BMP (Windows Bitmap oder Device Independent Bitmap, DIB) ist ein von Microsoft für Windows entwickeltes, weitgehend unkomprimiertes Rasterbildformat, das seit 1988 zum Windows-Betriebssystem gehört und Bilddaten pixelgenau ohne Kompressionsartefakte speichert.
Rubrik: Ausgabeformate & Technische Standards · Unterrubrik: Bild-Dateiformate · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: .bmp, .dib, Windows Bitmap, Device Independent Bitmap, DIB
Was ist BMP?
BMP wurde von Microsoft als natives Bildformat für Windows entwickelt und ist seit Windows 1.0 (1985) Bestandteil des Betriebssystems. Das Format speichert Bilddaten in einer einfachen, strukturierten Form: Header mit Metadaten (Breite, Höhe, Farbtiefe), gefolgt von den Pixeldaten – zeilenweise, von unten nach oben gespeichert (Besonderheit des BMP-Formats).
BMP ist technisch schlicht: Es gibt keine aufwendige Kompressionslogik, keine Metadaten-Unterstützung, keine ICC-Farbprofile und (standardmäßig) keine Transparenz. Diese Einfachheit war in der frühen PC-Ära ein Vorteil – BMP konnte von einfacher Hardware schnell gelesen und geschrieben werden. Heute ist die fehlende Kompression ein erheblicher Nachteil: Eine 1920×1080-Pixel-BMP-Datei benötigt ca. 6 MB; die gleiche Szene als PNG ca. 1–3 MB, als JPEG (Q85) ca. 400 KB.
Technische Eigenschaften
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Kompressionstyp | Meist unkomprimiert; RLE (Run-Length Encoding) optional |
| Farbtiefe | 1, 4, 8, 16, 24, 32 Bit pro Pixel |
| Farbmodelle | RGB (Windows-Farbmodell), Indiziert |
| Transparenz | Eingeschränkt (Alpha-Kanal in 32-Bit-BMP möglich) |
| Animation | Nein |
| ICC-Farbprofile | Nein (Standard); v4 und v5 unterstützen eingebettete Profile |
| Maximale Auflösung | 65.535 × 65.535 Pixel (technisch) |
| Metadaten | Minimal (nur technische Bildinformationen) |
| Browser-Support | Alle Windows-Browser; Safari, Chrome eingeschränkt |
Kompression in BMP: BMP unterstützt optional RLE-Kompression (Run-Length Encoding) für 4-Bit- und 8-Bit-Bilder. Diese einfache verlustfreie Kompression speichert aufeinanderfolgende gleiche Pixel kompakter. Bei Fotografien (viele unterschiedliche Pixelwerte) bringt RLE kaum Ersparnis; bei einfachen Grafiken mit großen Flächen gleicher Farbe kann es 30–50% einsparen.
Dateigröße-Vergleich (1920×1080 px, 24-Bit-Farbe):
- BMP unkomprimiert: ca. 6,2 MB
- PNG verlustfrei: ca. 1–3 MB
- TIFF unkomprimiert: ca. 6,2 MB (ähnlich wie BMP)
- JPEG Q85: ca. 400 KB
- WebP: ca. 280 KB
Einsatzgebiete
- Windows-Systemgrafiken und Wallpaper: BMP war das native Format für Windows-Desktop-Hintergrundbilder bis Windows XP. Systemressourcen wie Cursors und Splash-Screens nutzten BMP.
- Ältere Windows-Anwendungen: Viele ältere Windows-Programme akzeptieren nur BMP für Icons, Toolbar-Grafiken und andere UI-Elemente. In der Embedded-Software-Entwicklung ist BMP noch für einfache Displays im Einsatz.
- Druckmedizinische und wissenschaftliche Anwendungen: Einige ältere medizinische Geräte und Analysesoftware nutzen BMP als einfaches Austauschformat, da die Einfachheit des Formats die Implementierung minimiert.
- Faxsoftware und Scanner (historisch): Frühe Scanner gaben oft BMP aus; Faxsoftware nutzte monochromes BMP (1 Bit/Pixel) für Fax-Bilder.
- Pixel-Art und Retro-Grafiken: In der Pixel-Art-Community wird BMP gelegentlich für präzise, unkomprimierte Pixel-Grafiken genutzt, bei denen keine Kompressionsartefakte auftreten dürfen.
In der Praxis
Windows Paint / Paint.NET:
- BMP ist der native Export in Microsoft Paint
- Datei > Speichern als > BMP: Farbtiefe wählen (24-Bit empfohlen)
Adobe Photoshop:
- Datei > Speichern als > BMP: Farbtiefe, Kanäle, Zeilenreihenfolge wählen
- Für Windows: „Windows" als Dateimodus; für macOS älter: „OS/2"
- Nutzungsempfehlung: Nur wenn explizit BMP gefordert; sonst PNG verwenden
GIMP:
- Datei > Exportieren als > .bmp: Alle BMP-Optionen verfügbar
Konvertierung weg von BMP:
- BMP zu PNG: Verlustfrei und deutlich kleinere Dateien – immer sinnvoll
- Batch-Konvertierung in Windows: IrfanView (kostenlos) unterstützt Batch-Konvertierung
- Kommandozeile:
convert input.bmp output.png(ImageMagick)
Vergleich & Abgrenzung
| Kriterium | BMP | PNG | TIFF | JPEG |
|---|---|---|---|---|
| Kompression | Keine/RLE | Verlustfrei | Verlustfrei (opt.) | Verlustbehaftet |
| Dateigröße | Sehr groß | Mittel | Groß | Klein |
| Transparenz | 32-Bit möglich | Vollständig | Ja | Nein |
| Farbtiefe | Bis 32 Bit | Bis 48 Bit | Bis 96 Bit | 8 Bit |
| Web-Support | Eingeschränkt | Universal | Nein | Universal |
| Metadaten | Minimal | Eingeschränkt | Vollständig | EXIF |
Wann BMP verwenden: Nur wenn explizit verlangt (Legacy-Software, bestimmte Embedded-Systeme). Für alle anderen Zwecke bietet PNG verlustfreie Qualität bei deutlich kleinerer Dateigröße.
Häufige Fragen (FAQ)
Warum ist BMP so groß? BMP speichert standardmäßig jeden Pixel als kompletten RGB-Wert ohne jegliche Kompression. Bei einem 1920×1080-Pixel-Bild mit 24-Bit-Farbe sind das 1.920 × 1.080 × 3 Bytes = ca. 6,2 MB rohe Daten. PNG komprimiert dieselben Daten verlustfrei auf 1–3 MB, JPEG reduziert das durch verlustbehaftete Kompression auf 200–600 KB. BMP ist daher für praktisch alle modernen Anwendungen durch bessere Formate ersetzt worden.
Gibt es BMP mit Transparenz? Ja, 32-Bit-BMP speichert einen 8-Bit-Alpha-Kanal. Diese Variante wird jedoch nicht von allen Programmen korrekt unterstützt und ist selten anzutreffen. Für Transparenz im Web ist PNG die klar bessere und universal unterstützte Wahl.
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Weiterführend
- Microsoft (1992): Device Independent Bitmap (DIB) Format Specification. Microsoft Developer Network.
- Online: Microsoft Docs – BMP File Format –
- Online: Library of Congress – BMP als Langzeitformat –
