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Präsentations-Tools sind Software-Anwendungen, die das Erstellen, Gestalten und Zeigen von Folien-Präsentationen ermöglichen, von einfachen Slidedecks bis zu animierten, interaktiven Pitch-Decks.

Rubrik: Soft Skills & Berufspraxis · Unterrubrik: Kommunikation & Präsentation · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Präsentationssoftware, Slidedeck-Tools, Pitch-Deck-Software

Was sind Präsentations-Tools?

Präsentationen sind in der Kreativwirtschaft Alltagsformat: Pitchs, Konzeptpräsentationen, Projektreports, Portfolios. Die Wahl des richtigen Tools beeinflusst nicht nur Arbeitseffizienz, sondern auch die Qualität und Wirkung der fertigen Präsentation. Die vier wichtigsten Tools für Kreative, Keynote, PowerPoint, Pitch und Canva, haben unterschiedliche Stärken und adressieren unterschiedliche Anwendungsfälle.

Erklärung

Apple Keynote

Keynote ist Apples eigene Präsentationssoftware und gilt als Standard in der Mac-Kreativwelt. Die Animationen sind fließend und hochwertig, die Typografiefunktionen exzellent und das Interface intuitiv. Keynote ist eng in das Apple-Ökosystem integriert, nahtlose Synchronisation über iCloud, native Performance auf Apple-Geräten.

Stärken: Qualitativ hochwertige Animationen und Übergänge, hervorragende Typografiekontrolle, professionelle Exportoptionen (PDF, Video, HTML), kostenlos für Apple-Nutzer. Schwächen: Nur auf Apple-Geräten nativ nutzbar, Kollaborationsfunktionen weniger ausgereift als bei Konkurrenten, Kompatibilität mit PowerPoint manchmal verlustbehaftet. Ideal für: Designpräsentationen, Kundenprsentationen, Portfolio-Decks bei Mac-Nutzern.

Microsoft PowerPoint

PowerPoint ist der de facto Branchenstandard in Unternehmensumgebungen weltweit. Maximale Kompatibilität, tiefe Integration in Microsoft 365, umfangreiche Teamkollaborationsfunktionen via SharePoint und Teams.

Stärken: Universelle Kompatibilität, starke Kollaborationsfunktionen, umfangreiche Vorlagen- und SmartArt-Bibliothek, Morphing-Animationen (seit Version 2019 sehr leistungsfähig). Schwächen: Kann schnell zu „typischem PowerPoint-Look" verführen, Dateigröße wächst schnell, ältere Versionen haben eingeschränkte Designfunktionen. Ideal für: Corporate-Umgebungen, Teamarbeit, Präsentationen die auf Windows-Geräten gezeigt werden.

Pitch (pitch.com)

Pitch ist ein modernes, kollaborationsorientiertes Präsentationstool mit Fokus auf schnelles, schönes Erstellen von Deck-Präsentationen. Besonders beliebt in Startups und modernen Kreativagenturen.

Stärken: Modernes Interface, starke Echtzeit-Kollaboration, hochwertige Template-Bibliothek, Kommentarfunktion für Feedback-Prozesse, einfaches Teilen als Link. Schwächen: Weniger ausgereift für komplexe Animationen, abhängig von Internet-Verbindung für Kollaborationsfunktionen, Exportoptionen begrenzter als Keynote oder PPT. Ideal für: Startup-Pitches, Teamkollaboration, moderne Agenturen, schnelles Erstellen professioneller Decks.

Canva

Canva ist eine Browser-basierte Designplattform mit umfangreichen Präsentationsfunktionen. Die Stärke liegt in der riesigen Bibliothek an Templates, Grafiken, Fotos und Schriften.

Stärken: Sehr niedrige Einstiegshürde, riesige Bibliothek an Designelementen, kostenloser Einstieg, einfaches Teilen, gute Teamfunktionen in der Pro-Version. Schwächen: Wenig Kontrolle über feine typografische Details, Gefahr des generischen Looks, begrenzte Animationsoptionen, weniger geeignet für sehr hochwertige Design-Präsentationen. Ideal für: Social Media, schnelle Präsentationen ohne Designkenntnisse, Schulungsunterlagen, Einsteiger.

Beispiele

  1. Keynote für Designpitch: Eine Agentur erstellt eine animierte Konzeptpräsentation mit nahtlosen Übergängen zwischen Moodboard-Folien, wirkt poliert und designaffin.
  2. PowerPoint im Unternehmenskontext: Jahresreport-Präsentation für einen Großkunden wird in PowerPoint erstellt, damit alle Stakeholder (Windows-Nutzer, verschiedene Abteilungen) sie öffnen und bearbeiten können.
  3. Pitch für Investor-Deck: Ein Startup nutzt Pitch.com für ihr Investor-Deck, das Team arbeitet gleichzeitig online daran, Kommentare werden direkt auf den Folien hinterlassen.
  4. Canva für Workshop-Materialien: Eine Fortbildung wird mit Canva-Templates gestaltet, schnell, optisch ansprechend, ohne tiefen Designaufwand.
  5. Kombination: Grundstruktur in Keynote, Export als Video für Online-Verwendung, zusätzlich Canva-Version für einfaches Teilen mit dem Kunden.

In der Praxis

  • Tool zum Anlass wählen: Nicht das vertrauteste Tool, sondern das zur Situation passendste wählen. Ein Investor-Pitch braucht andere Qualität als ein internes Update.
  • Templates als Startpunkt, nicht als Ergebnis: Vorlagen helfen beim Einstieg, sollten aber angepasst werden, generische Templates erzeugen generische Präsentationen.
  • Exportformate beachten: PDF für stabile Weitergabe, Video für Social Media und asynchrones Anschauen, HTML für interaktive Web-Präsentationen.
  • Präsentationsmode testen: Jedes Tool verhält sich im Präsentationsmodus anders. Immer vorab auf dem tatsächlichen Ausgabegerät testen.
  • Kollaborationsfunktionen nutzen: Besonders Pitch und PowerPoint 365 ermöglichen simultanes Arbeiten, spart Merge-Aufwand bei Teampräsentationen.

Vergleich & Abgrenzung

Präsentations-Tools vs. Designtools (Figma, InDesign): Figma und InDesign bieten mehr Designfreiheit, sind aber keine Präsentationstools im engeren Sinne. Für sehr hochwertige Präsentationen werden Layouts manchmal in Figma entworfen und als statische PDFs exportiert.

Browser-basiert vs. Desktop: Browser-basierte Tools (Canva, Pitch) sind überall zugänglich, aber von Internetverbindung abhängig. Desktop-Anwendungen (Keynote, PowerPoint) sind offline verfügbar und oft leistungsfähiger bei Animationen.

Häufige Fragen (FAQ)

Welches Tool soll ich als Kreative/r lernen? Für Mac-Nutzer im Kreativbereich ist Keynote die erste Wahl für hochwertige Präsentationen. PowerPoint-Grundkenntnisse sind in Unternehmensumgebungen unverzichtbar. Pitch lohnt sich für kollaborative Arbeit. Canva ist ein nützliches Schnellwerkzeug.

Kann ich Keynote-Präsentationen mit Windows-Nutzern teilen? Ja, per PDF- oder PowerPoint-Export. Die Konvertierung ist nicht immer verlustfrei (Schriften, Animationen). Für gemischte Umgebungen lieber direkt in PowerPoint oder Pitch arbeiten.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Reynolds, Garr (2008): Zen oder die Kunst der Präsentation. Addison-Wesley.
  • Duarte, Nancy (2008): Slide:ology. O'Reilly Media.
  • Apple Inc. (2024): Keynote Benutzerhandbuch. Online-Dokumentation.
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