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Interne Verlinkung bezeichnet das gezielte Verknüpfen von Seiten innerhalb derselben Website, um Link-Equity zu verteilen, thematische Zusammenhänge für Suchmaschinen sichtbar zu machen und Nutzern eine optimale Navigation zu ermöglichen.

Was ist interne Verlinkung?

Interne Verlinkung ist das Grundgerüst jeder SEO-Architektur. Während Backlinks die Autorität einer Website von außen aufbauen, steuert die interne Verlinkung, wie diese Autorität innerhalb der Website verteilt wird. Seiten, die viele interne Links erhalten, signalisieren Google, dass sie besonders wichtig sind – ein direkter Einfluss auf deren Ranking-Potenzial.

Gleichzeitig helfen interne Links dem Googlebot, neue und tiefe Seiten zu entdecken, und führen Nutzer zu relevantem Weiterleseangebot. Gut umgesetzte interne Verlinkung senkt die Absprungrate und erhöht die Verweildauer.

Erklärung

Link-Equity und PageRank-Fluss

Das Konzept des PageRank (Larry Page, 1998) liegt der internen Verlinkung zugrunde: Jede Seite hat einen „Autoritätswert", der über ausgehende Links an verlinkte Seiten weitergegeben wird. Je mehr interne Links eine Seite erhält, desto höher ihr interner PageRank.

Konkret bedeutet das:

  • Die Startseite hat typischerweise den höchsten internen PageRank
  • Von dort sollte Link-Equity auf wichtige Kategorie- und Conversion-Seiten fließen
  • Zu tief verlinkte Seiten (5+ Klicks von der Startseite) erhalten kaum Autorität

Anchor-Text-Optimierung

Der Anchor-Text (der klickbare Linktext) gibt Suchmaschinen einen thematischen Kontext. Best Practices:

  • Beschreibend: „Mehr über technisches SEO erfahren" statt „hier klicken"
  • Keyword-relevant: Das Ziel-Keyword sollte im Anchor-Text vorkommen
  • Natürlich variiert: Zu viele identische Anchors für dieselbe Seite wirken unnatürlich
  • Nicht überladen: Zu viele Links mit identischen Anchor-Texten auf einer Seite können als Spam interpretiert werden

Hub-Seiten und Pillar-Content-Struktur

Das Hub-and-Spoke-Modell (auch Pillar-Cluster-Modell) organisiert Inhalte um zentrale Hub-Seiten:

  • Hub (Pillar Page): Behandelt ein Kernthema umfassend (z.B. „SEO-Grundlagen")
  • Spokes (Cluster Pages): Gehen einzelne Aspekte detailliert an (z.B. „Technisches SEO", „Keyword-Recherche")
  • Verlinkung: Jede Spoke-Seite verlinkt zur Hub-Seite und umgekehrt; Spokes untereinander bei thematischer Überschneidung

Diese Struktur stärkt die thematische Autorität des Hubs und signalisiert Google topikale Expertise.

Navigations- vs. kontextuelle Links

Navigationslinks (Header, Footer, Sidebar, Breadcrumbs) sind strukturell und gleichmäßig auf alle Seiten verteilt – sie tragen weniger zur spezifischen Seiten-Autorität bei, sind aber für Crawling und Nutzerführung essenziell.

Kontextuelle Links direkt im Fließtext sind wertvoller: Sie sind thematisch eingebettet, werden von Google stärker gewichtet und von Nutzern eher geklickt.

Beispiele

Ratgeber-Website: Ein Finanzportal veröffentlicht einen 3.000-Wort-Artikel zu „ETF-Grundlagen" (Hub). Aus diesem Artikel wird auf Unterartikel zu „ETF-Typen", „Kosten von ETFs" und „ETF-Steuern" verlinkt – und jede Unterseite verlinkt zurück zur Hub-Seite. Ergebnis: Der Hub rankt für das breite Keyword, die Unterseiten für spezifische Suchanfragen.

E-Commerce: In einer Produktbeschreibung für eine Kamera wird auf die Kategorieseite „Kamera-Zubehör" und auf einen Ratgeberartikel „Kamera richtig einstellen" verlinkt. Nutzer bleiben länger auf der Seite, und das SEO-Signal für beide Zielseiten steigt.

Orphan Pages: Ein Blog mit 500 Artikeln hat 80 Seiten, die nirgendwo verlinkt sind. Diese „verwaisten Seiten" erhalten kaum Crawl-Budget und keine interne Autorität – obwohl ihr Content wertvoll sein könnte.

In der Praxis

Orphan Pages identifizieren

Mit Crawling-Tools (Screaming Frog, Ahrefs Site Audit) lassen sich Seiten finden, die keine eingehenden internen Links haben. Diese sollten entweder:

  • In bestehende Artikel eingebaut werden
  • Zu thematisch passenden Seiten hinzugefügt werden
  • Oder als minderwertig erkannt und entfernt/konsolidiert werden

Anzahl der Links pro Seite

Es gibt keine feste Obergrenze, aber Google empfiehlt, die Anzahl der Links pro Seite auf ein vernünftiges Maß zu beschränken. Matt Cutts (Google) nannte historisch 100 Links als Richtwert – heutzutage ist die Qualität wichtiger als die Quantität. Seiten mit hunderten sinnloser Links leiden an Autorität.

Interne Links bei großen Websites

Bei Online-Shops oder großen Portalen kann ein systematisches Linking-Protokoll helfen:

  1. Neue Inhalte aktiv in bestehende Top-Seiten einverlinken
  2. Automatische „Ähnliche Artikel"-Module für kontextuelle Links nutzen
  3. Regelmäßige Link-Audits mit Crawling-Tools durchführen

Broken Internal Links beheben

Defekte interne Links verschwenden Crawl-Budget und frustrieren Nutzer. Monitoring-Tools wie der Screaming Frog oder die Search Console (unter Abdeckung → 404-Fehler) zeigen defekte Links – diese sollten zeitnah auf die neue Ziel-URL umgeleitet oder aktualisiert werden.

Vergleich & Abgrenzung

AspektInterne VerlinkungBacklinks (extern)
QuelleEigene WebsiteFremde Websites
KontrolleVollständigEingeschränkt
PageRank-FlussIntern steuerbarZufluss von außen
ErstellungsaufwandModeratHoch
Einfluss auf RankingMittel-hochHoch

Häufige Fragen (FAQ)

Wie viele interne Links sollte ein Artikel haben? Es gibt keine Pauschalregel. Drei bis fünf kontextuelle Links pro 1.000 Wörter sind üblich, wenn sie organisch in den Content passen. Wichtiger ist die Qualität und Relevanz der verlinkten Seiten.

Sollte ich immer dasselbe Keyword als Anchor-Text verwenden? Nein. Natürliche Variation ist besser – Synonyme, Teilbegriffe und beschreibende Phrasen wirken authentischer und vermeiden Überoptimierung.

Was passiert mit Links im Footer? Footer-Links werden von Google deutlich schwächer gewichtet als kontextuelle Links im Fließtext. Sie sind für die Navigation hilfreich, aber kein Ersatz für inhaltlich eingebettete Links.

Soll ich auf Seiten mit noindex intern verlinken? In der Regel nicht, da diese Seiten keine Autorität zurückgeben können. Ausnahmen: Navigationslinks zu Danke-Seiten o.ä., die bewusst nicht indexiert sind.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Google Search Central: „Internal links" – developers.google.com/search/docs/crawling-indexing/links-crawlable (2024)
  • Ahrefs Blog: „Internal Links for SEO: An Actionable Guide" – ahrefs.com/blog/internal-links-for-seo (2023)
  • Semrush Blog: „Internal Linking for SEO: Why and How to Do It" – semrush.com/blog/internal-linking (2022)
  • Sistrix: „Interne Verlinkung: So stärkst du dein SEO von innen" – sistrix.de/news/interne-verlinkung (2023)
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