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Ben Burtt ( 12. Juli 1948, Jamesville, New York) ist ein US-amerikanischer Sound Designer, Filmeditor und Regisseur, der als Schöpfer der ikonischen Klangwelt von Star Wars* gilt und durch die Erfindung von R2-D2s Stimme, dem Lichtschwert-Sound und zahlreichen weiteren Klang-Ikonen die Sprache des Science-Fiction-Kinos dauerhaft geprägt hat.

Rubrik: Einflussreiche Persönlichkeiten · Unterrubrik: Sound Design & Musik · Niveau: Einsteiger Auch bekannt als: „Der Mann, der den Klang des Weltraums erschuf", Stimme von WALL-E

Biografie

Benjamin Burtt Jr. studierte Physik an der Allegheny College und Filmwissenschaft an der University of Southern California, wo er 1974 seinen Master-Abschluss machte. Bereits als Student entwickelte er ein tiefes Interesse an der kreativen Verwendung von Klang im Film – er experimentierte mit Tonbandgeräten und erforschte, wie natürliche Geräusche manipuliert und neu kombiniert werden können.

1975 engagierte George Lucas ihn für das noch namenlose Projekt, das später Star Wars werden sollte. Lucas gab Burtt eine ungewöhnliche Aufgabe: Erschaffe eine akustische Welt, die sich fremd und fern anfühlt, aber gleichzeitig emotional vertraut ist. Burtt löste diese Aufgabe, indem er tausende von realen Klängen aufnahm, bearbeitete und neu zusammensetzte. Das Resultat – die Klangwelt von Star Wars: Episode IV – A New Hope (1977) – revolutionierte das Science-Fiction-Kino und brachte Burtt seinen ersten Special Achievement Oscar ein.

In den folgenden Jahrzehnten arbeitete Burtt an allen Star Wars-Filmen sowie an der Indiana Jones-Reihe und am Pixar-Film WALL-E (2008), für den er nicht nur das Sound Design, sondern auch die Stimme der Titelrolle übernahm – eine Collage aus alten Filmaufnahmen und selbst produzierten Tönen. Er arbeitet bis heute für die Lucasfilm-Universum und ist einer der angesehensten Sound Designer der Welt.

Stil & Arbeitsweise

Burtts Philosophie beruht auf dem Konzept des „Organic Sound Design": Statt elektronische Synthesizer oder rein digital generierte Klänge zu verwenden, sucht er reale, physische Klangereignisse, die er durch Bearbeitung in etwas Neues verwandelt. Das Lichtschwert entstand aus einer Kombination zweier realer Klänge: dem Brummen eines alten 35mm-Filmprojektors und dem Interferenzton, den ein nicht abgeschirmtes Mikrofon neben einem Fernsehmonitor erzeugt. Der Doppler-Effekt – die Tonhöhenveränderung bei Bewegung – wurde dann elektronisch erzeugt.

R2-D2s Kommunikation ist ebenfalls Burtts Werk: Er mixte elektronische Synthesizer-Töne mit seiner eigenen Stimme, die er in verschiedene Ausdruckslagen brachte. Das Ergebnis klingt wie eine emotionale Sprache, die ohne Worte vollständig verständlich ist – ein Meisterwerk der nonverbalen Tongestaltung.

Wichtige Werke

  • Star Wars: Episode IV – A New Hope (1977) – Gesamtes Sound Design; Lichtschwert, R2-D2, Tie-Fighter, Darth Vaders Atemmaske. Special Achievement Oscar.
  • Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück (1980) – Erweiterung und Vertiefung der Klangwelt; AT-AT-Walker, Yodas Stimme (Zusammenarbeit mit Frank Oz).
  • Indiana Jones und die Jäger des verlorenen Schatzes (1981) – Peitschenklang, Bölder-Rollen; natürlicher Sound Design.
  • E.T. der Außerirdische (1982) – Mitarbeit an E.T.s Stimme und Klangtextur.
  • Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung (1999) – Jar Jar Binks' Stimme; Erweiterung der Klangbibliothek für Prequel-Trilogie.
  • WALL-E (2008) – Komplettes Sound Design und Stimmgestaltung der Hauptfigur; erneuter Oscar.
  • Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith (2005) – General Grievous' vierfacher Lichtschwertklang; technische Innovation.
  • Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (2008) – Fortsetzung des Sound-Design-Erbes.

Einfluss & Bedeutung

Ben Burtt hat mehr als jeder andere Einzelne demonstriert, dass Sound Design eine eigenständige Kunstform ist, die eigene Kreativität, Neugier und wissenschaftliches Verständnis erfordert. Seine Methode, natürliche Klänge organisch zu neuen Bedeutungsträgern zu kombinieren, wurde zur Grundlage der modernen Sound-Design-Praxis weltweit.

Besonders sein Ansatz bei Star Wars hat Generationen von Klangkünstlern inspiriert: Die Vorstellung, dass ein Science-Fiction-Film eine vollständig eigenständige akustische Identität haben kann – mit wiedererkennbaren, emotional aufgeladenen Klängen –, war 1977 revolutionär. Heute ist es Standard. Burtts Arbeit an WALL-E zeigt zudem, dass Sound Design auch vollständige Figurencharakteren ersetzen kann, wo Sprache fehlt.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie entstand der Klang des Lichtschwerts? Ben Burtt kombinierte zwei zufällig entdeckte Klänge: das Summen eines alten Filmprojektor-Motors und das Interferenzrauschen, das ein nicht richtig abgeschirmtes Mikrofon in der Nähe eines Röhrenfernsehers erzeugt. Den charakteristischen auf- und absteigenden Ton beim Schwingen erzeugte er durch einen Doppler-Effekt, den er live mit einem Lautsprecher vor dem Mikrofon produzierte.

Wer ist die Stimme von WALL-E? Die Stimme von WALL-E stammt größtenteils von Ben Burtt selbst – kombiniert mit Klängen aus alten Aufnahmen, Synthesizern und mechanischen Geräuschen. Burtt entwickelte eine eigene „Lautsprache" für WALL-E, die Emotionen ohne Worte ausdrückt. Die Figur EVE wurde dagegen mit digital generierter Stimme von Elissa Knight gesprochen.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • LoBrutto, Vincent: Sound-on-Film: Interviews with Creators of Film Sound. Praeger, 1994.
  • Whittington, William: Sound Design and Science Fiction. University of Texas Press, 2007.
  • Ben Burtt bei der Academy:
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