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Mikroplastik aus Textilien sind winzige Kunststofffasern, die sich beim Tragen und vor allem beim Waschen von Synthetikkleidung lösen und über das Abwasser in die Umwelt gelangen.

Rubrik: Mode · Unterrubrik: Nachhaltigkeit & Ethik · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Mikrofasern, Faserabrieb, synthetisches Mikroplastik

Was ist Mikroplastik aus Textilien?

Mikroplastik aus Textilien bezeichnet kleinste Kunststoffpartikel und -fasern unter fünf Millimetern, die sich von synthetischen Geweben wie Polyester, Acryl oder Nylon ablösen. Beim Waschen werden sie ausgespült und gelangen ins Abwasser.

Erklärung

Synthetische Fasern bestehen aus Kunststoff. Bei mechanischer Beanspruchung – besonders in der Waschmaschine – brechen feinste Mikrofasern ab. Studien wie die von Napper und Thompson (2016) zeigen, dass eine einzelne Wäscheladung Hunderttausende solcher Fasern freisetzen kann. Kläranlagen halten einen Teil zurück, doch ein Anteil gelangt in Flüsse und Meere. Dort reichert sich das Mikroplastik in Sedimenten und Organismen an und ist bis in die Nahrungskette nachweisbar.

Die Internationale Naturschutzunion (IUCN, 2017) schätzt, dass ein erheblicher Teil des primären Mikroplastiks in den Ozeanen aus dem Waschen synthetischer Textilien stammt. Mikroplastik aus Textilien ist damit eine diffuse, schwer kontrollierbare Quelle. Naturfasern wie Baumwolle oder Wolle geben zwar ebenfalls Fasern ab, diese sind aber biologisch abbaubar. Lösungsansätze setzen an Materialwahl, Gewebekonstruktion (dicht gewebte Stoffe fasern weniger), Waschverhalten und Filtertechnik an.

Beispiele

  • Beispiel 1: Ein Fleecepullover gibt beim Waschen besonders viele Fasern ab.
  • Beispiel 2: Waschbeutel für Synthetik fangen einen Teil der Fasern auf.
  • Beispiel 3: Externe Waschmaschinenfilter reduzieren den Faseraustrag.
  • Beispiel 4: Dicht gewebte Funktionsjacken fasern weniger als lose Strickware.
  • Beispiel 5: Frankreich schreibt ab 2025 Mikrofaserfilter in Neugeräten vor.

In der Praxis

Verbraucher/innen reduzieren den Faseraustrag durch volle Beladung, niedrige Temperaturen, kurze Programme und den Verzicht auf Trockner. Spezielle Waschbeutel und Waschmaschinenfilter fangen Fasern ab. Designer/innen und Hersteller wirken über Materialwahl und Gewebekonstruktion: festere Garne und dichtere Bindungen senken den Abrieb. Politisch wird der Einbau von Filtern in Waschmaschinen zunehmend reguliert.

Vergleich & Abgrenzung

MerkmalSynthetikfaserNaturfaser
AbriebMikroplastikabbaubare Fasern
Abbaubarkeitsehr langsambiologisch abbaubar
QuellePolyester, Nylon, AcrylBaumwolle, Wolle

Häufige Fragen (FAQ)

Geben auch Naturfasern Mikroplastik ab? Naturfasern wie Baumwolle oder Wolle lösen sich ebenfalls als Fasern, sind aber biologisch abbaubar und gelten nicht als Mikroplastik im engeren Sinn, der aus Kunststoff besteht.

Wie kann ich den Faseraustrag beim Waschen senken? Durch volle Maschinen, kalte und kurze Waschgänge, Waschbeutel oder Maschinenfilter sowie den Verzicht auf den Trockner. Auch dichter gewebte Stoffe fasern weniger.

Weiterführend

  • Napper, Imogen; Thompson, Richard (2016): Release of synthetic microplastic plastic fibres from domestic washing machines. In: Marine Pollution Bulletin 112.
  • IUCN (2017): Primary Microplastics in the Oceans. Gland.
  • Boucher, Julien; Friot, Damien (2017): Primary Microplastics in the Oceans: A Global Evaluation of Sources. IUCN.
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