← Zurück zu Mode
Tierschutz in der Mode befasst sich mit dem Umgang mit Tieren bei der Gewinnung von Pelz, Leder, Wolle und Daunen sowie mit pflanzlichen und synthetischen Alternativen.

Rubrik: Mode · Unterrubrik: Nachhaltigkeit & Ethik · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: vegane Mode, tierfreie Mode, Lederalternativen, Kunstpelz

Was ist Tierschutz in der Mode?

Tierschutz und Pelz/Leder-Alternativen umfassen ethische Fragen rund um tierische Materialien in der Kleidung und die wachsende Palette an Ersatzmaterialien. Im Zentrum stehen Pelz, Leder, Wolle, Seide und Daunen sowie deren pflanzliche und synthetische Alternativen.

Erklärung

Tierische Materialien sind seit jeher Teil der Mode, geraten aber zunehmend in ethische Kritik. Pelzproduktion in Käfighaltung gilt vielen als nicht vertretbar; mehrere Länder haben die Pelztierhaltung verboten. Auch bei Leder, Wolle (Stichwort Mulesing bei Merinoschafen) und Daunen (Lebendrupf) gibt es Tierschutzbedenken. Tierschutz in der Mode bedeutet daher entweder höhere Standards (z. B. Responsible Wool Standard, Responsible Down Standard) oder den Verzicht auf tierische Materialien.

Als Alternativen dienen Kunstpelz und Kunstleder, traditionell auf Erdölbasis (PVC, Polyurethan), sowie eine wachsende Zahl biobasierter Materialien: veganes Leder aus Pilzmyzel, Ananasblättern (Piñatex), Apfeltrester oder Kaktus. Diese Materialien lösen das Tierschutzproblem, werfen aber eigene Umweltfragen auf – etwa Kunststoffanteile, Beschichtungen und begrenzte Abbaubarkeit. Echtes Leder wiederum ist langlebig und ein Nebenprodukt der Fleischwirtschaft, dessen Gerbung jedoch chemikalienintensiv sein kann (Chromgerbung). Tierschutz und ökologische Nachhaltigkeit fallen also nicht immer zusammen und müssen abgewogen werden.

Beispiele

  • Beispiel 1: Kunstpelz statt Echtpelz in der Winterkollektion.
  • Beispiel 2: Piñatex aus Ananasblattfasern als Lederersatz.
  • Beispiel 3: Pilzleder (Mylo) für Taschen und Schuhe.
  • Beispiel 4: Mulesing-freie Merinowolle mit Responsible Wool Standard.
  • Beispiel 5: Daunen mit Responsible Down Standard ohne Lebendrupf.

In der Praxis

Designer/innen wägen Tierschutz, Haltbarkeit und Umweltwirkung ab. Wer vegan gestaltet, prüft, ob die Alternative biobasiert oder erdölbasiert ist und wie sie sich entsorgen lässt. Standards wie RWS, RDS und das Leather Working Group-Zertifikat geben Orientierung. Wichtig ist Transparenz: „vegan" sagt nichts über die Ökobilanz aus, und „echtes Leder" nichts über die Tierhaltung. Materialpässe und Siegel helfen, beides zu beurteilen.

Vergleich & Abgrenzung

MerkmalEchtlederKunstleder (PU)Biobasiertes Leder
Tierschutzkritischtierfreitierfrei
Langlebigkeithochmittelvariabel
UmweltfrageGerbungErdöl/Kunststoffteils Beschichtung

Häufige Fragen (FAQ)

Ist veganes Leder automatisch nachhaltiger? Nicht zwingend. Viele vegane Leder bestehen aus erdölbasiertem Kunststoff. Biobasierte Alternativen sind tierfreundlich, enthalten aber oft noch Kunststoffbeschichtungen und sind unterschiedlich langlebig.

Was bedeutet Mulesing? Mulesing ist ein umstrittener Eingriff bei Merinoschafen zur Vorbeugung von Fliegenmadenbefall. Mulesing-freie Wolle und der Responsible Wool Standard schließen diese Praxis aus.

Weiterführend

  • PETA (2021): Animals Used for Clothing. Norfolk.
  • Textile Exchange (2023): Responsible Wool Standard / Responsible Down Standard. Lamesa.
  • Fletcher, Kate (2014): Sustainable Fashion and Textiles: Design Journeys. Routledge.
← Zurück zu Mode
Infotag · 13. Mai · 15:00 Uhr · Vor Ort

Sei am Mittwoch dabei.
Bring Eltern oder Freunde mit.

Ein halber Nachmittag, der dir drei Jahre Klarheit bringen kann. Kostenlos, unverbindlich, ehrlich.

  • Rundgang durch Studios, Schnitträume und Tonstudio
  • Echte Absolventenfilme sehen
  • 1:1-Beratung zu Bewerbung & BAföG
  • Studierende direkt fragen
  • Kaffee, kein Sales-Pitch
  • Auch online möglich

Platz beim Infotag reservieren

Dauert 30 Sekunden. Bestätigung per E-Mail.
100 % kostenlos · keine Verpflichtung · jederzeit absagbar