Textilkennzeichnung und Pflegesymbole sind die gesetzlich und normativ geregelten Angaben auf Textiletiketten, die Faserzusammensetzung und empfohlene Pflege eines Kleidungsstücks dokumentieren.
Rubrik: Mode · Unterrubrik: Materialien & Textilien · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Pflegekennzeichnung, Waschsymbole, care labelling
Was ist Textilkennzeichnung und Pflegesymbole?
Textilkennzeichnung und Pflegesymbole bezeichnen die Angaben auf dem Etikett eines Textils: die Faserzusammensetzung (Pflichtangabe in der EU) und die fünf genormten Pflegesymbole, die zeigen, wie das Stück gewaschen, gebleicht, getrocknet, gebügelt und chemisch gereinigt werden darf.
Erklärung
Die Textilkennzeichnung ist in der EU durch die Textilkennzeichnungs-Verordnung (EU) Nr. 1007/2011 geregelt: Jedes Textilerzeugnis muss seine Faserzusammensetzung in Prozent und mit genormten Faserbezeichnungen ausweisen (z. B. „80 % Baumwolle, 20 % Polyester"). Die Angabe der Pflegesymbole ist in Deutschland dagegen freiwillig, in der Praxis aber Standard.
Die Pflegesymbole folgen einer festen Reihenfolge von fünf Bildzeichen: Waschbottich (Waschen), Dreieck (Bleichen), Quadrat mit Kreis (Trocknen im Tumbler), Bügeleisen (Bügeln) und Kreis (professionelle Textilpflege/chemische Reinigung). Punkte und Striche modifizieren die Symbole – etwa drei Punkte im Bügeleisen für hohe Temperatur oder ein durchgestrichenes Symbol als Verbot. Dieses System ist als Bildmarke der GINETEX geschützt und international weitgehend einheitlich, auch wenn die USA ein abweichendes ASTM-System nutzen. Wer Textilkennzeichnung und Pflegesymbole richtig liest, kann Kleidung schonend pflegen und ihre Lebensdauer verlängern.
Beispiele
- Waschbottich mit „30": Maschinenwäsche bei maximal 30 °C.
- Waschbottich mit Hand: nur Handwäsche, schonend.
- Durchgestrichenes Dreieck: Bleichen nicht erlaubt.
- Quadrat mit Kreis und zwei Punkten: Trocknen im Tumbler bei normaler Temperatur.
- Kreis mit „P": chemische Reinigung mit Perchlorethylen möglich.
In der Praxis
Für Modemarken ist die korrekte Textilkennzeichnung rechtlich verpflichtend; Fehler können Abmahnungen nach sich ziehen. Designer/innen und Produktentwickler/innen müssen die tatsächlichen Pflegeeigenschaften des fertigen Stücks ermitteln – inklusive Nähgarn, Knöpfen und Druck – und das schwächste Glied bestimmt die Pflegeangabe. Verbraucher/innen sollten die Symbole als Höchstwerte verstehen: Niedrigere Temperaturen sind meist unproblematisch, höhere riskant.
Vergleich & Abgrenzung
Pflegesymbole werden mit der Faserkennzeichnung verwechselt, sind aber etwas anderes: Die Faserangabe ist Pflicht und nennt das Material, die Pflegesymbole sind freiwillig und betreffen die Behandlung.
| Merkmal | Faserkennzeichnung | Pflegesymbole |
|---|---|---|
| Inhalt | Materialzusammensetzung | Pflegehinweise |
| Status in DE | gesetzlich verpflichtend | freiwillig |
| Darstellung | Text in Prozent | genormte Bildzeichen |
Häufige Fragen (FAQ)
In welcher Reihenfolge stehen die Pflegesymbole? Die fünf Pflegesymbole stehen in fester Reihenfolge: Waschen, Bleichen, Trocknen, Bügeln und professionelle Textilpflege. Diese Anordnung ist international durch GINETEX standardisiert.
Ist die Angabe von Pflegesymbolen Pflicht? In Deutschland ist nur die Faserzusammensetzung gesetzlich verpflichtend. Die Pflegesymbole sind freiwillig, werden aber von fast allen Herstellern angegeben, weil sie Reklamationen vorbeugen und das Vertrauen erhöhen.
Weiterführend
- GINETEX (2024): Internationale Pflegekennzeichnung für Textilien. ginetex.net.
- Verordnung (EU) Nr. 1007/2011: Textilkennzeichnungsverordnung. EUR-Lex.
- Eberle, Hannelore u. a. (2019): Fachwissen Bekleidung. Europa-Lehrmittel.

