Die Geschichte des Prêt-à-porter beschreibt die Entwicklung der seriell gefertigten Konfektionsmode in Standardgrößen vom 19. Jahrhundert bis zur globalen Modeindustrie.
Rubrik: Mode · Unterrubrik: Modegeschichte · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Ready-to-wear, Konfektionsmode, Geschichte der Serienmode
Was ist die Geschichte des Prêt-à-porter?
Die Geschichte des Prêt-à-porter erzählt, wie Kleidung von der Einzelanfertigung zur seriellen, in Standardgrößen produzierten „fertig zu tragenden" Mode wurde – ein Wandel, der Mode für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich machte.
Erklärung
Der Begriff „Prêt-à-porter" (französisch für „fertig zum Tragen") ist die Übersetzung des amerikanischen „ready-to-wear". Die Geschichte des Prêt-à-porter beginnt mit der industriellen Konfektion im 19. Jahrhundert: Die Erfindung der Nähmaschine, genormte Größentabellen (zunächst für Militäruniformen) und Warenhäuser ermöglichten seriell gefertigte Kleidung.
Den entscheidenden Schub erhielt das Prêt-à-porter nach dem Zweiten Weltkrieg. In den 1950er- und 1960er-Jahren begannen auch Couture-Häuser, tragbare Serienlinien anzubieten. Yves Saint Laurent eröffnete 1966 mit „Saint Laurent Rive Gauche" eine vielbeachtete Prêt-à-porter-Boutique und adelte die Konfektion damit. Seit den 1970ern bestimmt das Prêt-à-porter mit eigenen Modewochen den kommerziellen Kern der Industrie. Die Geschichte des Prêt-à-porter ist damit die Geschichte der Demokratisierung von Mode: Designs wurden reproduzierbar, planbar und für ein Massenpublikum verfügbar – die Grundlage der heutigen Modeökonomie und später auch der Fast Fashion.
Beispiele
- Beispiel 1: Industrielle Konfektion und Warenhäuser im 19. Jahrhundert.
- Beispiel 2: Genormte Größentabellen aus der Uniformproduktion.
- Beispiel 3: Yves Saint Laurent „Rive Gauche" (1966) als Prestige-Prêt-à-porter.
- Beispiel 4: Eigene Prêt-à-porter-Modewochen ab den 1970er-Jahren.
- Beispiel 5: Designer-Diffusionslinien als erschwinglichere Zweitlinien.
In der Praxis
Für angehende Modeschaffende ist Prêt-à-porter der Alltag: Hier zählen Größensystematik, Schnittgradierung, Serienproduktion und Kalkulation. Anders als in der Couture steht nicht die Einzelanfertigung, sondern die reproduzierbare Kollektion im Mittelpunkt. Kenntnisse über Produktionsabläufe, Größensätze und Lieferketten sind daher zentrale Bausteine der Ausbildung und Berufspraxis.
Vergleich & Abgrenzung
Prêt-à-porter steht zwischen Couture und industrieller Massenware.
| Merkmal | Prêt-à-porter | Haute Couture |
|---|---|---|
| Fertigung | Serie, Standardgrößen | Maßanfertigung |
| Preis/Zugang | Breiter zugänglich | Exklusiv |
Häufige Fragen (FAQ)
Was bedeutet Prêt-à-porter? Prêt-à-porter ist Französisch für „fertig zum Tragen" und bezeichnet seriell in Standardgrößen gefertigte Kleidung – das Gegenstück zur maßgeschneiderten Haute Couture.
Wann setzte sich das Prêt-à-porter durch? Nach dem Zweiten Weltkrieg, ab den 1950er- und 1960er-Jahren; Yves Saint Laurents Boutique „Rive Gauche" (1966) gilt als Meilenstein, ab den 1970ern etablierten sich eigene Prêt-à-porter-Modewochen.
Weiterführend
- Loschek, Ingrid (2005): Reclams Mode- und Kostümlexikon. Reclam, Stuttgart.
- Grumbach, Didier (2008): Histoires de la mode. Éditions du Regard, Paris.
- Steele, Valerie (2010): The Berg Companion to Fashion. Berg Publishers, Oxford.

