Credits (mit der Creditline als ihrer Schreibform) sind die vollständige Nennung aller an einer Modeproduktion beteiligten Personen, Marken und Produkte – sie machen transparent, wer ein Bild gestaltet und welche Kleidung darin getragen wird.
Rubrik: Mode · Unterrubrik: Styling · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Modecredits, Bildnachweis, Fashion Credits, Creditline, Mitwirkendenliste
Was ist Credits und Creditline?
Credits bezeichnen die Auflistung aller Mitwirkenden einer Modestrecke, die Creditline ist deren konkrete, formatierte Textzeile unter oder neben dem Bild. Sie nennt Fotograf/innen, Stylist/innen, Hair & Make-up, Model sowie die gezeigten Marken und Kleidungsstücke. Korrekte Credits sind in der redaktionellen Mode sowohl rechtliche Pflicht als auch berufliche Höflichkeit.
Erklärung
Eine Modestrecke entsteht im Zusammenspiel vieler Gewerke. Die Credits würdigen diese Arbeit und machen sie nachvollziehbar – sie sind das Pendant zum Filmabspann. Üblicherweise wird in einer festen Reihenfolge genannt: Fotografie, Styling, Hair, Make-up, Model (mit Agentur), gefolgt von der produktbezogenen Creditline, die jedes sichtbare Teil einer Marke zuordnet, oft im Format „Kleid: Marke; Schuhe: Marke".
Rechtlich basieren Credits auf dem Urheber- und Leistungsschutzrecht: Fotograf/innen haben nach §13 UrhG Anspruch auf Namensnennung. Zugleich sind Marken-Credits Voraussetzung dafür, dass Labels Pressemuster zur Verfügung stellen – die Nennung ist die Gegenleistung für die Leihe. Fehlt sie, riskiert eine Redaktion künftige Ausleihen und mögliche Honorarstreitigkeiten. Eine saubere Creditline ist deshalb nicht Kür, sondern Teil der Produktionsdisziplin im Styling. Sie wird bereits am Set protokolliert, damit später kein Teil falsch oder gar nicht zugeordnet wird.
Beispiele
- Magazin-Editorial: „Fotografie: A. Berger · Styling: L. Frei · Make-up: M. Klein · Model: J. Roth/Agentur X" plus produktbezogene Creditline pro Bild.
- Produkt-Creditline: „Mantel: Acne Studios · Bluse: COS · Stiefel: vintage · Schmuck: stylist's own".
- „Stylist's own": Hinweis, dass ein Teil aus dem Privatbestand der Stylist/innen stammt und keiner Marke zugeordnet wird.
- Online-Strecke: Credits als ausklappbare Bildunterschrift, oft mit verlinkten Markennamen.
- Lookbook: interne Creditliste mit Artikelnummern statt öffentlicher Creditline.
In der Praxis
Credits werden am Set in einer „Credit-Liste" festgehalten – Foto für Foto, Teil für Teil. Profi-Stylist/innen fotografieren Etiketten und Leihscheine, um spätere Fehler zu vermeiden. Für die Creditline gilt: einheitliches Format, korrekte Markenschreibweise, klare Trennzeichen. Tools wie Notion, Excel oder spezialisierte Sample-Tracking-Software helfen bei der Zuordnung. Vor Druck oder Veröffentlichung prüft die Redaktion gegen die Leihscheine. Auch Bildungseinrichtungen wie die Lazi Akademie behandeln korrekte Credits als Grundlage redaktioneller Sorgfalt.
Vergleich & Abgrenzung
Credits werden oft mit der reinen Bildunterschrift verwechselt: Die Bildunterschrift beschreibt oder kommentiert das Motiv, die Creditline nennt ausschließlich Mitwirkende und Produkte.
| Merkmal | Credits / Creditline | Bildunterschrift |
|---|---|---|
| Zweck | Nennung von Personen & Marken | Beschreibung / Kontext |
| Pflicht | rechtlich/branchenüblich verpflichtend | redaktionell optional |
| Inhalt | Namen, Rollen, Produkte | Aussage zum Bildinhalt |
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Credits und einer Bildunterschrift? Credits nennen sachlich alle Mitwirkenden und gezeigten Produkte (Creditline), während die Bildunterschrift das Motiv beschreibt oder einordnet. Beide können kombiniert erscheinen, erfüllen aber unterschiedliche Funktionen.
Warum sind Credits in der Mode Pflicht? Sie sichern das Recht auf Namensnennung der Urheber/innen und sind die vereinbarte Gegenleistung für geliehene Pressemuster. Fehlen Credits, drohen rechtliche Konflikte und der Verlust künftiger Leihbeziehungen zu Marken.
Weiterführend
- Dingemann, Jessica (2019): Modejournalismus. UVK Verlag.
- Schreier, Markus (2018): Urheberrecht für die Praxis. dpunkt.verlag.
- Jaeger, Anne-Celine (2009): Fashion Makers, Fashion Shapers. Thames & Hudson.

