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Japanische Mode (Avantgarde) bezeichnet die einflussreiche, konzeptuelle Modeströmung japanischer Designer/innen, die ab den 1980ern westliche Schönheits- und Schnittideale infrage stellte.

Rubrik: Mode · Unterrubrik: Modegeschichte · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: japanische Avantgarde, konzeptuelle japanische Mode

Was ist Japanische Mode (Avantgarde)?

Japanische Mode (Avantgarde) beschreibt eine Gruppe japanischer Designer/innen – allen voran Rei Kawakubo (Comme des Garçons), Yohji Yamamoto und Issey Miyake –, die ab den frühen 1980er-Jahren in Paris mit radikal anderen Vorstellungen von Schnitt, Farbe und Körperform die internationale Mode prägten.

Erklärung

Als die Japanische Mode (Avantgarde) Anfang der 1980er in Paris debütierte, wirkte sie auf das westliche Publikum schockierend: asymmetrische Schnitte, scheinbar unfertige oder „zerstörte" Kleidung, dominantes Schwarz, übergroße Volumina und ein bewusstes Ablösen der Kleidung vom Körper. Rei Kawakubos Comme-des-Garçons-Kollektion von 1981 wurde von der Presse teils abwertend „Hiroshima-Chic" genannt – zugleich aber als revolutionär erkannt.

Diese Designer/innen lehnten das westliche Ideal der körperbetonten, „schönen" Silhouette ab und stellten Konzept, Material und Raum in den Vordergrund. Yohji Yamamoto arbeitete mit fließenden, oft schwarzen Schichten; Issey Miyake erforschte Technologie und Falttechniken (etwa die berühmte „Pleats Please"-Linie und „A-POC"). Die Japanische Mode (Avantgarde) beeinflusste maßgeblich auch den europäischen Dekonstruktivismus und gilt bis heute als Inbegriff konzeptueller, intellektueller Mode, die Kleidung als Idee und nicht nur als Produkt versteht.

Beispiele

  • Beispiel 1: Rei Kawakubos „zerlöcherte" Comme-des-Garçons-Strickware (1982).
  • Beispiel 2: Yohji Yamamotos fließende, asymmetrische Schwarz-Looks.
  • Beispiel 3: Issey Miyakes „Pleats Please"-Plissee-Technik (ab 1993).
  • Beispiel 4: Miyakes „A-POC" (A Piece of Cloth) als technologisches Konzept.
  • Beispiel 5: Comme des Garçons „Lumps and Bumps"-Kollektion (1997) mit Polstern an ungewohnten Körperstellen.

In der Praxis

Für Gestalter/innen ist die japanische Avantgarde eine Schule des konzeptuellen Denkens: Hier zählt die Idee hinter dem Kleidungsstück, das Spiel mit Raum, Negativraum und Material. Wer Mode als Ausdrucksform versteht, lernt von diesen Häusern, etablierte Regeln (Symmetrie, Passform, „Schönheit") bewusst zu hinterfragen. Auch für Modefotografie und Inszenierung sind diese Looks prägend.

Vergleich & Abgrenzung

Die japanische Avantgarde ist eng mit dem Dekonstruktivismus verwandt, aber eigenständig.

MerkmalJapanische AvantgardeKlassische westliche Mode
SilhouetteVom Körper gelöst, voluminösKörperbetont
FokusKonzept, Material, RaumEleganz, Passform

Häufige Fragen (FAQ)

Wer gehört zur japanischen Mode-Avantgarde? Vor allem Rei Kawakubo (Comme des Garçons), Yohji Yamamoto und Issey Miyake, die ab den frühen 1980ern in Paris mit konzeptuellen, körperfernen Entwürfen die internationale Mode prägten.

Was machte die japanische Avantgarde so revolutionär? Sie brach mit dem westlichen Ideal der körperbetonten, „schönen" Silhouette: asymmetrische, oft schwarze, scheinbar unfertige Kleidung stellte Konzept und Material über die klassische Passform.

Weiterführend

  • English, Bonnie (2011): Japanese Fashion Designers: The Work and Influence of Issey Miyake, Yohji Yamamoto and Rei Kawakubo. Berg Publishers, Oxford.
  • Fukai, Akiko (2010): Future Beauty: 30 Years of Japanese Fashion. Merrell, London.
  • Steele, Valerie (2010): The Berg Companion to Fashion. Berg Publishers, Oxford.
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