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Robert Capa (* 22. Oktober 1913, Budapest, Österreich-Ungarn – † 25. Mai 1954, Thai Binh, Vietnam) war ein ungarisch-amerikanischer Kriegsfotograf und Mitgründer der Fotoagentur Magnum Photos, dessen Bilder vom Spanischen Bürgerkrieg, vom Zweiten Weltkrieg und insbesondere von der Landung in der Normandie die Kriegsfotografie grundlegend geprägt haben.

Rubrik: Einflussreiche Persönlichkeiten · Unterrubrik: Fotografen · Niveau: Einsteiger Auch bekannt als: Endre Ernő Friedmann (Geburtsname)

Biografie

Endre Ernő Friedmann wurde am 22. Oktober 1913 in Budapest geboren. Als Sohn jüdischer Eltern musste er Ungarn 1931 als politisch Verfolgter verlassen und floh nach Berlin, wo er erste Erfahrungen als Fotolaborant und Assistent bei der Deutschen Photothek sammelte. Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten floh er weiter nach Paris.

In Paris lernte er die deutsch-jüdische Fotografin Gerda Taro kennen, mit der ihn eine enge persönliche und berufliche Partnerschaft verband. Um ihre Bilder besser verkaufen zu können, erfanden beide gemeinsam die Kunstfigur eines fiktiven, angeblich reichen amerikanischen Fotografen namens „Robert Capa" – unter diesem Pseudonym wurden Friedmanns Aufnahmen tatsächlich teurer verkauft. Der Name blieb, auch nachdem das Täuschungsmanöver bekannt wurde.

Der Spanische Bürgerkrieg (1936–1939) wurde zum Ausgangspunkt seiner internationalen Karriere. Capa und Taro dokumentierten den Krieg auf republikanischer Seite. 1936 entstand in der Nähe von Cerro Muriano die Aufnahme, die als „The Falling Soldier" bekannt wurde und einen scheinbar im Moment des Todes aufgenommenen republikanischen Milizionär zeigt. Das Bild erschien auf dem Titelblatt von Life und wurde weltberühmt – bis heute ist umstritten, ob es gestellt war oder nicht. Im Juli 1937 kam Gerda Taro in Spanien bei einem Panzerunfall ums Leben; Capa trug diesen Verlust sein Leben lang.

Im Zweiten Weltkrieg dokumentierte Capa als akkreditierter Kriegsfotograf für die Agentur Life die Kämpfe in Nordafrika, Sizilien, Italien und Westeuropa. Am 6. Juni 1944 landete er mit den amerikanischen Soldaten der ersten Welle am Omaha Beach in der Normandie. Unter extremem Beschuss machte er 106 Aufnahmen; davon überlebten nur elf die Dunkelkammerarbeit in London, weil ein Assistent die Filme versehentlich zu heiß trocknete und fast alle Negative zerstörte. Diese elf körnerreichen, verwackelten Bilder wurden dennoch zu den ikonischsten Kriegsfotografien der Geschichte.

1947 gründete Capa gemeinsam mit Henri Cartier-Bresson, David Seymour und anderen Fotografen die Fotokooperative Magnum Photos in Paris – eine revolutionäre Agentur, in der die Fotografen selbst das Eigentum an ihren Bildern behalten konnten.

Robert Capa starb am 25. Mai 1954 in Vietnam, als er bei Berichterstattung über den Ersten Indochina-Krieg auf eine Landmine trat. Er war 40 Jahre alt.

Stil & Arbeitsweise

Capas bekanntester Satz lautet: „Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht nah genug dran." Dieser Ansatz bestimmte seine gesamte Arbeitsweise: Er war immer in vorderster Linie, immer mitten im Geschehen, nie hinter sicherem Glas. Er verwendete die Leica – die wendige Kleinbildkamera, die erst zu Beginn der 1930er-Jahre verfügbar war und den mobilen Fotojournalismus revolutionierte.

Capas Bilder sind oft körnig, verwackelt, unscharf – und genau diese Unvollkommenheit verleiht ihnen ihre Authentizität und Dramatik. Er fotografierte instinktiv, mit wenig Zeit für Komposition, aber mit einem untrüglichen Gespür für den entscheidenden Moment menschlicher Extremerfahrung.

Wichtige Werke & Serien

  • The Falling Soldier (Loyalist Militiaman at the Moment of Death) (1936): Vermutlich die berühmteste und umstrittenste Kriegsfotografie aller Zeiten; zeigt einen republikanischen Milizionär im Moment des Todes (oder kurz davor).
  • D-Day, Omaha Beach (1944): Elf überlebende Aufnahmen der Landung in der Normandie, körnig und verwackelt, die das Chaos und die Brutalität der Landung wie keine anderen Bilder festhalten.
  • Spanischer Bürgerkrieg-Serie (1936–1939): Umfangreiche Dokumentation der republikanischen Seite im Bürgerkrieg.
  • Liberation of Paris (1944): Dokumentation der Befreiung von Paris, darunter ergreifende Bilder jubelnder Menschen auf den Champs-Élysées.
  • China im Krieg (1938): Dokumentation des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges.

Einfluss & Bedeutung

Robert Capa hat die Kriegsfotografie und den Fotojournalismus wie kaum ein anderer Fotograf definiert. Sein Prinzip der Nähe – physisch, emotional, menschlich – setzte den Standard für Generationen von Kriegsreportern. Die von ihm mitgegründete Fotoagentur Magnum Photos revolutionierte die Branche, indem sie Fotografen erstmals die Kontrolle über ihre eigenen Bilder gab und damit die kommerzielle Ausbeutung von Fotoreportern einschränkte.

Der World Press Photo Award, der bedeutendste Preis im Fotojournalismus, vergibt jährlich den Robert Capa Gold Medal Award für die beste Fotoreportage, die „außergewöhnlichen Mut und Initiative" voraussetzt. Sein Einfluss reicht bis in die Gegenwart: James Nachtwey, Don McCullin und viele andere Kriegsfotografen nennen Capa als entscheidende Inspiration.

Häufige Fragen (FAQ)

War Robert Capas Foto „The Falling Soldier" gestellt? Die Echtheit des Bildes ist bis heute nicht endgültig geklärt. Kritiker und Historiker haben unterschiedliche Positionen vertreten; manche behaupten, das Bild sei gestellt gewesen, andere halten es für authentisch. Neuere Forschungen legen nahe, dass die Aufnahme in der Nähe des Dorfes Espejo in Spanien entstanden ist, was einige frühere Zweifel entkräftet. Das Bild selbst bleibt ein Symbol für den Spanischen Bürgerkrieg.

Wie starb Robert Capa? Capa trat am 25. Mai 1954 in der Nähe von Thai Binh in Vietnam auf eine Landmine, während er für das Magazin Life den Ersten Indochina-Krieg dokumentierte. Er war auf freiwilliger Basis mitgegangen, um einen anderen Fotografen zu ersetzen, und starb noch am selben Tag an seinen Verletzungen.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Whelan, Richard: Robert Capa: A Biography. Alfred A. Knopf, New York, 1985.
  • Capa, Robert: Slightly Out of Focus. Henry Holt, New York, 1947 (Autobiografischer Bericht über den Zweiten Weltkrieg).
  • International Center of Photography, New York: www.icp.org
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