saisonbeginn; Pre-Order ist die Vorbestellung durch Endkund/innen, bevor ein Artikel produziert oder lieferbar ist.
Rubrik: Mode · Unterrubrik: Branche & Produktion · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Vororder, Order-Saison, Pre-Order, Vorbestellung
Was ist Saison-Order und Pre-Order?
Die Saison-Order (auch Vororder) ist der Prozess, in dem Einzelhändler oder Großhandelskund/innen eine kommende Kollektion vor der Produktion verbindlich bestellen — meist in Showrooms oder auf Messen. Pre-Order dagegen bezeichnet die Vorbestellung durch Endkund/innen, oft im D2C-Kontext, bevor die Ware verfügbar ist.
Erklärung
Die Saison-Order ist das Rückgrat des klassischen Großhandelsgeschäfts. Der Modekalender ist in Ordersaisons gegliedert: Händler ordern z. B. die Herbst/Winter-Ware bereits im vorangegangenen Frühjahr. Anhand der eingegangenen Vororders plant die Marke ihre Produktionsmengen — das senkt Überproduktion und Bestandsrisiko, weil weitgehend nur bestellte Ware gefertigt wird. Ergänzend gibt es Nachorder- (Re-Order-)Fenster innerhalb der Saison, sofern Lead Time und Kapazität es zulassen.
Pre-Order verschiebt dieses Prinzip auf die Endkundenseite: Kund/innen bestellen vorab, häufig mit Lieferung zu einem späteren Zeitpunkt. Das liefert der Marke frühe Nachfragesignale und Liquidität und reduziert das Risiko von Fehlproduktion. Pre-Order-Modelle sind besonders bei kleineren, nachhaltigen oder hochpreisigen Labels verbreitet, die nach Bestellung produzieren (Made-to-Order-nah).
Beide Mechanismen dienen der Nachfrageabsicherung und Mengenplanung. Sie verbinden Verkaufsplanung mit Produktionsplanung und beeinflussen, wie viel Risiko Marke und Handel tragen.
Beispiele
- Showroom-Order: Händler ordern die Sommer-Kollektion im Vorjahr.
- Messe-Order: Vororder auf einer Modemesse für die kommende Saison.
- Nachorder: Re-Order erfolgreicher Artikel innerhalb der Saison.
- D2C-Pre-Order: Endkund/innen bestellen ein Stück vor Produktionsstart.
- Made-to-Order-nah: Produktion erst nach Erreichen einer Mindestbestellmenge.
In der Praxis
Wer mit Saison-Order arbeitet, bereitet Musterkollektionen (Salesman Samples), Orderlisten und Liefertermine vor und steuert Mindestmengen je Stil. Wichtig sind Orderfenster, klare Cancelation- und Liefertermine sowie die Verzahnung mit der Produktionsplanung. Bei Pre-Order im D2C sind transparente Lieferzeiten und Kommunikation entscheidend, um Stornoquoten gering zu halten. Beide Modelle reduzieren das Risiko unverkaufter Ware und damit den späteren Markdown-Bedarf.
Vergleich & Abgrenzung
Saison-Order und Pre-Order werden oft verwechselt. Die Saison-Order ist B2B (Handel ordert vor), Pre-Order ist B2C (Endkund/innen bestellen vor).
| Merkmal | Saison-Order (Vororder) | Pre-Order |
|---|---|---|
| Besteller | Handel (B2B) | Endkund/innen (B2C) |
| Zeitpunkt | vor Produktion | vor Verfügbarkeit |
| Zweck | Mengenplanung | Nachfragesignal, Liquidität |
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist eine Vororder in der Mode? Eine Vororder (Saison-Order) ist die verbindliche Bestellung einer Kollektion durch den Handel vor deren Produktion, auf deren Basis die Marke ihre Fertigungsmengen plant.
Wie unterscheidet sich Pre-Order von der Saison-Order? Die Saison-Order ist ein B2B-Prozess (Händler ordern vor); Pre-Order ist ein B2C-Modell, bei dem Endkund/innen vor der Verfügbarkeit bestellen.
Weiterführend
- Varley, Rosemary (2014): Retail Product Management: Buying and Merchandising. Routledge.
- Goworek, Helen (2007): Fashion Buying. Blackwell.
- Jackson, Tim; Shaw, David (2009): Mastering Fashion Marketing. Palgrave Macmillan.

