Modelcasting ist der Auswahlprozess, in dem aus Bewerbungen und Agenturvorschlägen die Models für eine Modenschau bestimmt werden; das Lineup ist die finale Liste der bestätigten Models einer Show.
Rubrik: Mode · Unterrubrik: Shows & Präsentation · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Show Casting, Model Casting, Cast, Modelliste
Was ist Modelcasting?
Modelcasting ist die strukturierte Auswahl der Models, die eine Kollektion auf dem Laufsteg präsentieren. Es übersetzt das Show-Konzept in konkrete Gesichter und Bewegungen, denn die Wahl der Models prägt Ausstrahlung, Diversität und Markenbild einer Modenschau ebenso stark wie Set und Kleidung. Das daraus entstehende Lineup ist die verbindliche Besetzung.
Erklärung
Der Modelcasting-Prozess beginnt mit einem Briefing, das das gewünschte Profil beschreibt: Anzahl, Diversität, Größe, Ausstrahlung und besondere Anforderungen wie Walk-Stil oder Erfahrung. Casting-Director/innen sichten Sedcards und Agenturvorschläge (Packages), laden Kandidat/innen zum Casting (Go-See) und beurteilen Erscheinung, Walk und Passung zur Kollektion. Häufig werden Looks bereits am Modelkörper anprobiert (Fitting), um Größen und Wirkung zu prüfen.
Aus den Castings entsteht zunächst eine Auswahl mit Optionen (vorläufige Reservierungen), die später in feste Buchungen (Confirmations) überführt werden. Das Lineup ist die finale, bestätigte Liste aller Models einer Show samt zugeordneten Looks. Es muss die Verfügbarkeit, die Anzahl der Looks pro Model und die Zeit für Quick Changes berücksichtigen. Ein durchdachtes Lineup verteilt Looks so, dass jedes Model genug Zeit zwischen den Auftritten hat und die Reihenfolge dramaturgisch funktioniert. Veränderungen kurz vor der Show sind heikel, weil sie Fittings, Looksortierung und Backstage-Planung beeinflussen.
Beispiele
- Open Casting: Offener Aufruf, bei dem sich viele Models bewerben.
- Agentur-Package: Vorauswahl durch Modelagenturen anhand des Briefings.
- Direct Booking: Direkte Buchung bekannter Models ohne Casting.
- Diversity-Casting: Bewusste Auswahl unterschiedlicher Körper, Alter und Hintergründe.
- Exklusiv-Buchung: Model läuft in einer Saison nur für eine Marke.
In der Praxis
Im Modelcasting arbeitet man mit Sedcards, Castinglisten und einem Buchungsstatus von „Option“ bis „Confirmed“. Wichtig sind klare Verträge, Honorare, Nutzungsrechte an Bildern und Verfügbarkeiten für Fitting, Probe und Show. Das Lineup wird in einer Tabelle mit Model, Looks, Reihenfolge und Quick-Change-Zeiten dokumentiert. Eine kurze Reserveliste (Backup) federt kurzfristige Ausfälle ab.
Vergleich & Abgrenzung
Modelcasting ist der Prozess der Auswahl, das Lineup ist dessen Ergebnis.
| Merkmal | Modelcasting | Lineup |
|---|---|---|
| Charakter | Prozess | Resultat |
| Zeitpunkt | vor der Buchung | nach der Bestätigung |
| Form | Castings, Go-Sees | feste Modelliste |
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Casting und Lineup? Das Casting ist der Auswahlprozess der Models, das Lineup ist die fertige, bestätigte Besetzung der Show mit zugeordneten Looks.
Wer entscheidet beim Modelcasting? Meist entscheiden Casting-Director/innen gemeinsam mit dem Designteam oder der Marke; Agenturen schlagen Models vor, die finale Buchung liegt bei der Produktion.
Weiterführend
- Everett, Judith C.; Swanson, Kristen K. (2018): Guide to Producing a Fashion Show. Bloomsbury.
- Dillon, Susan (2011): The Fundamentals of Fashion Management. Bloomsbury.
- Mears, Ashley (2011): Pricing Beauty: The Making of a Fashion Model. University of California Press.

