← Zurück zu Online-Marketing & Content
Performance Max (PMax) ist ein KI-gesteuerter Google-Ads-Kampagnentyp, der automatisch alle verfügbaren Google-Kanäle bespielt und auf Basis von Conversion-Daten optimiert.

Rubrik: Online-Marketing & Content · Unterrubrik: Performance Marketing · Niveau: Einsteiger


Was ist Performance Max?

Performance Max – kurz PMax – wurde 2021 von Google eingeführt und hat viele ältere Kampagnentypen (wie Smart Shopping und lokale Kampagnen) ersetzt. Die Besonderheit: Eine einzige PMax-Kampagne kann gleichzeitig auf Google Search, Google Display Network, YouTube, Gmail, Google Maps und Google Discover laufen. Googles maschinelles Lernsystem entscheidet automatisch, wann, wo und wie die Anzeige ausgespielt wird – immer mit dem Ziel, die vorgegebene Conversion-Zielsetzung zu optimieren.

PMax ist damit Googles konsequenteste Umsetzung der Automatisierungsstrategie: Der Werbetreibende liefert Kreativmaterialien (Texte, Bilder, Videos), setzt ein Budget und definiert ein Ziel. Die Aussteuerung übernimmt die KI vollständig. Das macht PMax einsteigerfreundlich, reduziert aber auch die manuelle Kontrollmöglichkeit erheblich.


Erklärung

Asset-Gruppen: Das Herzstück der PMax-Kampagne

Statt klassischer Anzeigengruppen arbeitet PMax mit Asset-Gruppen. Eine Asset-Gruppe fasst zusammengehörige Kreativmaterialien für ein Thema oder Produkt:

  • Überschriften: Bis zu 15 kurze Texte (max. 30 Zeichen)
  • Lange Überschriften: Bis zu 5 Texte (max. 90 Zeichen)
  • Beschreibungen: Bis zu 5 Texte (max. 90 Zeichen)
  • Bilder: Querformat, Hochformat und quadratisch (mind. 600×314 px)
  • Logos: Quer- und quadratisches Format
  • Videos: Mindestens 10 Sekunden; fehlen Videos, erstellt Google automatisch ein Video aus den vorhandenen Materialien

Die Qualität der Asset-Gruppe wird über den Asset-Gruppen-Score (von „Niedrig" bis „Ausgezeichnet") bewertet. Ein höherer Score geht in der Regel mit besserer Performance einher.

Zielgruppen-Signale (Audience Signals)

Da PMax keine klassische Keyword-Buchung kennt, können Werbetreibende Zielgruppen-Signale (Audience Signals) hinterlegen. Dies sind Hinweise an Googles KI, welche Nutzersegmente besonders wertvoll sind – z. B. eigene Kundenlisten, Website-Besucher oder In-Market-Zielgruppen. Wichtig: Audience Signals sind keine exklusiven Targeting-Einschränkungen; die KI kann auch außerhalb dieser Segmente ausliefern, wenn sie dort Conversion-Potenzial sieht.

URL-Erweiterung

PMax kann automatisch URLs aus dem gesamten Website-Auftritt auswählen und für Anzeigen nutzen – nicht nur die explizit hinterlegte Zielseite. Die sogenannte „URL-Erweiterung" sollte bei fragmentierten Websites oder solchen mit Seiten, die nicht für Werbung geeignet sind, manuell eingeschränkt werden.

Wie die KI-Optimierung funktioniert

PMax nutzt Googles umfangreiche First-Party-Daten (Suchanfragen, YouTube-Nutzung, Google Maps, Gmail) sowie die vom Werbetreibenden bereitgestellten Conversion-Signale. Der Algorithmus experimentiert in einer Lernphase (ca. 4–6 Wochen) mit verschiedenen Asset-Kombinationen, Kanälen und Geboten. Nach der Lernphase konsolidiert sich die Performance – Änderungen an der Kampagne starten die Lernphase erneut.

Werbetreibende sollten in den ersten 4–6 Wochen keine wesentlichen Änderungen vornehmen und ausreichend Budget für die Lernphase einplanen.

Reporting und Transparenz

Ein oft kritisierter Punkt bei PMax ist die eingeschränkte Transparenz. Anders als bei Search-Kampagnen gibt es keinen klassischen Suchbegriffbericht (ab 2024 wurde ein eingeschränkter Suchbegriff-Insight eingeführt). Die wichtigsten Berichte innerhalb von PMax:

  • Asset-Gruppen-Bericht: Performance nach Kreativkombination
  • Einblicke: Zielgruppen-Signale, die am besten konvertieren
  • Insights-Tab: Suchthemen (aggregiert, nicht einzelne Queries)

PMax und bestehende Search-Kampagnen

Wenn im selben Google Ads-Konto sowohl PMax als auch manuelle Search-Kampagnen laufen, gilt: Exact-Match-Keywords in Search-Kampagnen haben Vorrang vor PMax. Für alle anderen Keyword-Typen kann PMax in Konkurrenz mit Search-Kampagnen treten – eine klare Kontostrategie ist daher wichtig.


Beispiele

E-Commerce: Ein Online-Shop für Fotoausrüstung nutzt PMax für die Bewerbung des gesamten Produktkatalogs. PMax spielt Produktanzeigen auf Google Shopping, Displaybanner auf fotografieaffinen Websites und Pre-Roll-Videos auf YouTube gleichzeitig aus.

Bildungsanbieter: Eine Fotoakademie nutzt PMax mit einer Asset-Gruppe für Einsteiger-Kurse und einer zweiten für Profi-Workshops. Als Audience Signals dienen Remarketing-Listen aus GA4 und eine Kundenliste bestehender Kursteilnehmer.


In der Praxis

Empfehlungen für erfolgreiche PMax-Kampagnen:

  1. Conversion-Tracking vollständig einrichten, bevor PMax aktiviert wird – ohne Conversion-Daten optimiert die KI ins Leere
  2. Hochwertige und vielfältige Kreativmaterialien bereitstellen: mind. 5 Bilder, 3–5 Videos, alle Textbausteine befüllen
  3. Separate Asset-Gruppen für verschiedene Produktlinien oder Zielgruppen anlegen
  4. URL-Erweiterung kontrollieren, unerwünschte Seiten ausschließen
  5. Lernphase respektieren: In den ersten 4–6 Wochen keine gravierenden Änderungen
  6. Ergänzend zu Search-Kampagnen nutzen, nicht als vollständigen Ersatz – zumindest bei markenstarken Keywords

Vergleich & Abgrenzung

MerkmalPMaxSearchShopping
KanäleAlle Google-KanäleNur SucheGoogle Shopping
KontrolleGeringHochMittel
TransparenzNiedrigHochMittel
Lernphase4–6 WochenKürzer2–3 Wochen
EignungErfahrene Konten mit guten Conversion-DatenDirekte KaufabsichtE-Commerce

PMax ist kein Allheilmittel – für Kampagnen mit wenig Conversion-Daten (unter 30–50 pro Monat) sind manuelle oder Smart-Bidding-Search-Kampagnen oft effektiver.


Häufige Fragen (FAQ)

Ersetzt PMax alle anderen Kampagnentypen? Nein. PMax ersetzt Smart Shopping und lokale Kampagnen, aber nicht Search-, Display- oder Video-Kampagnen. Eine kombinierte Kontostrategie ist sinnvoll.

Warum ist die Transparenz bei PMax eingeschränkt? Google begründet dies damit, dass zu granulare Einblicke Rückschlüsse auf vertrauliche Nutzerdaten ermöglichen würden. Kritiker sehen darin einen kommerziellen Interessenkonflikt.

Funktioniert PMax auch ohne Video-Material? Technisch ja – Google erstellt dann automatisch ein einfaches Slide-Show-Video. Für gute Performance empfehlen sich jedoch eigene Videos.

Wie lange dauert die Lernphase? In der Regel 4–6 Wochen. Wesentliche Änderungen (Budget, Gebotsstrategie, Asset-Gruppen) starten die Lernphase neu.


Verwandte Einträge


Weiterführend

  • Google LLC: Performance Max – Kampagnen verstehen, 2024, support.google.com/google-ads
  • Schwartz, Frederick: Google Ads Performance Max: A Practical Guide, Search Engine Journal, 2023
  • Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW): Jahrbuch Online-Marketing, 2024
  • Patel, Neil: The Ultimate Guide to Performance Max Campaigns, NeilPatel.com, 2024
  • Hollingsworth, Sam: PMax vs. Standard Shopping: Which Wins?, Search Engine Journal, 2023
← Zurück zu Online-Marketing & Content
Infotag · 13. Mai · 15:00 Uhr · Vor Ort

Sei am Mittwoch dabei.
Bring Eltern oder Freunde mit.

Ein halber Nachmittag, der dir drei Jahre Klarheit bringen kann. Kostenlos, unverbindlich, ehrlich.

  • Rundgang durch Studios, Schnitträume und Tonstudio
  • Echte Absolventenfilme sehen
  • 1:1-Beratung zu Bewerbung & BAföG
  • Studierende direkt fragen
  • Kaffee, kein Sales-Pitch
  • Auch online möglich

Platz beim Infotag reservieren

Dauert 30 Sekunden. Bestätigung per E-Mail.
100 % kostenlos · keine Verpflichtung · jederzeit absagbar