Adobe After Effects ist die führende Software für Motion Graphics, Compositing und visuelle Effekte im Video-Bereich; die Version 26.3 (Juni 2026) bringt unter anderem das Object Matte Tool als Nachfolger des Roto Brush, natives 3D mit Tiefenschärfe und stark beschleunigtes Mask-Tracking.
Rubrik: Software & Tools · Unterrubrik: Adobe After Effects · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: After Effects, AE, Ae
Was ist Adobe After Effects?
Adobe After Effects ist das Branchenstandard-Programm für Bewegtbild-Postproduktion: Animation von Grafik und Text (Motion Graphics), Compositing mehrerer Bildebenen, Keying (Greenscreen), Tracking und visuelle Effekte. After Effects arbeitet ebenen- und keyframe-basiert und wird in Film, Werbung, Broadcast und Social-Media-Content eingesetzt. Es ergänzt den Schnitt in Adobe Premiere um Effekte und animierte Elemente.
Versionen & Funktionen (Stand: Juni 2026)
Aktuelle Version: After Effects 26.3 (veröffentlicht Juni 2026). Kernbereiche: Kompositionen mit Ebenen, Masken und Keyframes; Expressions (JavaScript) für prozedurale Animation; Effekte und Plug-ins; 3D-Kamera und natives 3D; Tracking und Stabilisierung; Render Queue und Adobe Media Encoder.
KI-gestützte Freistellung: Object Matte (ab 26.2)
Mit Version 26.2 (April 2026) führte Adobe das Object Matte Tool als direkte Weiterentwicklung des bisherigen Roto Brush ein. Der Roto Brush wurde aus der Werkzeugleiste entfernt; das Object Matte Tool bietet vier Werkzeuge in einer Suite:
- Object Selection: Ein-Klick- oder Lasso-Auswahl per KI-Segmentierung, propagiert automatisch frame-übergreifend.
- Quick Selection: Der überarbeitete Roto-Brush-Workflow mit verbessertem Echtzeit-Feedback beim Malen.
- Selection Brush: Additive und subtraktive Korrekturen mit Modifier-Keys ähnlich Photoshop.
- Refine Edge: Präzise Kantenverfolgung für Haare und fine Details.
Das Werkzeug basiert auf derselben KI-Technologie wie das Object Mask-Feature in Adobe Premiere und liefert laut Adobe deutlich schnellere Propagation als Roto Brush 2.
Natives 3D-System (ab 26.0, Release-Stand)
- Eigene 3D-Grundformen (Primitives), editierbar direkt in AE.
- Substance-3D-Materialien: Über 1.300 kostenlose Texturen aus der Substance-3D-Bibliothek nativ in AE nutzbar (eingeführt in 26.0).
- Tiefenschärfe im Advanced-3D-Renderer (neu in 26.3): Schärfentiefe mit Near/Far-Blur und verknüpfbarer Fokus-Distanz zu einem Layer-Parameter.
- Displacement-Mapping und Schattensteuerung im nativen Renderer.
Performance und weitere Neuerungen (26.3)
- Mask-Tracking bis zu 5x schneller als in Vorgängerversionen.
- SVG- und Illustrator-Inhalte per Paste direkt als editierbare Shape Layer importieren.
- Curl Noise Effekt: Neuer 2D-Effekt für organische Bewegungen (Rauch, Wasser, Tinte).
- Frame-Clipboard: Aktuell gerenderten Frame direkt in die Zwischenablage kopieren.
- Variable Fonts: Neue Filterfunktion in der Schriftliste.
- Multi-Frame-Rendering und optimierte GPU-Nutzung für schnellere Previews.
Lizenz & Edu
Adobe After Effects ist ausschließlich im Abonnement über Adobe Creative Cloud erhältlich, als Einzel-App oder im Paket „Creative Cloud Pro" (vormals All Apps); einen Einmalkauf gibt es nicht.
Schüler/innen, Studierende, Auszubildende und Lehrkräfte erhalten nach Berechtigungsnachweis (Verifizierung über SheerID) ein vergünstigtes Creative-Cloud-Pro-Abo: laut Adobe ca. 19,50 €/Monat im ersten Jahr, danach regulärer Preis. Der Rabatt gilt in der Regel für das Gesamtpaket, nicht für die Einzel-App.
Bildungseinrichtungen (Schulen, Hochschulen) lizenzieren über „Creative Cloud for Education" im Rahmen des Adobe-VIP-Programms bei autorisierten Education-Resellern: wahlweise als personengebundene Named-User- oder gerätegebundene Shared-Device-Lizenz für Schulungsräume. Die institutionellen Preise sind staffel- und angebotsabhängig und nicht öffentlich gelistet.
Zum Ausprobieren steht eine kostenlose 7-Tage-Testversion zur Verfügung. Lizenz- und Preisangaben ändern sich regelmäßig; vor einer Anschaffung den aktuellen Stand bei Adobe oder einem autorisierten Reseller prüfen.
In der Praxis
After Effects gehört in Motion-Design-Ausbildungen zum Standard. Typische Workflows: Premiere schneidet, After Effects übernimmt Motion Graphics und Compositing (verbunden über Dynamic Link), Cinema 4D liefert 3D-Renderings (Cineware-Anbindung). Für Schulungsräume empfiehlt sich die gerätegebundene Shared-Device-Lizenz, weil sie an den Rechner gebunden ist und keine individuellen Adobe-Konten für jeden Schüler erfordert.
Typischer Einstiegsworkflow:
- Neue Komposition anlegen (Strg/Cmd+N), Auflösung und Framerate festlegen.
- Footage importieren (Strg/Cmd+I) und auf die Timeline ziehen.
- Keyframes für Position, Skalierung, Rotation und Opacity setzen.
- Effekte über das Effekte-Panel oder per Drag-and-Drop auf Ebenen anwenden.
- Via Render Queue (Strg/Cmd+M) oder Adobe Media Encoder exportieren.
Vergleich & Abgrenzung
| Werkzeug | Zweck | Besonderheit |
|---|---|---|
| After Effects | Motion Graphics, Compositing | Ebenenbasiert, Expressions |
| Adobe Premiere | Videoschnitt | Timeline-NLE, Dynamic Link zu AE |
| Nuke | node-basiertes High-End-Compositing | Film/VFX-Industrie, knotenbasiert |
| Cinema 4D | echtes 3D | Cineware-Integration in AE |
| DaVinci Resolve / Fusion | Compositing + Schnitt | Knotenbasiertes Compositing integriert |
Häufige Fragen (FAQ)
Ist After Effects ein Schnittprogramm? Nein. After Effects ist für Animation, Effekte und Compositing zuständig; den eigentlichen Videoschnitt übernimmt Adobe Premiere. Beide werden über Dynamic Link direkt verbunden: Eine AE-Komposition lässt sich live in Premiere als Clip einbetten und nachträglich in AE bearbeiten, ohne erneut exportieren zu müssen.
Gibt es After Effects ohne Abo? Nein. After Effects ist ausschließlich im Creative-Cloud-Abo erhältlich. Es gibt eine kostenlose 7-Tage-Testphase, aber keine Dauerkauf-Lizenz. Ehemalige CS6-Versionen sind nicht mehr erhältlich oder supportet.
Was hat das Object Matte Tool mit Roto Brush gemein? Das Object Matte Tool ist der direkte Nachfolger: Es deckt alle bisherigen Roto-Brush-Anwendungsfälle ab und ergänzt sie um einen schnelleren Ein-Klick-Auswahlmodus (Object Selection). Der klassische Pinselworkflow ist als „Quick Selection" erhalten geblieben. Roto Brush ist seit Version 26.2 nicht mehr in der Werkzeugleiste sichtbar.
Verwandte Einträge
- Content-Aware Fill (After Effects), Objekte intelligent aus Footage entfernen
- After Effects: Expressions Grundlagen
- After Effects: Essential Graphics Panel
Weiterführend
- Adobe (2026): What's new in After Effects 26.3. Adobe Help Center, helpx.adobe.com/after-effects/using/whats-new.html.
- Adobe (2026): AI-powered Object Matte. Adobe Help Center, helpx.adobe.com/after-effects/using/object-matte.html.
- Adobe (2026): Creative Cloud für Bildungseinrichtungen. adobe.com/de/education.
- Meyer, T. & Meyer, C. (2023): Creating Motion Graphics with After Effects. Routledge.

