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Editorial Styling ist das konzeptgetriebene Zusammenstellen von Looks für redaktionelle Modestrecken in Magazinen, bei dem Erzählung und Bildidee Vorrang vor Verkaufszielen haben.

Rubrik: Mode · Unterrubrik: Styling & Hair/Makeup · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Editorial Fashion Styling, Magazinstyling, Fashion Editorial

Was ist Editorial Styling?

Editorial Styling bezeichnet die Arbeit an redaktionellen Modestrecken, deren Zweck es ist, eine Geschichte, Stimmung oder Trendhaltung zu erzählen – nicht primär, ein bestimmtes Produkt zu verkaufen. Editorial Styling genießt mehr gestalterische Freiheit als Werbe-Styling.

Erklärung

Im Editorial Styling steht das Konzept im Zentrum. Eine Modestrecke beginnt mit einer Idee – einem Thema, einer Referenz aus Kunst oder Film, einer Saisonstimmung. Stylist/innen entwickeln daraus einen roten Faden, kuratieren Designer-Looks und kombinieren sie oft gewagt über Marken und Preisklassen hinweg. Anders als in der Werbung muss kein Produkt verkaufsfreundlich abgebildet werden; experimentelle Silhouetten, ungewöhnliche Materialmixe oder konzeptuelle Brüche sind erwünscht.

Editorial Styling ist eng mit Fotografie, Hair & Makeup und Art-Direktion verzahnt. Die Strecke entsteht im Team, das gemeinsam ein Moodboard und ein Storyboard erarbeitet. Honorare im Editorial sind traditionell niedrig – der Wert liegt im Portfolio, in der Sichtbarkeit und in den Kontakten zu Designerhäusern. Viele Stylist/innen finanzieren ihre redaktionelle Arbeit über parallele Werbeaufträge. Das Editorial gilt als kreatives Schaufenster: Hier zeigen Profis ihre Handschrift, etablieren einen Stil und qualifizieren sich für lukrativere Kampagnen.

Beispiele

  • Themenstrecke: Eine Modestrecke zum Thema „Brutalismus" mit strengen Silhouetten vor Betonarchitektur.
  • Cover-Story: Styling für ein Titelbild mit prominenter Persönlichkeit.
  • Designer-Fokus: Editorial, das ausschließlich die Couture-Kollektion eines Hauses inszeniert.
  • Avantgarde: Experimentelle Strecke mit Materialcollagen, ohne Verkaufsabsicht.
  • Saison-Vorschau: Trendüberblick als redaktionelle Bildstrecke.

In der Praxis

Editorial-Arbeit verlangt ein starkes konzeptionelles Auge, Kenntnis der Designerlandschaft und gute Kontakte zu PR-Agenturen und Showrooms. Looks werden meist als Leihgabe (Pull) angefragt. Stylist/innen sollten Trends früh erkennen und Mut zu klaren Statements haben. Da Budgets knapp sind, zählen Verhandlungsgeschick und ein verlässliches Netzwerk besonders.

Vergleich & Abgrenzung

Editorial Styling und Commercial Styling unterscheiden sich vor allem in Zielsetzung und Freiheitsgrad.

MerkmalEditorial StylingCommercial Styling
ZielGeschichte, Stil, TrendProduktverkauf
FreiheitHoch, experimentellEingeschränkt durch Brief

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Editorial und Commercial Styling? Editorial Styling dient der redaktionellen Erzählung und erlaubt experimentelle Looks; Commercial Styling ist auf Verkauf und Markenbotschaft ausgerichtet und folgt engeren Vorgaben.

Warum sind Editorial-Honorare oft niedrig? Weil der Hauptwert in Portfolio, Sichtbarkeit und Branchenkontakten liegt; viele Stylist/innen nutzen Editorials als kreatives Schaufenster für bezahlte Werbeaufträge.

Weiterführend

  • McAssey, Jacqueline / Buckley, Clare (2011): Basics Fashion Design: Styling. AVA Publishing.
  • Dingemans, Jo (1999): Mastering Fashion Styling. Macmillan.
  • Kiisel, Karen (2013): Draping: The Complete Course. Laurence King.
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