LVMH und Kering sind die beiden größten Luxuskonzerne der Welt, die jeweils ein Portfolio von Modehäusern, Lederwaren-, Schmuck- und Kosmetikmarken unter einem Dach bündeln.
Rubrik: Mode · Unterrubrik: Designer & Häuser · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton, Kering (ehemals PPR)
Was sind LVMH und Kering?
LVMH und Kering sind französische Luxuskonzerne, die zahlreiche traditionsreiche Modehäuser besitzen und steuern. Sie prägen die Struktur der globalen Luxusmode, weil viele der bekanntesten Marken nicht eigenständig sind, sondern zu einer dieser beiden Gruppen gehören.
Erklärung
LVMH (Moët Hennessy Louis Vuitton) entstand 1987 aus der Fusion des Lederwaren- und Modehauses Louis Vuitton mit dem Getränkekonzern Moët Hennessy und wird vom Unternehmer Bernard Arnault geführt. Der Konzern vereint über 75 Marken („Maisons"), darunter Louis Vuitton, Dior, Fendi, Loewe, Celine sowie Schmuck (Tiffany), Kosmetik (Sephora) und Spirituosen. LVMH gilt als das wertvollste Luxusunternehmen der Welt.
Kering (bis 2013 PPR, davor Pinault-Printemps-Redoute) wird von der Familie Pinault kontrolliert und konzentriert sich stärker auf Mode und Lederwaren. Zum Portfolio gehören Gucci, Saint Laurent, Bottega Veneta, Balenciaga und Alexander McQueen. Beide Konzerne, LVMH und Kering, verfolgen eine Strategie der Markenarchitektur: Sie erwerben Häuser mit Geschichte, setzen kreative Direktor/innen ein und nutzen Skaleneffekte in Produktion, Vertrieb und Marketing. Damit bestimmen sie maßgeblich, welche Designer/innen welche Häuser leiten – etwa wenn Marc Jacobs zu Louis Vuitton (LVMH) oder Demna zu Balenciaga (Kering) berufen wird.
Beispiele
- LVMH-Häuser: Louis Vuitton, Dior, Fendi, Loewe, Celine.
- Kering-Häuser: Gucci, Saint Laurent, Bottega Veneta, Balenciaga.
- Diversifikation LVMH: Schmuck (Tiffany), Kosmetik (Sephora), Spirituosen.
- Kreativ-Berufungen: Konzerne setzen Chefdesigner/innen ein und ab.
- Beteiligungen: LVMH hält u. a. eine Beteiligung an Stella McCartney.
In der Praxis
Für das Verständnis der Modeindustrie ist das Wissen um LVMH und Kering zentral: Hinter scheinbar unabhängigen Luxusmarken stehen oft große Konzerne. Für angehende Gestalter/innen verdeutlicht das, wie kreative Arbeit in wirtschaftliche Strukturen eingebettet ist – Kollektionen, Schauen und Kampagnen folgen auch Konzernstrategien. Das erklärt zudem, warum Kreativdirektor/innen wechseln und wie Markenwerte über Jahrzehnte gepflegt werden.
Vergleich & Abgrenzung
LVMH und Kering sind Konzerne, keine einzelnen Marken oder Designer/innen.
| Merkmal | LVMH | Kering |
|---|---|---|
| Führung | Bernard Arnault | Familie Pinault |
| Schwerpunkt | breit (auch Kosmetik, Spirituosen) | Mode & Lederwaren |
| Marken | Louis Vuitton, Dior, Fendi | Gucci, Saint Laurent, Balenciaga |
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen LVMH und Kering? Beide sind französische Luxuskonzerne. LVMH ist größer und breiter aufgestellt (Mode, Schmuck, Kosmetik, Spirituosen), Kering konzentriert sich stärker auf Mode- und Lederwarenhäuser.
Warum gehören so viele Luxusmarken zu Konzernen? Konzerne wie LVMH und Kering bündeln Produktion, Vertrieb und Marketing, sichern Kapital und ermöglichen es einzelnen Häusern, global zu wachsen, während sie ihre Markenidentität behalten.
Weiterführend
- Thomas, Dana (2007): Deluxe: How Luxury Lost Its Luster. Penguin Press.
- Okonkwo, Uche (2007): Luxury Fashion Branding. Palgrave Macmillan.

