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Ray Dolby (* 18. Januar 1933, Portland, Oregon – † 12. September 2013, San Francisco) war ein US-amerikanischer Ingenieur und Unternehmer, der mit der Gründung von Dolby Laboratories 1965 die Tonqualität von Film und Musik durch bahnbrechende Rauschunterdrückungs- und Raumklangsysteme revolutionierte.

Rubrik: Einflussreiche Persönlichkeiten · Unterrubrik: Sound Design & Musik · Niveau: Einsteiger Auch bekannt als: Gründer von Dolby Laboratories, Vater des Kinoraumklangs

Biografie und Unternehmensgeschichte

Ray Dolby studierte Elektrotechnik an der Stanford University und promovierte 1961 am Trinity College in Cambridge in Physik. Bereits als Student hatte er an der Entwicklung des ersten Videorekorders bei Ampex gearbeitet und einen tiefen Einblick in die technischen Probleme der Audiosignalverarbeitung gewonnen.

1965 gründete er Dolby Laboratories in London (später nach San Francisco verlegt) mit dem Ziel, ein Problem zu lösen, das professionelle Toningenieure seit Jahrzehnten plaggte: das „Rauschen", das bei der Aufnahme und Wiedergabe auf analogen Magnetbändern entsteht. Das im selben Jahr entwickelte Dolby A-System (1965) reduzierte das Bandrauschen drastisch und wurde sofort von professionellen Studios weltweit übernommen.

1968 folgte Dolby B, eine vereinfachte Version für den Heimgebrauch – dieses System wurde der Standard für Kassetten-Aufnahmen und machte die Musicassette zur ernstzunehmenden Audioqualität. 1971 erschien das noch effektivere Dolby C-System. Im Kino-Bereich setzte 1975 Dolby Stereo neue Maßstäbe: Vier Kanäle (links, mitte, rechts, Surround) konnten auf zwei Filmspuren kodiert werden. Star Wars (1977) und Close Encounters of the Third Kind (1977) machten Dolby Stereo zum Kinostandard.

1992 folgte Dolby Digital (AC-3), das Mehrkanalton mit verlustbehafteter Kompression kombinierte und zum Standard für DVD und Kino wurde. 2012 schloss die technologische Evolution mit Dolby Atmos – einem objektbasierten Raumklangsystem, das Töne nicht mehr in Kanälen, sondern als dreidimensionale Objekte im Raum positioniert.

Technologische Entwicklungen

Dolby A (1965): Professionelles Rauschunterdrückungssystem; Kompandierung (Komprimierung bei Aufnahme, Expansion bei Wiedergabe) reduziert störendes Hintergrundrauschen um bis zu 10 dB.

Dolby B (1968): Vereinfachte Verbraucherversion; Standard für Audiokassetten bis in die 1990er-Jahre. Ohne Dolby B wäre die Kassette als ernsthaftes Audiomedium undenkbar.

Dolby Stereo (1975): Revolutionäres Vierkanal-Kinoprozess. A Star Is Born (1976) war der erste Film damit; Star Wars (1977) machte es zur Ikone.

Dolby SR (1986): Spectral Recording; verbesserte professionelle Rauschunterdrückung für analoge Filmproduktion.

Dolby Digital (1992): Erstes digitales Mehrkanalsystem im Kino; 5.1-Kanalton (links, mitte, rechts, linkes Surround, rechtes Surround, Subwoofer). Debüt bei Batman Returns (1992).

Dolby Atmos (2012): Objektbasiertes Audio; Klänge werden als dreidimensionale Objekte positioniert, unabhängig von Kanalkonfiguration. Debüt bei Brave – Legende der Highlands (2012). Heute Standard in Premium-Kinos weltweit sowie in Heimkino-Systemen.

Wichtige Meilensteine

  • 1965 – Gründung von Dolby Laboratories; Dolby A-System für professionelle Studios.
  • 1968 – Dolby B für Verbraucher-Kassettenspieler; Durchbruch der Musicassette als Qualitätsmedium.
  • 1977Star Wars mit Dolby Stereo; weltweite Kinoumrüstung beginnt.
  • 1979Apocalypse Now (Dolby Stereo) demonstriert künstlerische Möglichkeiten des Raumklangs.
  • 1992 – Dolby Digital im Kino; Start des digitalen Zeitalters für Filmton.
  • 1995 – DVD-Standard beinhaltet Dolby Digital; Raumklang kommt ins Wohnzimmer.
  • 2012 – Dolby Atmos im Kino; dreidimensionales Audio als neue Referenz.
  • 2014 – Dolby Atmos für Heimkino verfügbar.

Einfluss & Bedeutung

Ohne Dolby-Technologie wäre die Geschichte des Kinos und der Musikaufnahme eine andere. Rauschfreie Aufnahmen auf Magnetband, die Stereophonie im Kino und schließlich das dreidimensionale Klangerlebnis moderner Filmtheater sind alle direkt auf Dolbys Entwicklungen zurückzuführen. Das Dolby-Logo vor Kinopremieren ist seit Jahrzehnten ein Qualitätsmerkmal, auf das Publikum und Kritiker gleichermassen achten.

Technisch hat Dolby die Grundlagen für verlustbehaftete Audiokompression gelegt, die später in MP3, AAC und anderen Formaten Verwendung fand. Das psychoakustische Modell, das Dolby Digital zugrunde liegt – das Ausnutzen der menschlichen Wahrnehmungsgrenzen –, ist auch das Fundament moderner Streaming-Audiokompression.

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Dolby Surround und Dolby Atmos? Dolby Surround (und seine Nachfolger Dolby Digital 5.1/7.1) arbeitet kanalbasiert: Töne werden bestimmten Lautsprecherkanälen zugewiesen. Dolby Atmos dagegen ist objektbasiert: Jeder Ton im Mix hat eine dreidimensionale Position im Raum (x, y, z-Koordinaten), die unabhängig von der Lautsprecherkonfiguration des Abspielgeräts berechnet wird. Das bedeutet, derselbe Mix klingt in einem Kino mit 64 Lautsprechern und zu Hause mit einem Soundbar unterschiedlich, aber immer optimal für das jeweilige System.

Ist Dolby Atmos auch für Musik relevant? Ja. Seit 2019 nutzen Streaming-Dienste wie Apple Music, Amazon Music HD und Tidal Dolby Atmos für Musikaufnahmen im Format „Spatial Audio". Künstler wie The Beatles, Taylor Swift und viele andere haben ihre Alben in Dolby Atmos abgemischt, sodass Musik dreidimensional klingt, wenn der Hörer kompatible Geräte (z.B. AirPods Pro) verwendet.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Holman, Tomlinson: Sound for Film and Television. Focal Press, 2002.
  • Sergi, Gianluca: The Dolby Era: Film Sound in Contemporary Hollywood. Manchester University Press, 2004.
  • Offizielle Unternehmensgeschichte:
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