Casting für Modeproduktion ist der Auswahlprozess, bei dem für ein Modeshooting die passenden Models nach Konzept, Stilrichtung und Markenanforderung gewählt werden.
Rubrik: Mode · Unterrubrik: Modefotografie · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Modelcasting, Casting, Model Selection
Was ist Casting für Modeproduktion?
Casting für Modeproduktion bezeichnet die strukturierte Auswahl der Models für ein Shooting. Das Casting richtet sich nach dem Konzept der Strecke, der Stilrichtung und den Vorgaben der Marke. Ziel ist, Personen zu finden, die Look, Ausstrahlung und Anforderungen der Produktion bestmöglich erfüllen.
Erklärung
Das Casting ist eine zentrale Vorbereitungsaufgabe jeder Modeproduktion. Es übersetzt das Streckenkonzept in die konkrete Besetzung: Typ, Ausstrahlung, Diversität und Können der Models werden gegen die Bildidee abgeglichen. Eine passende Besetzung trägt die Stimmung der Strecke mit; eine unpassende kann das beste Konzept scheitern lassen.
Models werden meist über Modelagenturen vermittelt, die Sedcards (Composite-Karten) mit Maßen, Bildern und Erfahrung bereitstellen. Es gibt verschiedene Castingformen: das klassische Live-Casting vor Ort, das Video-Casting per Selftape und die direkte Buchung „auf Sedcard" bei eingespielten Teams. Bei größeren Produktionen führen Caster/innen oder die Art-Direktion das Casting, häufig in Abstimmung mit der Marke.
Casting für Modeproduktion umfasst auch organisatorische und rechtliche Aspekte: Verfügbarkeit, Gage, Nutzungsrechte und das Model-Release (Einwilligung zur Bildnutzung). Diese Punkte werden vor dem Shooting geklärt, damit die spätere Verwendung der Bilder rechtssicher ist.
Beispiele
- Beispiel 1: Live-Casting für eine Kampagne mit zehn eingeladenen Models.
- Beispiel 2: Selftape-Casting per Video für eine internationale Produktion.
- Beispiel 3: Buchung „auf Sedcard" für ein schnelles E-Commerce-Shooting.
- Beispiel 4: Diversity-orientiertes Casting für eine inklusive Kampagne.
- Beispiel 5: Street-Casting realer Personen für ein dokumentarisches Editorial.
In der Praxis
Beim Casting für Modeproduktion zählt die enge Anbindung ans Konzept: ein klares Briefing an die Agentur, definierte Kriterien und ein dokumentierter Auswahlprozess. Wichtig sind frühzeitige Klärung von Verfügbarkeit, Gage und Nutzungsrechten sowie ein unterschriebenes Model-Release. Bei minderjährigen Models ist die Einwilligung der Erziehungsberechtigten nötig. Eine gute Vorbereitung verhindert teure Verzögerungen am Shootingtag.
Vergleich & Abgrenzung
Casting wird mit Buchung verwechselt. Casting ist der Auswahlprozess, die Buchung der anschließende verbindliche Vertrag.
| Merkmal | Casting | Buchung |
|---|---|---|
| Phase | Auswahl | Beauftragung |
| Ergebnis | Shortlist / Entscheidung | verbindlicher Termin |
| Inhalt | Eignung prüfen | Konditionen, Rechte |
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist ein Model-Release? Ein Model-Release ist die schriftliche Einwilligung des Models in die vereinbarte Nutzung seiner Bilder. Es regelt Umfang, Dauer und Zweck der Verwendung und schafft Rechtssicherheit.
Wie läuft ein Casting für eine Modeproduktion ab? Auf Basis des Konzepts werden Kriterien festgelegt, Agenturen gebrieft und Sedcards gesichtet. Danach folgen Live- oder Video-Castings, die Auswahl und schließlich die Buchung mit Klärung der Rechte.
Weiterführend
- Wissinger, Elizabeth (2015): This Year's Model: Fashion, Media, and the Making of Glamour. NYU Press.
- Mears, Ashley (2011): Pricing Beauty: The Making of a Fashion Model. University of California Press.
- Soley-Beltran, Patrícia (2012): Muñecas que hablan. Ética y estética de los modelos de belleza. Cátedra.

