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Mode der 1930er/40er umfasst den glamourösen Bias-Cut der 30er und die durch den Zweiten Weltkrieg geprägte, sparsame Utility-Mode der 40er.

Rubrik: Mode · Unterrubrik: Modegeschichte · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Vorkriegs- und Kriegsmode, Utility Fashion, 1930s/1940s fashion

Was ist die Mode der 1930er/40er?

Die Mode der 1930er/40er zerfällt in zwei Phasen: die elegante, körperbetonte Mode der 1930er mit dem berühmten Schrägschnitt (Bias-Cut) und die kriegsbedingt rationierte, funktionale Mode der frühen 1940er.

Erklärung

In der Mode der 1930er kehrte nach dem androgynen Stil der 1920er die feminine Silhouette zurück. Die Taille saß wieder an natürlicher Stelle, Kleider betonten die Körperform. Die Designerin Madeleine Vionnet perfektionierte den Bias-Cut — den schrägen Stoffzuschnitt, der das Gewebe fließend am Körper anschmiegen ließ und besonders elegante Abendkleider ermöglichte. Hollywood prägte das Glamour-Ideal mit Stars wie Greta Garbo.

Mit dem Zweiten Weltkrieg änderte sich die Mode der 1940er grundlegend. Stoffrationierung und Materialknappheit erzwangen sparsame Schnitte. In Großbritannien führte die Regierung das „Utility Clothing"-Schema ein, das Stoffverbrauch und Verzierungen begrenzte. Typisch wurden breite, gepolsterte Schultern, knielange Röcke und praktische, fast uniformartige Kostüme. Frauen, die in Fabriken arbeiteten, trugen zunehmend Hosen.

Die Mode der 1930er/40er zeigt damit, wie stark wirtschaftliche und politische Umstände die Kleidung formen. Auf den eleganten Überfluss der 1930er folgte der pragmatische Verzicht der Kriegsjahre — bis Diors „New Look" 1947 die Wende zu neuer Opulenz brachte.

Beispiele

  • Beispiel 1: Madeleine Vionnets im Bias-Cut geschnittene Abendroben.
  • Beispiel 2: Das Hollywood-Glamour-Kleid der frühen 1930er.
  • Beispiel 3: Britische Utility-Kostüme mit begrenztem Stoffverbrauch.
  • Beispiel 4: Breite, gepolsterte Schultern als Markenzeichen der 1940er.
  • Beispiel 5: Hosen tragende Fabrikarbeiterinnen während des Krieges.

In der Praxis

Die Mode der 1930er/40er ist in Film und Theater häufig vertreten — von Glamour-Dramen bis zu Kriegsfilmen. Der Bias-Cut erfordert besondere Schnitttechnik, da der Stoff schräg zum Fadenlauf verarbeitet wird. Für die 1940er sind sparsame Schnitte und Schulterpolster charakteristisch. Modemagazine und Wochenschauen der Zeit dienen als Quellen.

Vergleich & Abgrenzung

Die Mode der 1930er/40er wird oft mit dem New Look (Dior 1947) verwechselt, der jedoch erst danach die Kriegssparsamkeit durch betonte Opulenz ablöste.

MerkmalMode der 1930er/40erNew Look (1947)
StoffmengeKnapp (Krieg)Üppig
SilhouetteSchmal, SchulterbetontWespentaille, weiter Rock

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist der Bias-Cut? Der Bias-Cut (Schrägschnitt) ist eine von Madeleine Vionnet perfektionierte Technik, bei der der Stoff schräg zum Fadenlauf zugeschnitten wird, sodass er sich fließend und körpernah anschmiegt — typisch für die eleganten Kleider der 1930er.

Wie veränderte der Zweite Weltkrieg die Mode? Stoffrationierung und Materialknappheit erzwangen sparsame, funktionale Schnitte. Verzierungen wurden begrenzt, Schultern gepolstert, und viele Frauen trugen erstmals regelmäßig Hosen.

Weiterführend

  • Mendes, Valerie; de la Haye, Amy (2010): Fashion since 1900. Thames & Hudson, London.
  • McDowell, Colin (1997): Forties Fashion and the New Look. Bloomsbury, London.
  • Loschek, Ingrid (2005): Reclams Mode- und Kostümlexikon. Reclam, Stuttgart.
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