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Die Nahtzugabe ist der Stoffstreifen zwischen Nahtlinie und Schnittkante, der zum Zusammennähen der Schnittteile dient und je nach Naht und Material unterschiedlich breit ausfällt.

Rubrik: Mode · Unterrubrik: Schnitt & Konstruktion · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Nahtzugabe, Zugabe, Seam Allowance, Nahtbreite

Was ist eine Nahtzugabe?

Eine Nahtzugabe ist der zusätzliche Stoffrand, der über die eigentliche Nahtlinie hinausragt. Ohne Nahtzugabe könnten zwei Stoffteile nicht zusammengenäht werden, da die Naht direkt an der Kante ausreißen würde.

Erklärung

Die Nahtzugabe wird beim Übertragen des Schnitts auf den Stoff hinzugefügt oder ist im Bruttoschnitt bereits enthalten. Ihre Breite richtet sich nach Naht-, Material- und Verarbeitungsart: An geraden Seitennähten sind 1–1,5 cm üblich, an Rundungen wie Halsausschnitten weniger (0,7–1 cm), an Säumen deutlich mehr (3–5 cm). Die Wahl der richtigen Nahtzugabe beeinflusst, wie sauber sich eine Naht ausbügeln, wenden und versäubern lässt.

Zur Verarbeitung gehört mehr als nur das Annähen: Nahtzugaben werden auseinandergebügelt oder zu einer Seite gelegt, an Rundungen eingeschnitten oder geknipst, damit sie sich glatt legen, und an dicken Stellen abgestuft (unterschiedlich breit zurückgeschnitten), um Auftrag zu vermeiden. Die Versäuberung der Nahtzugabe-Kanten verhindert das Ausfransen. Eine saubere Verarbeitung der Nahtzugaben ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal: Sie entscheidet darüber, ob ein Kleidungsstück innen ordentlich aussieht und dauerhaft hält. In der Industrie sind Nahtzugaben oft an die verwendete Nähmaschine (z. B. Overlock) angepasst.

Beispiele

  • Beispiel 1: 1,5 cm Nahtzugabe an der geraden Seitennaht einer Hose.
  • Beispiel 2: 1 cm Zugabe am gekrümmten Halsausschnitt einer Bluse.
  • Beispiel 3: 4 cm Saumzugabe am unteren Rockabschluss.
  • Beispiel 4: Einschneiden der Nahtzugabe an einer Innenrundung, damit sie flach liegt.
  • Beispiel 5: Abstufen der Zugaben am Kragen, um Materialauftrag zu reduzieren.

In der Praxis

In der Praxis muss vor dem Zuschnitt klar sein, ob der Schnitt bereits Nahtzugaben enthält. Fehlt die Information, entstehen schnell zu enge Teile. Beim Nähen wird die Nahtzugabe als Führungsmaß genutzt — viele Nähmaschinen haben Markierungen auf der Stichplatte. Profis bügeln jede Naht unmittelbar nach dem Nähen aus, bevor die nächste darüber genäht wird. Bei dehnbaren Stoffen oder Futter gelten eigene Zugabe-Regeln.

Vergleich & Abgrenzung

Nahtzugabe und Saumzugabe sind beides Zugaben, dienen aber verschiedenen Zwecken.

MerkmalNahtzugabeSaumzugabe
FunktionTeile verbindenKante abschließen
Breite0,7–1,5 cm2–5 cm
Lageinnenliegendumgeschlagen

Häufige Fragen (FAQ)

Wie breit muss eine Nahtzugabe sein? Das hängt von Naht und Material ab. An geraden Nähten sind 1–1,5 cm Standard, an Rundungen weniger, an Säumen mehr. Wichtig ist, im gesamten Schnitt konsistente Werte zu verwenden.

Warum muss man Nahtzugaben an Rundungen einschneiden? An Innenrundungen ist die Nahtzugabe zu lang, an Außenrundungen zu kurz, um flach zu liegen. Einschneiden oder Ausknipsen schafft die nötige Beweglichkeit, damit die Naht sich glatt legt.

Weiterführend

  • Hofenbitzer, Guido (2014): Bekleidung gestalten — Verarbeitung. Verlag Europa-Lehrmittel.
  • Reader's Digest (2010): Handbuch Nähen. Verlag Das Beste.
  • Singer, Ruth (2013): Sew It Up: A Modern Manual of Practical and Decorative Sewing Techniques. Kyle Books.
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