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Leder ist durch Gerbung haltbar gemachte Tierhaut; Lederalternativen sind tierfreie Materialien, die Leder im Aussehen oder in der Funktion ersetzen.

Rubrik: Mode · Unterrubrik: Materialien & Textilien · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Echtleder, Kunstleder, veganes Leder, leather

Was ist Leder?

Leder entsteht, wenn tierische Haut (meist vom Rind) durch Gerbung in ein dauerhaft haltbares, geschmeidiges Material verwandelt wird. Ohne Gerbung würde die Haut verrotten. Lederalternativen ahmen Leder nach, kommen aber ohne Tierhaut aus – von erdölbasiertem Kunstleder bis zu neueren Materialien aus Pilzen oder Pflanzenresten.

Erklärung

Die Gerbung bestimmt Eigenschaften und Umweltprofil von Leder maßgeblich. Bei der Chromgerbung (weltweit dominierend) wird Leder schnell, weich und farbecht, aber Chromsalze sind ökologisch und gesundheitlich heikel. Die vegetabile Gerbung mit pflanzlichen Gerbstoffen dauert länger, ergibt festeres, natürlich alterndes Leder und gilt als umweltschonender. Leder wird nach Schichten benannt: Vollnarbenleder (oberste, edelste Schicht), Spaltleder (untere Schicht) und Nubuk oder Veloursleder (angeschliffene Oberflächen).

Lederalternativen sind sehr unterschiedlich zu bewerten. Klassisches Kunstleder besteht aus PVC oder PU auf Textilträger und ist erdölbasiert. Neuere bio-basierte Materialien nutzen Pilzmyzel, Kaktus, Ananasblätter (Piñatex), Apfeltrester oder Kork. Wichtig: Auch viele „vegane" Leder enthalten Kunststoffanteile, sind also nicht automatisch nachhaltig. Die EU-Textilkennzeichnung und nationale Vorgaben regeln, dass nur echtes Leder als „Leder" bezeichnet werden darf. Leder und Lederalternativen stehen damit exemplarisch für die Spannung zwischen Langlebigkeit, Tierwohl und Umweltwirkung.

Beispiele

  • Vollnarbenleder: hochwertige Schuhe und Taschen.
  • Veloursleder/Wildleder: angeraute Oberfläche.
  • PU-Kunstleder: günstige, tierfreie Lederimitate.
  • Piñatex: Material aus Ananasblattfasern.
  • Pilzleder (Mycelium): biobasierte Lederalternative.

In der Praxis

Leder wird mit speziellen Pflegemitteln gefettet und vor Nässe geschützt; es ist nicht waschbar. In der Mode kommen Leder und Alternativen vor allem bei Schuhen, Taschen, Gürteln und Jacken vor. Bei der Materialwahl prüfen Designer/innen Gerbart, Herkunftsnachweise (z. B. Leather Working Group) und bei Alternativen den tatsächlichen Biobasis-Anteil, um Greenwashing zu vermeiden.

Vergleich & Abgrenzung

MerkmalEchtlederKunstleder (PU)
HerkunftTierhautKunststoff
Atmungsaktivitäthochgering
AlterungPatinaspröde, reißt

Häufige Fragen (FAQ)

Ist veganes Leder automatisch nachhaltig? Nein. Viele vegane Leder bestehen aus erdölbasiertem PVC oder PU. Nur bio-basierte Materialien mit hohem Naturanteil oder recyceltem Gehalt sind ökologisch wirklich vorteilhaft.

Was ist der Unterschied zwischen Voll- und Spaltleder? Vollnarbenleder ist die obere, robuste Hautschicht mit natürlicher Narbung. Spaltleder ist die untere, weniger feste Schicht und wird oft beschichtet, um Vollleder zu imitieren.

Weiterführend

  • Eberle, Hannelore u. a. (2019): Fachwissen Bekleidung. Europa-Lehrmittel.
  • Leather Working Group (2023): Leather Manufacturer Audit Standard. leatherworkinggroup.com
  • Fletcher, Kate (2014): Sustainable Fashion and Textiles. Routledge.
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