Eine Ordermesse (Tradeshow) ist eine Fachmesse, auf der Modemarken ihre Kollektionen einem Fachpublikum aus Einkauf und Handel zeigen, das dort verbindliche Bestellungen (Order) für die kommende Saison aufgibt.
Rubrik: Mode · Unterrubrik: Shows & Präsentation · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Tradeshow, Handelsmesse, Modemesse, Order Show, B2B-Messe
Was ist eine Ordermesse?
Eine Ordermesse ist ein Branchentreffpunkt, auf dem Marken an Ständen ihre neue Kollektion präsentieren und Einkäufer/innen des Einzel- und Großhandels diese begutachten und ordern. Anders als die öffentlichkeitswirksame Modenschau ist die Ordermesse ein reines Geschäftsformat (B2B), bei dem der Verkauf im Mittelpunkt steht. Sie ist ein zentraler Baustein im Vertriebsrhythmus der Modebranche.
Erklärung
Die Ordermesse verbindet viele Marken und viele Einkäufer/innen an einem Ort und in einem engen Zeitfenster. Marken mieten Stände, präsentieren Musterteile, Linesheets und Preise, während Einkäufer/innen von Stand zu Stand gehen, vergleichen und Bestellungen für ihr Sortiment zusammenstellen. Die Order legt fest, welche Modelle, Größen und Mengen ein Händler für die kommende Saison abnimmt. Der Termin liegt deshalb meist einige Monate vor der Auslieferung, damit Produktion und Logistik geplant werden können.
Tradeshows sind oft nach Segmenten geordnet — etwa Damenmode, Streetwear, Schuhe, Accessoires oder Nachhaltigkeit —, sodass passende Marken und Einkäufer/innen zusammentreffen. Bekannte internationale Tradeshows finden in Modemetropolen statt und ergänzen die Fashion Weeks: Während die Schauen Aufmerksamkeit und Image erzeugen, sichert die Ordermesse das eigentliche Großhandelsgeschäft. Viele Marken nutzen heute parallel digitale B2B-Plattformen, auf denen Order auch online geschrieben wird. Eine Ordermesse erfordert von Marken Standgestaltung, Musterkollektionen, klare Preislisten und ein geschultes Vertriebsteam.
Beispiele
- Segmentmesse Streetwear: Tradeshow für urbane Mode und Sneaker.
- Accessoires-Ordermesse: Stände für Taschen, Schmuck, Schuhe.
- Nachhaltigkeitsmesse: Plattform für ökologisch produzierte Labels.
- Regionale Ordertage: Kleinere Messen für lokalen Fachhandel.
- Digitale B2B-Plattform: Online-Order ergänzend zur physischen Messe.
In der Praxis
Für eine Ordermesse bereiten Marken Musterkollektion, Linesheets, Preislisten, Lieferzeiten und Mindestbestellmengen vor. Wichtig sind ein einladend gestalteter Stand, geschultes Personal und ein System zur Erfassung der Order. Einkäufer/innen planen ihr Budget (Open-to-Buy) vorab. Nach der Messe folgen Auftragsbestätigung, Produktion und Auslieferung. Eine gute Nachverfolgung der Kontakte sichert Folgegeschäfte.
Vergleich & Abgrenzung
Eine Ordermesse dient dem Verkauf an den Handel, eine Modenschau primär der öffentlichen Inszenierung.
| Merkmal | Ordermesse (Tradeshow) | Modenschau |
|---|---|---|
| Ziel | Order, Verkauf (B2B) | Image, Pressewirkung |
| Publikum | Einkauf, Handel | Presse, VIPs, Öffentlichkeit |
| Format | Stände, Musterteile | Laufsteg, Show |
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Ordermesse und Modenschau? Eine Ordermesse ist ein Geschäftsformat, auf dem Händler Kollektionen ordern, während eine Modenschau die öffentliche, presse- und imageorientierte Inszenierung einer Kollektion ist.
Was bedeutet „Order schreiben“? Order schreiben heißt, dass Einkäufer/innen auf der Messe verbindliche Bestellungen für Modelle, Größen und Mengen der kommenden Saison aufgeben, an denen sich Produktion und Auslieferung orientieren.
Weiterführend
- Dillon, Susan (2011): The Fundamentals of Fashion Management. Bloomsbury.
- Posner, Harriet (2015): Marketing Fashion. Laurence King Publishing.
- Goworek, Helen (2007): Fashion Buying. Wiley-Blackwell.

