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Das Cloner-Objekt in Cinema 4D ist das zentrale MoGraph-Element, das ein oder mehrere Kind-Objekte nach konfigurierbaren Modi (Linear, Radial, Gitter, Objekt, Honey-Comb) prozedural vervielfältigt und als steuerbare Klon-Instanzen bereitstellt.

Rubrik: Software & Tools · Unterrubrik: Cinema 4D · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Cloner, MoGraph Cloner, Menüpfad: MoGraph → Cloner

Was ist das Cloner Objekt?

Das Cloner-Objekt ist das Herzstück des Cinema 4D MoGraph-Systems. Es nimmt beliebige Geometrie-Objekte als Kinder an und erzeugt daraus eine konfigurierbare Anzahl von Instanzen, die als geschlossene Gruppe behandelt und durch Effektoren kollektiv oder individuell gesteuert werden können. Das Cloner-Objekt rendert echte Geometrie – im Unterschied zum Matrix-Objekt, das nur Transformations-Informationen ohne Geometrie-Ausgabe liefert.

Erklärung

Der Cloner kennt fünf grundlegende Anordnungs-Modi:

Linear – Klone werden entlang einer Achse (X, Y oder Z) in gleichmäßigen Abständen aufgereiht. Offset-Werte, Rotation und Skalierung können global oder per-Klon variiert werden. Nützlich für Reihen, Schienen, Zäune.

Radial – Klone werden kreisförmig um eine Achse angeordnet. Der Radius sowie Start- und Endwinkel sind frei einstellbar. Klassische Anwendung: Kreismenüs, Uhrwerk-Zahnräder, rosetten-förmige Designs.

Gitter (Grid Array) – dreidimensionale Gitter-Anordnung in X, Y und Z mit konfigurierbarer Klonanzahl pro Achse. Erzeugt kubische oder quaderförmige Volumina aus Klonen.

Objekt – Klone werden auf der Oberfläche oder an den Punkten, Kanten oder Polygonen eines Referenz-Objekts verteilt. Ermöglicht organische Verteilungen auf beliebigen Meshes.

Honey-Comb – Waben-förmige 2D-Anordnung in der XZ-Ebene, versetzt wie echte Bienenwaben.

Klon-Eigenschaften: Jeder einzelne Klon erhält von MoGraph intern einen Index (0 bis n-1), der für Effektoren und XPresso-Steuerung genutzt werden kann. Klone können mehrere verschiedene Kind-Objekte enthalten – der Cloner iteriert dann durch die Kinder (Modus: „Iterieren", „Zufällig", „Verteilt").

Instanzen vs. Render-Instances: Im Attribut-Manager kann unter „Render-Instanzen" zwischen normalen Instanzen, Multi-Instances und Render-Only-Instances gewählt werden. Multi-Instances ermöglichen die Darstellung von Millionen von Klonen in Echtzeit, reduzieren jedoch die Effektor-Kompatibilität.

Cloner-Hierarchien: Cloner-Objekte können geschachtelt werden – ein Cloner als Kind eines anderen Cloners erzeugt exponentiell wachsende Klon-Zahlen. Dabei multiplizieren sich die Klonzahlen.

MoGraph-Farbe: Über den Shader-Effektor oder den MoGraph-Cloner-Farb-Modus lassen sich einzelnen Klonen Farben zuweisen, die in Materialien über den „MoGraph Color Shader" ausgelesen werden.

Beispiele

  1. Bücher im Regal: Linear-Modus auf Y-Achse, zufällige Skalierung per Random-Effektor, jeder Klon ist ein anderes Buch-Mesh.
  2. Sonnensystem: Radial-Modus, Planeten als Kind-Objekte, Rotation per Plain-Effektor animiert.
  3. Stadtgitter: Grid-Array mit Gebäude-Meshes, Random-Effektor variiert Höhe und Rotation für organische Wirkung.
  4. Begrünung: Objekt-Modus auf einem Terrain-Mesh, Gras-Halme werden auf der Oberfläche verteilt, Richtung folgt den Polygon-Normalen.
  5. Kugel-Explosion: Klone auf Kugel-Oberfläche, Plain-Effektor fährt sie radial nach außen, Delay-Effektor erzeugt verzögertes Nachlaufen.

In der Praxis

Schritt-für-Schritt:

  1. MoGraph-Menü → Cloner einfügen (Taste: kein Standard-Shortcut, empfohlen: eigene Tastenbelegung)
  2. Objekt per Drag-and-Drop als Kind des Cloners setzen
  3. Attribute-Manager: Modus wählen (z. B. Gitter)
  4. Klonanzahl und Abstände anpassen
  5. MoGraph → Random Effektor hinzufügen, in Cloner-Effektor-Liste ablegen

Wichtige Parameter:

  • Fixier-Klone: Verhindert, dass Klone mitanimiert werden wenn das Cloner-Objekt sich bewegt
  • Effektoren-Tab: Hier müssen Effektoren eingetragen sein – nur dort eingetragene Effektoren wirken
  • Transformationen-Tab: Startwerte für Position, Rotation, Skalierung aller Klone

Fallstricke:

  • Zu viele Klone mit echter Geometrie können den Viewport verlangsamen – ab ~5.000 Klonen Multi-Instances prüfen.
  • Das Renderergebnis von Multi-Instances bei Redshift oder Arnold kann von Standard-Instances abweichen (z. B. bei Motion Blur).
  • Kinder des Cloners, die selbst animiert sind, übertragen ihre Animation auf alle Klone, wenn nicht „Animieren" deaktiviert ist.

Vergleich & Abgrenzung

Cloner vs. Matrix-Objekt: Das Matrix-Objekt liefert ausschließlich Transformations-Daten ohne Geometrie und ist für Effektoren-Berechnungen und VDB/Volume-Workflows gedacht. Es rendert nichts selbst.

Cloner vs. Instance-Objekt: Das normale Instance-Objekt erzeugt eine einzelne Kopie, ist nicht MoGraph-fähig und kennt keine Effektor-Steuerung.

Cloner vs. Blender Array Modifier: Blenders Array-Modifier ist auf lineare/radiale Arrays beschränkt und kennt keine direkte Effektor-Entsprechung. Geometry Nodes bieten vergleichbare Flexibilität, erfordern aber mehr manuelle Konfiguration.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie aktiviere ich das Cloner-Objekt in Cinema 4D? Das Cloner-Objekt befindet sich im MoGraph-Menü der Hauptmenüleiste. Es ist in allen vollständigen Cinema 4D Versionen (Broadcast, Studio, Subscription) enthalten. Per Klick auf „MoGraph → Cloner" wird es in die aktive Szene eingefügt. Anschließend wird das zu klonende Objekt per Drag-and-Drop als Kind darunter gezogen.

Wann nutze ich den Cloner statt manueller Duplikate? Immer wenn mehr als drei gleichartige Objekte verwendet werden sollen, die nach einem System verteilt oder animiert werden. Der Cloner ermöglicht nachträgliche Änderungen an allen Klonen gleichzeitig und integriert sich nahtlos in das Effektor- und Fields-System.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Maxon Dokumentation: „Cloner Object" (docs.maxon.net, 2024)
  • Pillow, Andy: MoGraph Handbook. Maxon Training Series, 2022
  • EJ Hassenfratz: „MoGraph Cloner Deep Dive" (eyedesyn.com, 2023)
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