DaVinci Resolve Speed Editor ist ein dedizierter, tragbarer Hardware-Controller von Blackmagic Design mit Sucher-Jogg-Dial und hardwarebasierten Tastaturkürzeln, der speziell für schnellen Schnitt auf der Cut Page und Edit Page von DaVinci Resolve optimiert ist.
Rubrik: Software & Tools · Unterrubrik: DaVinci Resolve · Niveau: Profi Synonyme / Auch bekannt als: BMD Speed Editor, DaVinci Editor Keyboard; Verbindung: USB-C oder Bluetooth 5.0; Kompatibel mit: DaVinci Resolve 17+ (kostenlose und Studio-Version)
Was ist der DaVinci Resolve Speed Editor?
Der DaVinci Resolve Speed Editor (UVP ca. 320 €) ist ein physischer Hardware-Controller, den Blackmagic Design im Oktober 2020 zusammen mit DaVinci Resolve 17 eingeführt hat. Er ist kleiner und tragbarer als der vollständige DaVinci Resolve Editor Keyboard (ca. 1000 €), das alle Tasten einer vollständigen Tastatur plus Jogg-Dial enthält. Der Speed Editor fokussiert auf die wesentlichsten Schnitt-Funktionen: einen präzisen mechanischen Jogg/Shuttle-Dial für die Frame-genaue Navigation sowie eine Auswahl hardwareoptimierter Schnitttasten. Das Gerät ist mit Bluetooth ausgestattet, sodass es kabellos an einen Laptop angeschlossen werden kann – ideal für den Einsatz im Freien oder am Schnittplatz ohne Kabelsalat.
Erklärung
Physisches Layout und Bedienelemente
Jogg/Shuttle/Scroll-Dial (rechts): Das zentrale Element des Speed Editors ist das mechanische Multi-Modus-Drehrad. Es hat drei Modi, die durch Druck auf das Rad oder durch Umschalttasten gewechselt werden:
- Jogg: Frame-für-Frame-Navigation (präzise, langsame Drehung = einzelne Frames).
- Shuttle: Geschwindigkeitskontrollierte Wiedergabe. Je weiter das Rad gedreht wird, desto schneller die Wiedergabe vorwärts oder rückwärts (1×, 2×, 4×, 8× etc.).
- Scroll: Schnelles Scrollen durch lange Timelines oder den Media Pool.
Der Jogg-Dial ist aus Metall gefertigt und bietet ein taktiles, hochwertiges Feedback – deutlich präziser als das Scrubben mit der Maus.
Physische Tasten (linksseitig): Der Speed Editor hat eine Auswahl von ca. 20 farbcodierten Hardwaretasten für die häufigsten Schnitt-Operationen:
- Source/Timeline: Umschalten zwischen Source-Viewer und Timeline-Viewer.
- In / Out: In- und Out-Punkte setzen.
- Smart Insert: Automatischer intelligenter Einfügeschnitt.
- Append: Clip am Ende der Timeline anhängen.
- Ripple Overwrite: Ripple-Überschreiben.
- Close Up: Automatischer Close-Up-Zoom.
- Place On Top: Clip über der Timeline als B-Roll einlegen.
- Dissolve: Cross Dissolve an aktuellem Schnittpunkt setzen.
- Cut: Harter Schnitt (Split) an der aktuellen Position.
- Delete: Ausgewählten Clip löschen (Ripple-Delete).
- Sync Bin / Source Tape: Umschalten zwischen Sync Bin und Source Tape.
- Esc: Aktuelle Aktion abbrechen.
- Full View / Mark Clip: Clip im Viewer zoomen, Clip markieren.
- Live Overwrite: Overwrite-Modus während der Wiedergabe (Echtzeit-Schnitt).
Verbindungsanschlüsse:
- USB-C für kabelgebundene Verbindung (auch Ladeport).
- Bluetooth 5.0 für kabellose Verbindung (bis ca. 10 Meter Reichweite).
- Integrierter Akku (LiPo, Ladezeit ca. 1 Stunde, Betriebsdauer ca. 8 Stunden).
Integration mit DaVinci Resolve
Der Speed Editor verbindet sich automatisch mit DaVinci Resolve (Version 17 und höher). Kein Treiber notwendig (Plug-and-Play via USB-C oder Bluetooth). DaVinci Resolve erkennt das Gerät und aktiviert automatisch die Hardware-Tastenbelegung für Cut Page und Edit Page.
Wichtig: Der Speed Editor ist für Cut Page und Edit Page optimiert. Auf der Color Page oder Fairlight-Seite sind nur einige allgemeine Navigationstasten aktiv; für Color-Page-Grading bietet Blackmagic andere Controller (DaVinci Resolve Color Panel, Mini Panel).
Live Overwrite – der Kernworkflow
Live Overwrite ist die Killer-Funktion des Speed Editors: Während die Timeline abgespielt wird, kann der Benutzer in Echtzeit auf einen neuen Clip (aus dem Source-Viewer) umschalten, und der Clip wird automatisch an dieser Stelle in die Timeline eingeschrieben. Das entspricht dem klassischen Regie-Switching in einer TV-Regie – aber für Post-Production-Schnitt. Das ergibt einen extrem flüssigen, musikalischen Schnittrhythmus, der mit der Maus so nicht möglich ist.
Ablauf:
- Source Viewer zeigt den nächsten einzufügenden Clip.
- In-/Out-Punkte im Source Viewer setzen (oder nicht, für langen Take).
- Wiedergabe der Timeline starten.
- Zum richtigen Zeitpunkt die Live Overwrite-Taste drücken (gelbe Taste).
- Der Source-Clip beginnt sofort an dieser Stelle in die Timeline einzufließen.
- Cut-Taste drücken, um den Schnitt zu setzen und zur Timeline zurückzukehren.
Unterschied zum DaVinci Resolve Editor Keyboard
| Merkmal | Speed Editor | Editor Keyboard |
|---|---|---|
| Größe | Kompakt (Reiseformat) | Vollgröße (Tischfläche) |
| Bluetooth | Ja | Nein |
| Vollständige Tastatur | Nein | Ja (inkl. alle Buchstaben) |
| Preis | ~320 € | ~1.000 € |
| Zielgruppe | Mobile Cutter, ENG-Schnitt | Studioredakteure |
Beispiele
- Nachrichtenredaktion: Reporter im Außeneinsatz schneidet auf dem Laptop. Speed Editor kabellos per Bluetooth angeschlossen; 3-Minuten-Beitrag in 20 Minuten zusammengestellt.
- Event-Recap: Kamera-Operator kehrt vom Event zurück, steckt USB-C-Kabel zum Aufladen ein und beginnt mit Live-Overwrite den Event-Clip zusammenzustellen.
- Musikvideo: Schnitt nach Musik-Beat: Jogg-Dial zur Frame-genauen Navigation zu Beat-Positionen, dann Cut-Taste für präzisen On-Beat-Schnitt.
- Dokumentar-Erst-Assembly: Cutter fährt mit dem Jogg-Dial durch das Source Tape, setzt In- und Out-Punkte per Hardware-Taste und hängt Clips per Append-Taste hintereinander.
In der Praxis
- Bluetooth-Verbindung priorisieren: Kabellos zu arbeiten ist deutlich ergonomischer. Bluetooth 5.0 ist stabil; nur bei Ladevorgängen auf USB-C wechseln.
- Live Overwrite üben: Live Overwrite fühlt sich zunächst ungewohnt an. Einstieg: Erst mit pausierten Timelines üben (normale Overwrite), dann mit laufender Timeline.
- Source-Tape-Workflow kombinieren: Speed Editor + Source Tape (Cut Page) ist der schnellste Schnittworkflow, den DaVinci Resolve bietet. Beide zusammen lernend einsetzen.
- Ergonomie: Das Gerät ist für die rechte Hand ausgelegt (Jogg-Dial rechts). Für Linkshänder kann die Hand etwas unangenehm verdreht sein; Linkshänder berichten unterschiedliche Erfahrungen.
- DaVinci Resolve Color Panel kombinieren: In professionellen Studios: Speed Editor für die Schnittphase, DaVinci Resolve Mini Panel (Color Page-Controller) für das Color Grading – unterschiedliche Controller für unterschiedliche Seiten.
Vergleich & Abgrenzung
| Merkmal | Speed Editor | Logickeyboard Premiere | Tangent Element |
|---|---|---|---|
| Software-Bindung | DaVinci Resolve exklusiv | Premiere Pro | Multi-App |
| Jogg/Shuttle-Dial | Ja (hochwertig) | Nein | Ja |
| Bluetooth | Ja | Nein | Nein |
| Color-Grading-Support | Eingeschränkt | Nein | Vollständig |
| Live Overwrite | Ja (exklusiv) | Nein | Nein |
| Preis | ~320 € | ~150 € | ~400–600 € |
Häufige Fragen (FAQ)
Funktioniert der Speed Editor auch mit Premiere Pro oder Final Cut Pro? Nein. Der DaVinci Resolve Speed Editor ist ausschließlich für DaVinci Resolve ausgelegt und kommuniziert über ein proprietäres Protokoll. Eine Verwendung mit anderen NLEs ist nicht vorgesehen und nicht möglich.
Kann ich den Speed Editor auch für Color Grading in der Color Page nutzen? Eingeschränkt. Der Speed Editor hat keine Trackballs oder Ringe für Farbräder, wie sie das DaVinci Resolve Mini Panel oder Advanced Panel bieten. Für die Color Page ist der Speed Editor daher kaum sinnvoll nutzbar; er eignet sich ausschließlich für Schnitt-Operationen auf Cut Page und Edit Page.
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Weiterführend
- Blackmagic Design: DaVinci Resolve Speed Editor – Benutzerhandbuch. (2024)
- Blackmagic Design: DaVinci Resolve Referenzhandbuch. (2024)
