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Fotograf/in ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf im Handwerk sowie ein Studienfeld an Kunsthochschulen und Fachhochschulen, das auf die professionelle Herstellung und Nachbearbeitung von Fotografien ausrichtet.

Rubrik: Berufsfelder & Berufsbilder · Unterrubrik: Ausbildungswege · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Berufsfotograf, Fotodesigner, Fotojournalist (spezialisiert), Bildredakteur


Was ist die Fotografen-Ausbildung?

Fotografie lässt sich in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf verschiedenen Wegen erlernen: als klassische Handwerksausbildung, über eine Fachschule oder im Rahmen eines Hochschulstudiums. Welcher Weg der richtige ist, hängt von der angestrebten Tätigkeit, dem vorhandenen Schulabschluss und dem gewünschten Schwerpunkt (technisch vs. künstlerisch) ab.


Erklärung: Die verschiedenen Ausbildungswege

1. Duale Berufsausbildung: Fotografin / Fotograf (HWK)

Die klassische Ausbildung ist ein anerkannter Handwerksberuf, der von der Handwerkskammer (HWK) geregelt wird.

MerkmalDetail
Dauer3 Jahre
SchulabschlussHauptschulabschluss (in der Praxis meist Mittlere Reife)
AbschlussGesellenbrief (HWK)
Vergütung (Ø)1. Lj.: ca. 550–700 €, 3. Lj.: ca. 750–900 €

Inhalte:

  • Fotografische Grundlagen (Belichtung, Schärfe, Bildaufbau)
  • Studio- und Außenaufnahmen, Blitzlicht
  • Bildbearbeitung (Adobe Lightroom, Photoshop)
  • Laborarbeit (Analog, Dunkelkammer) – je nach Betrieb
  • Kundenberatung und Bestellannahme
  • Kalkulation, Geschäftskorrespondenz

Spezialisierungen im Ausbildungsbetrieb:

  • Porträt- und Hochzeitsfotografie
  • Werbe- und Produktfotografie
  • Reportage und Dokumentation
  • Architekturfotografie

Meisterprüfung: Nach der Gesellenprüfung und mehrjähriger Berufserfahrung kann die Meisterprüfung abgelegt werden, die zur Ausbildung eigener Lehrlinge berechtigt.

2. Fachschule für Fotografie

In Deutschland gibt es spezialisierte Berufsfachschulen und Fachschulen, die Vollzeitausbildungen in Fotografie anbieten. Bekannte Institute:

  • Lette-Verein Berlin – Fotodesign, 2 Jahre Vollzeit
  • Fachschule für Gestaltung München – Fotografie, 2 Jahre
  • Akademie für Fotografie Berlin – diverse Programme
  • Lazi Akademie Esslingen – Fotodesign und Mediengestaltung, staatlich anerkannt

Diese Programme schließen mit einem staatlichen Abschluss als Fotodesigner/in oder Ähnlichem ab und haben teils höhere gestalterische Ansprüche als die HWK-Ausbildung.

3. Studium: Fotodesign und Photography

An Fachhochschulen und Kunsthochschulen kann Fotografie als Haupt- oder Nebenfach studiert werden.

Ausgewählte Hochschulen (DACH):

HochschuleStudiengangAbschlussOrt
HS MünchenFotodesignBA/MAMünchen
FH DortmundFotojournalismus / DokumentarfotografieBADortmund
HS BielefeldFotografieBA/MABielefeld
OstkreuzschulePhotographyBA (kooperativ)Berlin
FH VorarlbergMediengestaltung (Fotografie)BADornbirn (AT)
ZHdKFotografieBA/MAZürich (CH)

Studieninhalte Studium:

  • Konzeptionelle und künstlerische Fotografie
  • Fototheorie und Fotogeschichte
  • Digitale und analoge Produktionsverfahren
  • Kuratieren und Präsentieren
  • Projektentwicklung und künstlerische Forschung

Zulassung: Fast alle Hochschulen verlangen ein Aufnahmeportfolio (15–20 Arbeiten) sowie ein Eignungsgespräch. NC spielt eine untergeordnete Rolle. Mehr dazu: Portfolioaufnahme für Kunsthochschulen.


Beispiele: Tätigkeitsfelder nach der Ausbildung

  • Portraitfotografie: Bewerbungsfotos, Hochzeitsreportagen, Familienportraits
  • Werbe- und Produktfotografie: Kataloge, Food-Fotografie, Modefotografie
  • Pressefotografie / Fotojournalismus: Nachrichtenfotografie, Dokumentation
  • Architekturfotografie: Immobilien, Innenarchitektur, Industriefotografie
  • Bildredaktion: Auswahl und Bearbeitung von Fotos für Verlage und Agenturen

In der Praxis

Selbständigkeit: Ein Großteil der Berufsfotografen arbeitet freiberuflich oder als Einzelunternehmer. Der Markteinstieg erfordert den Aufbau eines professionellen Portfolios, eines Kundenstamms und Kenntnisse im Bereich Selbstvermarktung und Preiskalkulation.

Technikwandel: Die Branche hat sich durch Digitalkameras, Smartphones mit hochauflösenden Kameras und KI-basierte Bildbearbeitung stark gewandelt. Spezialisierung und ein unverwechselbarer Stil sind heute wichtiger als reine technische Kompetenz.

Verdienstmöglichkeiten: Angestellte Fotografen verdienen je nach Branche 2.000–3.500 € brutto/Monat. Freiberufliche Tagessätze liegen zwischen 400 und 2.000 €, stark abhängig von Spezialisierung und Auftragslage.


Vergleich & Abgrenzung

WegDauerSchwerpunktAbschluss
Duale Ausbildung (HWK)3 JahreHandwerklich-technischGesellenbrief
Fachschule2 JahreGestalterischStaatl. Abschluss
FH-Studium3–4 JahreKonzeptionell-künstlerischBachelor of Arts
Kunsthochschule4–5 JahreKünstlerisch-forschendDiplom / BFA / MFA
Online-Kurs / BootcampVariabelPraktischZertifikat

Für den Einstieg in die Berufsfotografie reicht oft die duale Ausbildung. Für eine akademische oder stark konzeptionelle Karriere (Kunstfotografie, Lehre, Kuration) empfiehlt sich das Studium.


Häufige Fragen (FAQ)

Braucht man ein teures Studium, um Fotograf zu werden? Nein. Die duale Ausbildung ist ein vollwertiger und anerkannter Einstieg. Talent, Portfolio und Netzwerk sind oft entscheidender als der Abschluss.

Ist Fotografie ein sicherer Beruf? Die Branche ist kompetitiv. Sicherheit bieten spezialisierte Nischen (z. B. medizinische Fotografie, Industriefotografie) oder eine Festanstellung bei Agenturen, Verlagen oder Unternehmen.

Kann man Fotografie ohne Ausbildung lernen? Ja. Viele erfolgreiche Fotografen sind Autodidakten. Für bestimmte Aufgaben (z. B. Unterrichtstätigkeit, Gesellenausbildung) ist ein formaler Abschluss jedoch notwendig.

Welche Software muss man können? Adobe Lightroom und Photoshop sind Industriestandards. Für Werbeproduktionen kommen Capture One und Tethered Shooting dazu.


Verwandte Einträge


Weiterführend

  • Zentralverband des Deutschen Fotohandwerks (ZVF): Berufsverband, Ausbildungsinfos unter fotoinnung.de
  • BIBB Datenbank: Ausbildungsordnung Fotograf/in (Handwerk)
  • Deutsche Fotografische Akademie (DFA): Seminare und Weiterbildungen
  • Freelens: Berufsverband für Pressefotografen
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