Bündchen und Blenden sind schmale Stoff- oder Maschenstreifen, die Kanten eines Kleidungsstücks fassen, begrenzen und stabilisieren – etwa an Hals, Ärmel, Bund oder Ausschnitt.
Rubrik: Mode · Unterrubrik: Schnitt, Konstruktion & Verarbeitung · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Rippbund, Halsblende, Cuff (engl.), Binding, Borte
Was sind Bündchen und Blenden?
Bündchen und Blenden sind funktionale und gestalterische Abschlüsse an Kanten. Ein Bündchen ist meist ein dehnbarer, doppelt gelegter Streifen (oft Rippstrick), der eine Öffnung umfasst. Eine Blende ist ein angesetzter oder angeschnittener Streifen, der eine Kante einfasst oder verstärkt.
Erklärung
Bündchen finden sich klassisch an Ärmel- und Saumabschlüssen von Sweatshirts, Jacken und Strickwaren. Sie bestehen häufig aus elastischer Rippware, die sich der Körperform anpasst und die Öffnung formstabil hält. Die Länge des Bündchens wird kürzer geschnitten als die anzusetzende Kante, sodass es leicht zusammengezogen wird und Spannung aufbaut – ein typisches Konstruktionsdetail bei Maschenware.
Blenden hingegen begrenzen Ausschnitte, Knopfleisten oder Taschenöffnungen. Man unterscheidet angesetzte Blenden (separat zugeschnitten und angenäht) und angeschnittene Blenden (Teil des Hauptschnitts, umgeklappt). Eine Halsblende fasst beispielsweise den Rundhalsausschnitt eines T-Shirts sauber ein. Blenden können sichtbar (als Designelement) oder verdeckt (als reine Verstärkung) gearbeitet sein.
Bündchen und Blenden gehören zur Verarbeitung und müssen in der Schnittkonstruktion bereits mit korrekten Nahtzugaben und Längenverhältnissen geplant werden.
Beispiele
- Beispiel 1: Rippbündchen am Ärmelabschluss eines Sweatshirts.
- Beispiel 2: Halsblende aus Originalstoff am Rundhalsausschnitt eines Shirts.
- Beispiel 3: Taillenbündchen mit Gummizug an einer Jogginghose.
- Beispiel 4: Knopfleisten-Blende an einer Bluse.
- Beispiel 5: Schrägband-Blende als Saumabschluss einer Tunika.
In der Praxis
Beim Annähen eines elastischen Bündchens teilt man Bündchen und Kante in jeweils vier gleiche Abschnitte und steckt sie an den Markierungen fest, damit die Dehnung gleichmäßig verteilt wird. Genäht wird mit dehnbarem Stich oder per Overlock. Für Halsblenden gilt: Die Blende wird etwas kürzer berechnet als der Ausschnittumfang, damit sie sauber anliegt und sich nicht abhebt. Schrägband eignet sich für gekrümmte Kanten, weil es im 45-Grad-Fadenlauf mitgeht. Wichtig ist sauberes Bügeln nach jedem Arbeitsschritt.
Vergleich & Abgrenzung
Ein Bündchen ist ein meist elastischer, umlaufender Abschluss, der eine Öffnung verschließt; eine Blende fasst oder verstärkt eine Kante, ohne zwingend elastisch zu sein. Beide grenzen sich vom Saum ab, der lediglich eine umgeschlagene Stoffkante ist.
| Merkmal | Bündchen | Blende |
|---|---|---|
| Elastizität | meist dehnbar | meist nicht dehnbar |
| Funktion | Öffnung fassen | Kante einfassen/verstärken |
| Material | oft Rippware | meist Webware |
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Bündchen und Blende? Ein Bündchen ist ein dehnbarer Streifen, der eine Öffnung (Ärmel, Saum, Hals) umschließt und formt. Eine Blende fasst oder verstärkt eine Kante und ist meist aus nicht-elastischem Webstoff.
Wozu verwendet man eine Halsblende? Eine Halsblende verschließt den Stoffrand am Ausschnitt sauber, verhindert Ausfransen und gibt der Kante Stabilität, damit der Ausschnitt seine Form behält und flach anliegt.
Weiterführend
- Stieglmeier, Renate (2018): Nähen lernen – Schritt für Schritt. Edition Michael Fischer.
- Aldrich, Winifred (2015): Metric Pattern Cutting for Women's Wear. Wiley-Blackwell.
- Shoben, Martin; Ward, Janet (2018): Pattern Cutting and Making Up. Routledge.

