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Neural Filters in Photoshop sind eine Sammlung KI-gestützter Filter, die auf Basis von Adobe Sensei maschinellen Lernmodellen komplexe Bildoptimierungen, Porträt-Anpassungen und kreative Effekte mit minimalem manuellem Aufwand ermöglichen.

Rubrik: Software & Tools Deep-Dive · Unterrubrik: Photoshop · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Neural Filters, KI-Filter, Adobe Sensei Filter, Smart Portrait

Was sind Neural Filters?

Neural Filters wurden mit Photoshop 2021 eingeführt und repräsentieren Adobes Vision einer KI-unterstützten Bildbearbeitung. Sie sind eine wachsende Bibliothek von KI-Modellen, die direkt in Photoshop integriert sind und auf Adobe Sensei (Adobes KI-Plattform) basieren. Manche Filter sind lokal gespeichert, andere werden cloud-seitig berechnet und erfordern eine Internetverbindung. Die Sammlung wächst mit jeder Photoshop-Version.

Erklärung

Aufrufen: Filter > Neural Filters öffnet das Neural-Filter-Panel. Nicht installierte Filter müssen zunächst heruntergeladen werden (Cloud-Symbol neben dem Filter-Namen). Das Panel unterscheidet zwischen „Empfohlen", „Beta" und „Warteschleife" (Filter in Entwicklung).

Hauptfilter in Photoshop 2024:

Hautglättung: Glättet Hauttexturen automatisch. Zwei Regler (Weichheit und Glattheit) steuern die Intensität. Geeignet für schnelle Consumer-Porträt-Retusche, aber weniger kontrolliert als manuelle Frequenztrennung. Ausgabe als neue Ebene für nicht-destruktiven Workflow.

Smart Portrait: Bearbeitet Gesichtseigenschaften per Schieberegler: Emotionen (Lächeln, Überraschung, Ärger), Blickrichtung, Kopfhaltung, Altersanpassung, Haarfülle. Die KI generiert dabei neue Bildinformation – kein Liquify-basiertes Verschieben. Besonders nützlich für Anpassen von Blicken, die nicht direkt in die Kamera schauen.

Kolorierung: Konvertiert schwarzweiße Fotos automatisch in Farbbilder. Erkennt Hauttöne, Himmel, Laub usw. und coloriert plausibel. Die Ergebnisse sind beeindruckend für historische Fotos; für professionelle Kolorierung empfiehlt sich manuelle Nacharbeit.

Stil übertragen (Style Transfer): Überträgt den visuellen Stil eines Referenzbildes (aus einer Bibliothek oder eigene Datei) auf das Zielbild – ähnlich dem bekannten Neural Style Transfer-Effekt. Stärke und Detail-Erhalt sind einstellbar.

Rauschreduzierung: Reduziert Bildrauschen, besonders Luminanz-Rauschen bei High-ISO-Aufnahmen. Ausgabe als neue Ebene empfohlen; Intensitäts-Slider steuert den Effekt.

JPEG-Artefakte entfernen: Analysiert JPEG-Kompressionsartefakte und rekonstruiert scharfe Kanten. Besonders hilfreich für stark komprimierte Web-Bilder.

Tiefenschärfe (Depth Blur): Simuliert Bokeh-Hintergrungunschärfe per KI-Tiefenanalyse. Fokuspunkt im Bild wählen, Stärke der Unschärfe einstellen. Ergebnisse variieren je nach Bildkomplexität.

Ausgabeoptionen: Alle Neural Filters können als neue Ebene, als Smart Filter (auf Smart Objects), als aktuelle Ebene oder als neues Dokument ausgegeben werden. Neue Ebene ist für nicht-destruktives Arbeiten immer empfehlenswert.

Beispiele

  1. Portrait-Retusche: Hautglättung als schneller erster Pass vor manueller Frequenztrennung; Smart Portrait für Lächeln-Intensivierung bei geschlossenem Mund.
  2. Produktfotografie: JPEG-Artefakte-Entfernung für Produktbilder, die nur als komprimierte JPEG-Dateien vom Kunden geliefert wurden.
  3. Compositing / Fotomontage: Stil übertragen für kohärenten Look – z. B. alle Composite-Elemente im Farbton eines bestimmten Referenzgemäldes harmonisieren.
  4. Druckvorbereitung: Rauschreduzierung für geprintete Vergrößerungen; Kolorierung historischer Archivfotos für Buchpublikationen.
  5. Social Media / Web: Tiefenschärfe-Filter für Portraits, die ohne Linsenbokeh aufgenommen wurden; schnelle Vintage-Kolorierung für nostalgische Kampagnen.

In der Praxis

Neural Filters öffnen: Filter > Neural Filters (kein Standard-Shortcut; kann über Aktionen automatisiert werden)

Workflow-Empfehlung:

  1. Bild als Smart Object konvertieren (nicht alle Neural Filters unterstützen Smart Filter nativ)
  2. Neural Filter öffnen, gewünschten Filter aktivieren
  3. In der Ausgabeoption „Neue Ebene" wählen
  4. OK – Ergebnis als separate Ebene im Ebenen-Stack
  5. Maske auf der Ergebnis-Ebene für selektive Wirkung hinzufügen

Offline vs. Online: Cloud-basierte Filter benötigen Internetverbindung und Creative-Cloud-Authentifizierung. Lokale Filter (z. B. JPEG-Artefakte entfernen) funktionieren offline nach dem Download.

Vergleich & Abgrenzung

Neural Filters vs. Manuelle Retusche (Frequenztrennung): Neural Filters sind schneller und einfacher, aber weniger präzise kontrollierbar. Professionelle Beauty-Retusche erfordert weiterhin manuellen Eingriff. Vs. Generative Fill: Neural Filters transformieren das vorhandene Bild; Generative Fill erzeugt vollständig neuen Bildinhalt via Textprompt. Beide sind KI-gestützt, aber für unterschiedliche Anwendungsfälle. Vs. Lightroom KI-Werkzeuge: Lightroom bietet KI-gestützte Denoise und Maskierung im RAW-Entwicklungsworkflow; Neural Filters sind die Photoshop-seitige Erweiterung dieser KI-Funktionalität.

Häufige Fragen (FAQ)

Warum dauert die Verarbeitung mancher Neural Filters so lange? Cloud-basierte Neural Filters werden auf Adobe-Servern berechnet. Verarbeitungszeit hängt von Bildgröße, Serverauslastung und Internetgeschwindigkeit ab. Lokale Filter (nach dem Download) laufen schneller, da die Berechnung auf dem eigenen Rechner stattfindet. Eine leistungsstarke GPU beschleunigt die lokalen Filter erheblich (GPU-Beschleunigung in den Photoshop-Einstellungen aktivieren).

Sind Neural Filters-Ergebnisse kommerziell nutzbar? Ja, Neural Filters verarbeiten vorhandene Bildinhalte und erzeugen keine urheberrechtlich relevanten neuen Werke (im Gegensatz zu Generative Fill). Die Nutzung unterliegt den allgemeinen Creative-Cloud-Lizenzbedingungen. Da die Filter Cloud-Verarbeitung nutzen, werden Bilddaten temporär an Adobe-Server übertragen – bei vertraulichen Projektdaten datenschutzrechtliche Aspekte prüfen.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Adobe Photoshop Benutzerhandbuch – helpx.adobe.com/de/photoshop
  • Adobe Sensei Dokumentation – adobe.com/sensei
  • Online: Adobe Learn – „Neural Filters" (helpx.adobe.com)
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