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Lookbook und Linesheet sind die beiden zentralen Vertriebstools einer Modekollektion: Das Lookbook inszeniert die Looks emotional und weckt Begehrlichkeit, während das Linesheet alle kaufmännischen Fakten (Artikel, Farben, Größen, Preise, Liefertermine) für die Order bündelt.

Rubrik: Mode · Unterrubrik: Mode-Marketing · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Order-Tool, Sales-Tool, Wholesale-Mappe, Linesheet

Was ist ein Lookbook und Linesheet als Vertriebstool?

Das Lookbook und Linesheet als Vertriebstool beschreibt das Zusammenspiel zweier Dokumente, mit denen eine Modemarke ihre Kollektion gegenüber dem Handel verkauft. Das Lookbook zeigt die Looks in Bildern und transportiert Stimmung, das Linesheet listet jeden Artikel sachlich mit Bestellnummer, Farben, Größenlauf, Einkaufs- und Verkaufspreis sowie Lieferzeitraum auf. Gemeinsam bilden sie die Grundlage jeder Wholesale-Order.

Erklärung

Im Vertrieb einer Kollektion arbeiten Lookbook und Linesheet als Vertriebstool Hand in Hand. Während der Order-Phase (meist sechs bis neun Monate vor der Saison) sichten Einkäufer/innen das Lookbook, um die Handschrift und das Verkaufspotenzial der Kollektion zu beurteilen. Anschließend treffen sie ihre konkrete Kaufentscheidung anhand des Linesheets, das jeden Style mit allen Order-relevanten Daten enthält.

Das Lookbook ist das emotionale Werkzeug: Es entsteht oft aus der Kampagnen- oder Lookbook-Fotografie und wird auch im Marketing weiterverwendet. Das Linesheet ist das rationale Werkzeug — eine tabellarische Übersicht, die heute meist digital über B2B-Order-Plattformen wie Joor oder NuOrder bereitgestellt wird. Ein gutes Vertriebstool verbindet beide: emotionale Bildsprache plus präzise, fehlerfreie Daten. Fehler im Linesheet (falsche Preise, fehlende Größen) führen zu Reklamationen und Margenverlust, deshalb gehört die Pflege zu den heikelsten Aufgaben im Modevertrieb.

Beispiele

  • Beispiel 1: Ein Damenoberbekleidungs-Label schickt vor der Pre-Order ein PDF-Lookbook und ein verlinktes Excel-Linesheet an seine Handelspartner.
  • Beispiel 2: Ein Showroom legt das gedruckte Lookbook auf den Tisch, während das Linesheet auf einem Tablet die Live-Verfügbarkeit zeigt.
  • Beispiel 3: Eine D2C-Marke nutzt das Lookbook fürs Social Marketing, das Linesheet nur intern für die Mengenplanung.
  • Beispiel 4: Ein Accessoire-Hersteller pflegt sein Linesheet in Joor, das Lookbook bleibt ein separates Mood-Dokument.
  • Beispiel 5: Ein Start-up kombiniert beides in einer interaktiven Order-App mit Bild, Preis und Bestellbutton pro Look.

In der Praxis

Wer Lookbook und Linesheet als Vertriebstool erstellt, braucht Genauigkeit und ein Auge für Inszenierung. Typische Software sind InDesign oder Canva fürs Lookbook und Excel, Joor oder NuOrder fürs Linesheet. Wichtig ist die Konsistenz zwischen beiden: Jeder Look im Lookbook muss eindeutig einer Artikelnummer im Linesheet zuzuordnen sein. Preise, Farb- und Größencodes sollten exakt mit dem Costing und der Stammdatenpflege übereinstimmen, damit der Handel verlässlich ordern kann.

Vergleich & Abgrenzung

Lookbook und Linesheet werden häufig verwechselt, erfüllen aber unterschiedliche Funktionen: Das eine verkauft über Emotion, das andere über Fakten.

MerkmalLookbookLinesheet
FunktionBegehrlichkeit, StimmungOrder-Daten, Preise
InhaltBilder, LooksTabelle, Artikeldaten
AdressatMarketing & HandelEinkauf

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Lookbook und Linesheet? Das Lookbook ist ein bildstarkes Dokument, das die Kollektion emotional inszeniert und Lust auf die Looks macht. Das Linesheet ist eine sachliche Tabelle mit allen Order-Daten wie Artikelnummer, Farben, Größen und Preisen. Im Vertrieb ergänzen sie sich.

Wozu braucht eine Modemarke beide Tools? Der Handel entscheidet zuerst emotional (Lookbook) und ordert dann faktisch (Linesheet). Ohne Lookbook fehlt die Begehrlichkeit, ohne Linesheet die kaufmännische Grundlage für eine verlässliche Bestellung.

Weiterführend

  • Posner, Harriet (2015): Marketing Fashion: Strategy, Branding and Promotion. Laurence King Publishing.
  • Goworek, Helen (2007): Fashion Buying. Blackwell Publishing.
  • Jackson, Tim; Shaw, David (2009): Mastering Fashion Marketing. Palgrave Macmillan.
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