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Annie Leibovitz ( 2. Oktober 1949, Waterbury, Connecticut; lebt in New York City) ist eine US-amerikanische Porträtfotografin, die durch ihre aufwendig inszenierten Prominentenporträts für Rolling Stone und Vanity Fair* zur bekanntesten und einflussreichsten Fotografin für Celebrities und Magazinfotografie weltweit wurde.

Rubrik: Einflussreiche Persönlichkeiten · Unterrubrik: Fotografen · Niveau: Einsteiger Auch bekannt als: Anna-Lou Leibovitz (vollständiger Geburtsname)

Biografie

Anna-Lou Leibovitz wurde am 2. Oktober 1949 in Waterbury, Connecticut, als drittes von sechs Kindern einer jüdisch-ukrainisch-stämmigen Militärfamilie geboren. Da ihr Vater, ein Offizier der US Air Force, häufig versetzt wurde, verbrachte sie ihre Kindheit an verschiedenen Orten in den USA und im Ausland. Ihre Mutter, selbst Laienfotografin, weckte früh Leibovitz' Interesse an der Kamera.

Leibovitz studierte am San Francisco Art Institute und besuchte dort Kurse in Malerei und Fotografie. 1970, noch als Studentin, begann sie für das neu gegründete Magazin Rolling Stone zu arbeiten. Bereits mit ihrem ersten Beitrag – ein Porträt von John Lennon – zeigte sich ihr Talent. 1973 wurde sie Cheffotografin des Magazins.

In der ersten Hälfte der 1970er-Jahre reiste Leibovitz mit den Rolling Stones auf ihrer US-Tournee und schuf dabei eine der eindrucksvollsten Dokumentationen des Rockbusiness. Diese Tour wurde zum Ausgangspunkt für ihren unverwechselbaren Stil: nahe, persönliche Bilder von Prominenten, die deren Menschlichkeit hinter dem öffentlichen Glamour zeigen.

Das berühmteste Einzelbild ihrer Karriere entstand am 8. Dezember 1980: John Lennon und Yoko Ono, wenige Stunden bevor Lennon erschossen wurde. Das Bild zeigt Lennon nackt und in Foetal-Haltung an Onos bekleideten Körper gekuschelt. Dieses Bild erschien auf dem Titelblatt von Rolling Stone nach Lennons Tod und wurde zu einem der bekanntesten Magazincover der Geschichte.

1983 wechselte Leibovitz zu Vanity Fair, wo sie seitdem regelmäßig publiziert. Mit diesem Wechsel entwickelte sie ihren Stil weiter: von nahportätistischem Fotojournalismus zu aufwendig inszenierten, oft thematischen Bilderstrecken. Ihre Titelbilder für Vanity Fair sind oft monatelang im Voraus geplant und werden mit Filmregisseuren vergleichbaren Budgets produziert.

Zu ihren persönlichsten und künstlerisch wichtigsten Werken zählen die Porträts, die sie von ihrer langjährigen Lebenspartnerin, der Schriftstellerin Susan Sontag, schuf – insbesondere die bewegenden Aufnahmen von Sontags Krankheit und Tod (2004). Diese wurden nach ihrem Tod im Band A Photographer's Life veröffentlicht.

Stil & Arbeitsweise

Leibovitz arbeitet mit großem Team: Stylisten, Make-up-Künstler, Lichtassistenten, Bühnenbildner. Ihre Produktionen sind aufwendig inszeniert und erfordern manchmal tagelange Vorbereitung. Sie nutzt natürliches und künstliches Licht, bevorzugt aber große, weiches Licht, das Farben leuchten lässt und Gesichter schmeichelnd ausleuchtet.

Ihr Markenzeichen ist die enge Zusammenarbeit mit ihren Motiven: Leibovitz diskutiert Ideen mit den Fotografierten, involviert sie in den konzeptuellen Prozess und schafft so Bilder, die oft überraschend persönliche Einblicke in Persönlichkeiten bieten. Gleichzeitig ist sie eine Meisterin der kontrollierten Theatralik – viele ihrer bekanntesten Bilder sind aufwendige Inszenierungen, die dennoch echte Emotion transportieren.

Wichtige Werke & Serien

  • John Lennon und Yoko Ono (1980): Das letzte Porträt Lennons, wenige Stunden vor seiner Ermordung, zeigt ihn nackt an Yoko Ono gekuschelt – eine der bekanntesten Fotografien des 20. Jahrhunderts.
  • Whoopi Goldberg in einer Badewanne mit Milch (1984): Eine der frühesten ihrer aufwendig inszenierten Vanity Fair-Aufnahmen, die Konventionen brach und für Aufsehen sorgte.
  • Demi Moore schwanger auf dem Vanity Fair Cover (1991): Das nackte Schwangerschaftsporträt war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung höchst kontrovers und gilt als eines der einflussreichsten Magazincover aller Zeiten.
  • Queen Elizabeth II. (2007): Ein offizielles Porträt für die Thronbesteigung, das zu einer diplomatischen Debatte führte, als falsch bearbeitete Vorgängerversionen im Internet kursierten.
  • A Photographer's Life 1990–2005: Buchpublikation, die öffentliche Prominentenporträts und private Familienbilder – einschließlich der letzten Bilder von Susan Sontag – kombiniert.
  • Pilgrimage (2011): Serie von Stillleben und Landschaften, die historische Orte dokumentiert, ohne Menschen zu zeigen.

Einfluss & Bedeutung

Annie Leibovitz hat die Magazinfotografie und die Porträtfotografie von Prominenten grundlegend geprägt. Sie zeigte, dass das Celebrityporträt ein ernstzunehmendes Kunstmedium sein kann, das über bloße Publicity-Fotografie hinausgeht. Ihre Bilder haben das visuelle Erscheinungsbild von Rolling Stone und Vanity Fair über Jahrzehnte geprägt und damit einen Teil der visuellen Kultur ihrer Zeit definiert.

Als eine der wenigen Fotografinnen, die von der Magazinfotografie zu Museumsausstellungen überwechselte, hat Leibovitz auch die Grenzen zwischen kommerzieller und künstlerischer Fotografie herausgefordert. Sie wurde 2009 als „Living Legend" von der Library of Congress geehrt und erhielt zahlreiche Ehrendoktorwürden und Auszeichnungen.

Häufige Fragen (FAQ)

Was macht Annie Leibovitz' Porträtfotografie besonders? Leibovitz kombiniert aufwendige Inszenierung mit echter emotionaler Intimität. Sie plant ihre Aufnahmen sorgfältig und involviert die Fotografierten in den konzeptuellen Prozess, so dass die resultierenden Bilder sowohl künstlerisch gestaltet als auch authentisch in ihrer Darstellung der Persönlichkeit sind. Diese Verbindung von Kontrolle und Spontaneität ist ihr Markenzeichen.

Welche Bedeutung hat das Leibovitz-Bild von John Lennon? Das Bild entstand wenige Stunden vor Lennons Ermordung am 8. Dezember 1980 und zeigt ihn in einer verletzlichen, intimen Pose mit Yoko Ono. Es wurde posthum auf dem Titelblatt von Rolling Stone veröffentlicht und ist seither eines der bekanntesten und symbolträchtigsten Musikerporträts der Geschichte. Leibovitz selbst beschreibt es als das Bild, das sie als Fotografin am meisten definiert.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Leibovitz, Annie: Annie Leibovitz at Work. Random House, New York, 2008.
  • Leibovitz, Annie: A Photographer's Life 1990–2005. Random House, New York, 2006.
  • Annie Leibovitz offizielle Website: www.annieleibovitz.com
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