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Mediengestalter/in für Digital und Print ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf, der gestalterische und technische Fähigkeiten für die Produktion von Printmedien (Broschüren, Anzeigen, Verpackungen) und digitalen Medien (Websites, Apps, Social Media) kombiniert.

Rubrik: Berufsfelder · Unterrubrik: Design-Berufe · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Mediengestalter/in D&P, MediengestalterIn, früher: Schriftsetzer/in oder Lithograf/in (historische Vorgänger)

Was ist Mediengestalter/in für Digital und Print?

Die dreijährige duale Ausbildung zum/zur Mediengestalter/in für Digital und Print ist einer der zentralen Einstiegsberufe in der Medien- und Designbranche. Absolvent/innen sind in der Lage, Medienprodukte eigenverantwortlich von der gestalterischen Konzeption über die Druckvorstufe bis zur digitalen Ausgabe zu erstellen. Der Beruf ist nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) geregelt und wird bei der IHK abgeschlossen.

Erklärung

Ausbildungsstruktur: Die Ausbildung ist dual aufgebaut: Betrieb (3–4 Tage pro Woche) und Berufsschule (1–2 Tage). Der Ausbildungsrahmenplan sieht folgende Schwerpunkte vor:

  • Gestaltung: Typografie, Farblehre, Bildgestaltung, Layout
  • Druckvorstufe: Preflight, Farbmanagement (ICC-Profile), Druckdatenaufbereitung, Satzregeln
  • Digitalmedien: HTML/CSS-Grundlagen, Webdesign-Grundlagen, digitale Bildbearbeitung, Videogrundlagen
  • Fachrichtungswahl: Im dritten Ausbildungsjahr wählen Auszubildende eine Fachrichtung: Gestaltung und Technik (Print-Fokus), Konzeption und Visualisierung (kreativ-strategisch) oder Beratung und Planung (Projektkommunikation)

Typische Ausbildungsbetriebe: Druckereien, Medienagenturen, Werbeagenturen, Verlage, Inhouse-Kommunikationsabteilungen, Webagenturen.

Softwarestandard: Adobe InDesign, Adobe Illustrator, Adobe Photoshop sind Pflichtbestandteile jeder Ausbildung. Zunehmend kommen Figma (UI-Design), Dreamweaver oder VS Code (Webentwicklung) sowie Premiere Pro (Video) hinzu.

Karrierewege nach der Ausbildung: Die IHK-Ausbildung ist ein solider Sprungbrett für folgende Entwicklungen:

  • Direkt in den Beruf als Junior Designer oder Medienproduktioner/in
  • Weiterbildung zum/zur Medienfachwirt/in (IHK) oder Mediaberater/in
  • Studium: Viele Hochschulen (FH) rechnen die Ausbildung auf das Designstudium an (z. B. Abkürzung um 2 Semester)
  • Spezialisierung: Druckvorstufe, Web, UX/UI, Motion Design

Gehaltsspanne: Ausbildungsvergütung: ca. 600–1.000 Euro monatlich (branchenabhängig, tariflich geregelt durch ver.di-Medientarife). Nach Ausbildungsabschluss als Junior Mediengestalter/in: 1.800–2.400 Euro brutto. Mit mehrjähriger Erfahrung und Spezialisierung: 2.500–3.500 Euro.

Relevante Verbände: IHK (Prüfungsinstanz), ver.di (Gewerkschaft), AGD Allianz Deutscher Designer (für spätere freiberufliche Arbeit), BVDM Bundesverband Druck und Medien.

Beispiele

  • Gestaltung und Produktion einer Unternehmensbroschüre (Layout in InDesign, Druckdatenaufbereitung, Preflight, PDF/X-4-Export)
  • Aufbau einer einfachen Website für eine lokale Veranstaltungsreihe (HTML/CSS, Bilder optimieren, Responsive Grundlagen)
  • Erstellung eines Social-Media-Content-Pakets (Formate für Instagram, LinkedIn, Stories – aus Corporate-Design-Vorlage)
  • Aufbereitung von Anzeigenmaterial für Druck (Auflösungsprüfung, Farbmodus CMYK, Beschnitt und Randanschnitt)

In der Praxis

Typischer Berufsalltag: Ein typischer Arbeitstag umfasst: Kundengespräche (bei Agenturen), Layoutarbeiten in InDesign oder Illustrator, Bildbearbeitung in Photoshop, Datenprüfung und Preflight vor Druckausgabe sowie gelegentlich Webpflege oder Social-Media-Content-Erstellung. In Druckereien liegt der Schwerpunkt auf Druckdatenaufbereitung und Qualitätskontrolle; in Agenturen auf gestalterischer Vielfalt.

Abschluss und Prüfung: Die IHK-Abschlussprüfung umfasst einen gestaltungspraktischen Teil (Entwurf und Reinzeichnung einer Aufgabe), einen Fachkunde-schriftlichen Teil sowie ggf. eine praktische Prüfung. Gesamtnote aus Zwischen- und Abschlussprüfung.

Vergleich & Abgrenzung

Der/die Mediengestalter/in unterscheidet sich vom/von der Grafikdesigner/in (Hochschulabschluss) vor allem durch den Ausbildungsweg: IHK-Ausbildung statt Studium. In der Praxis überschneiden sich die Tätigkeitsfelder stark. Gegenüber dem/der Druckvorlagenersteller/in ist die Ausbildung breiter, auch digital ausgerichtet. Im Vergleich zu Communication Designer/innen ist der konzeptionell-strategische Anteil geringer – der Fokus liegt auf sicherer Ausführung.

Häufige Fragen (FAQ)

Kann ich nach der Ausbildung studieren? Ja. Viele Hochschulen für Design und Medien bieten Direkteinstieg oder Quereinstieg für Absolventen der Mediengestalter-Ausbildung an, oft mit verkürzter Regelstudienzeit.

Welche Fachrichtung soll ich wählen? Das hängt von den eigenen Stärken ab: Wer kreativ-konzeptuell arbeiten möchte, wählt Konzeption und Visualisierung; wer technisch und präzise denkt, Gestaltung und Technik; wer Projektsteuerung und Kundenkommunikation liebt, Beratung und Planung.

Ist die Ausbildung noch zeitgemäß? Ja. Die duale Ausbildung wurde 2020 modernisiert (Digitalisierungsanteil erhöht) und bleibt ein anerkannter Einstieg in Medien- und Designberufe.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF): Ausbildungssteckbrief Mediengestalter/in Digital und Print. bibb.de, 2023.
  • IHK: Rahmenlehrplan und Prüfungsrichtlinien. ihk.de.
  • Böhringer, Joachim; Bühler, Peter; Schlaich, Patrick: Kompendium der Mediengestaltung. Springer Vieweg, 7. Aufl. 2021.
  • BVDM Bundesverband Druck und Medien: Brancheninformationen. bvdm-online.de.
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