Eine Hashtag-Strategie ist der planvolle Einsatz von Schlagwort-Tags (#) in sozialen Netzwerken, um Inhalte für bestimmte Zielgruppen auffindbar zu machen, Community-Zugehörigkeit zu signalisieren und die organische Reichweite von Beiträgen zu steigern.

Rubrik: Online-Marketing & Content · Unterrubrik: Social-Media-Marketing · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Hashtag-Konzept, Tag-Strategie, Keyword-Tagging Social Media


Was ist eine Hashtag-Strategie?

Das Hashtag-Zeichen (#) verwandelt ein beliebiges Wort oder einen Begriff in einen klickbaren Link, der alle Inhalte mit demselben Tag zusammenführt. Hashtags wurden 2007 vom Twitter-Nutzer Chris Messina eingeführt und sind heute auf nahezu allen sozialen Plattformen präsent – von Instagram über TikTok bis zu LinkedIn und X (ehemals Twitter).

Eine durchdachte Hashtag-Strategie geht weit über das zufällige Anhängen populärer Schlagwörter hinaus. Sie berücksichtigt plattformspezifische Algorithmen, die Relevanz der Tags für den Inhalt, die Größe der Hashtag-Community und den Unterschied zwischen breiten Masse-Tags und spezifischen Nischen-Hashtags.


Erklärung

Instagram-Hashtags: Die aktuelle Empfehlung (2024/2025)

Instagram hat seine Empfehlungen zu Hashtags in den letzten Jahren mehrfach revidiert. Noch bis 2021 war es verbreitete Praxis, die maximale Anzahl von 30 Hashtags zu nutzen. Heute gilt:

Offizielle Empfehlung von Instagram/Adam Mosseri: Drei bis fünf hochrelevante Hashtags performen besser als zwanzig bis dreißig wahllos gewählte Tags. Der Algorithmus identifiziert Massen-Hashtag-Stuffing als Spam-Signal.

Tatsächliche Praxis und Empfehlung vieler Experten: Fünf bis zehn sorgfältig ausgewählte Hashtags, die semantisch zum Content passen. Einige Studien (Later, Sprout Social 2023/2024) zeigen keine signifikant unterschiedliche Performance zwischen 5 und 20 Hashtags bei relevanter Auswahl – entscheidend ist die Qualität.

Hashtag-Mix-Empfehlung:

  • Ein bis zwei Community-Hashtags (sehr spezifisch, kleine Nische, z. B. #mediendesignerin)
  • Zwei bis drei Mid-Size-Hashtags (50.000–500.000 Beiträge, z. B. #grafikdesign)
  • Ein bis zwei größere Hashtags (1–5 Millionen Beiträge, z. B. #design) – mit geringer Chance, sichtbar zu sein, aber als Kontext-Signal nützlich

Wo platzieren? In der Bildunterschrift oder im ersten Kommentar – algorithmisch besteht kein Unterschied. Hashtags in Stories (vor allem Klickbarkeit) sind weniger reichweitenwirksam als im Feed.

TikTok-Hashtags

Auf TikTok funktionieren Hashtags anders als auf Instagram. Der Algorithmus gewichtet Video-Inhalt und Audio stärker als Tags. Dennoch erfüllen Hashtags auf TikTok mehrere Funktionen:

Challenge-Hashtags: Branded oder organisch entstandene TikTok-Challenges verbreiten sich über Hashtags (#IceBucketChallenge, #LipSyncBattle). Die Participation an einer Trending Challenge über deren Hashtag erhöht die Wahrscheinlichkeit, in den zugehörigen Feed ausgespielt zu werden.

Kategorie-Hashtags: Tags wie #LearnOnTikTok, #FoodTok oder #BookTok signalisieren dem Algorithmus, in welcher Content-Kategorie das Video einzuordnen ist.

Empfehlung TikTok: Drei bis fünf relevante Hashtags, darunter mindestens einer nischenspezifisch, einer allgemein kategorisierend.

LinkedIn-Hashtags

LinkedIn implementierte Hashtags erst 2018. Sie funktionieren als Themenfolge-System: Nutzerinnen können Hashtags folgen und erhalten so themenspezifische Inhalte im Feed.

Empfehlung LinkedIn: Drei bis fünf Hashtags pro Post. Die LinkedIn-Suche über Hashtags funktioniert eingeschränkt, wichtiger ist die Signalwirkung für den Content-Feed der Personen, die einem Hashtag folgen.

B2B-Hashtags: #marketing, #leadership, #innovation, #digitalmarketing zählen zu den meistgefolgten LinkedIn-Hashtags. Branchenspezifische Tags (#healthcare, #fintech, #medienbranche) erreichen fokussierte Fachpublika.

Hashtag-Recherche-Tools

  • Instagram-eigene Suche: Eingabe des potenziellen Hashtags in die Suchfunktion zeigt zugehörige Tags und Beitragsvolumen
  • Hashtagify.me: Relatedness-Grafiken, Trend-Verlauf
  • Later Hashtag Suggestions: Automatische Vorschläge basierend auf eigenem Content
  • TikTok Creative Center: Trending Hashtags nach Branche und Region
  • Flick: KI-basierte Hashtag-Analyse und -Empfehlungen für Instagram
  • Keyword Planner (Google Ads): Als Proxy für Suchvolumen verwandter Begriffe

Branded Hashtags

Was ist ein Branded Hashtag? Ein exklusiver Hashtag, der zu einer Marke, Kampagne oder einem Produkt gehört. Beispiel: #JustDoIt (Nike), #ShareACoke (Coca-Cola), #LazikampfDestination (fiktives Beispiel für Lazi-Akademie).

Ziele: Community-Building (alle User-Generated-Content-Beiträge zur Marke unter einem Tag bündeln), Kampagnen-Tracking, Markenkonsistenz.

Aufbau: Branded Hashtag in Bio, auf Verpackungen, in Werbemitteln und eigenem Content konsequent einsetzen. Community zur Nutzung ermutigen.

Community-Hashtags

Community-Hashtags verbinden gleichgesinnte Nutzerinnen um ein Thema oder eine Interessensgruppe. Beispiele: #fotografiechallenge, #booksofinstagram, #veganfoodshare. Die Verwendung signalisiert Zugehörigkeit zu einer Community und erhöht die Wahrscheinlichkeit, von Menschen mit genuinen Interessen gefunden zu werden.

Verbotene und gesperrte Hashtags

Instagram sperrt Hashtags, die mit gegen Richtlinien verstoßenden Inhalten assoziiert sind. Die Nutzung eines gesperrten Hashtags kann den gesamten Beitrag in seiner Reichweite einschränken (sog. Shadowban-Risiko). Vor dem Einsatz neuer Hashtags kurze Überprüfung in der Instagram-Suche empfehlenswert – gesperrte Tags zeigen dort oft keine aktuellen Beiträge.


Beispiele

  1. Fotografin: Für ein Portrait-Shooting nutzt sie #portraitfotografie (Community), #portraitphotography (international), #fotografin (Profession), #fujifilm (Equipment-Community) und #momentfesthalten (Branded-Community). Fünf Tags, die alle genuinen Mehrwert bieten.
  2. Fitness-Studio: Branded Hashtag #trainwithName für Kunden-Repost-Kampagne. Community-Hashtags #fitnessstudio + Stadt für lokale Auffindbarkeit. Trend-Hashtag zur aktuellen Challenge für Reichweiten-Boost.
  3. Medienakademie: #mediendesign, #grafikdesign, #digitalmarketing für inhaltliche Kategorisierung. #kursempfehlung, #weiterbildung für Discovery-Funnel. Eigener Branded-Hashtag #LaziAkademie für Community-Content.
  4. TikTok-Foodkanal: #FoodTok für Kategorie, #foodhacks für Nische, #rezepte auf Deutsch für regionale Relevanz. Trending Sound plus passender Hashtag für maximale For-You-Page-Wahrscheinlichkeit.
  5. LinkedIn-HR-Blog: #recruiting, #hrmanagement, #futureofwork für Themenrelevanz. Jeder Post drei Hashtags – ein allgemeiner, ein spezifischer, ein Nischen-Tag.

In der Praxis

Hashtag-Analyse-Routine: Einmal pro Monat die Performance der genutzten Hashtags auswerten (Instagram Insights zeigt Impressionen aus Hashtag-Traffic pro Post). Tags mit null oder sehr wenig Hashtag-Traffic ersetzen.

Hashtag-Sets erstellen: Für verschiedene Content-Typen (Tutorials, Behind-the-Scenes, Produkte) eigene Tag-Sets anlegen. Nicht immer dieselben Hashtags verwenden – Variation signalisiert keine Spam-Muster.

Trending Hashtags nutzen: Wenn ein Trending Hashtag inhaltlich wirklich zum Post passt, einbinden. Irrelevantes Trend-Hopping wirkt aufdringlich und kann Engagement-Qualität senken.


Vergleich & Abgrenzung

PlattformEmpfohlene AnzahlGewichtungTrending-Hashtags
Instagram3–10Mittel-hochWenig relevant (meist Millionen Beiträge)
TikTok3–5UnterstützendHoch (Challenges, Trends)
LinkedIn3–5MittelKaum relevant
X (Twitter)1–2MittelSehr relevant (Trending Topics)
Pinterest0 (Keywords statt Hashtags)NiedrigNicht relevant

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist ein Shadowban und welche Rolle spielen Hashtags dabei? Ein Shadowban ist eine informelle Bezeichnung für eine von Instagram nicht öffentlich kommunizierte Reichweitenbeschränkung. Content eines Accounts wird dabei nicht mehr in Hashtag-Feeds oder der Explore Page angezeigt, ohne dass die betroffene Person darüber informiert wird. Mögliche Auslöser: Nutzung gesperrter Hashtags, zu schnelles Wachstum der Posting-Frequenz, Meldungen durch andere Nutzerinnen oder automatisiertes Verhalten. Instagram selbst bestreitet das Konzept des Shadowbans, räumt aber ein, dass Inhalte, die gegen Community-Richtlinien verstoßen, eingeschränkt verbreitet werden.

Sollte ich Hashtags in der Bildunterschrift oder im ersten Kommentar platzieren? Algorithmisch macht es keinen Unterschied. Aus ästhetischer Perspektive wirken Hashtags im Kommentar weniger textlastig, besonders bei längeren Captions. Nachteil: Bei vielen Kommentaren verschwindet der eigene Hashtag-Kommentar schnell. Wer primär Caption-Ästhetik priorisiert, platziert Hashtags im Kommentar. Wer maximale Sichtbarkeit möchte, direkt in die Caption.


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Weiterführend

  • Later Research: „Best Instagram Hashtags Study 2024" – later.com
  • Sprout Social: „Hashtag Analytics Guide" – sproutsocial.com (2024)
  • Flick: „Instagram Hashtag Guide 2024" – flick.tech
  • Messina, Chris: Original Tweet zur Einführung des Hashtags (Twitter, 23. August 2007)
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