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Werbegrafiker/innen gestalten Anzeigen, Plakate, Prospekte, Verpackungen und Online-Werbung, also alles, womit Unternehmen ihre Produkte sichtbar machen. Die Bezeichnung ist älter; heute heißt der Beruf meist Grafikdesigner/in oder Kommunikationsdesigner/in, der Weg führt über Grafik- und Kommunikationsdesign oder die Mediengestaltung, und der Median liegt laut Entgeltatlas je nach Niveau zwischen 3.415 und 4.149 Euro brutto im Monat.

Rubrik: Berufsfelder & Berufsbilder · Unterrubrik: Design-Berufe · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Werbegrafikerin, Grafiker/in für Werbung, Werbegestalter/in, Gebrauchsgrafiker/in (historisch), Kommunikationsdesigner/in (heute)

Was macht ein Werbegrafiker?

Ein Werbegrafiker oder eine Werbegrafikerin übersetzt eine Werbebotschaft in Bild und Schrift. Früher entstanden Plakate, Anzeigen und Prospekte von Hand, mit Reinzeichnung, Fotosatz und Montage. Heute arbeiten Werbegrafiker/innen am Rechner und gestalten zusätzlich Banner, Social-Media-Motive, Websites und kurze Animationen.

Der Begriff Werbegrafiker/in wird noch verwendet, vor allem in Stellenanzeigen kleinerer Betriebe und in der Umgangssprache. In Agenturen und in der amtlichen Statistik heißen die Tätigkeiten heute Grafikdesign, Kommunikationsdesign oder Mediengestaltung. Im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit führt die Suche nach „Werbegrafik“ zu „Designer/in (Ausbildung), Grafik“, „Computergrafiker/in“ und zu den Vorgängerberufen der Mediengestaltung.

Erklärung: Aufgaben im Alltag

  • Anzeigen und Plakate: Layout, Bildauswahl, Headline, Logo und Pflichtangaben.
  • Print-Werbemittel: Flyer, Prospekte, Kataloge, Verpackungen, Messewände.
  • Digitale Werbung: Banner, Social-Media-Grafiken, Newsletter, Landingpages.
  • Kampagnen adaptieren: ein Motiv auf viele Formate übertragen.
  • Druckdaten: Farbprofile, Beschnitt, Auflösung, Abstimmung mit Druckereien.
  • Abstimmung: mit Art Direction, Text, Kundenberatung und Kund/innen.

In kleinen Werbeagenturen und Druckereien übernehmen Werbegrafiker/innen oft alles vom Entwurf bis zur Druckvorlage. In größeren Agenturen sind die Rollen geteilt: Art Directors entwickeln die Idee, Grafiker/innen setzen sie um, Reinzeichner/innen erstellen die finalen Daten.

Woher die Bezeichnung kommt

Werbegrafik war über Jahrzehnte der gängige Name für Gestaltung in der Werbung, daneben gab es den Begriff Gebrauchsgrafik. Für die Ausbildung in Betrieben gab es den Beruf Werbe- und Medienvorlagenhersteller/in. Laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ging dieser Beruf 1998 zusammen mit Schriftsetzer/in, Reprohersteller/in, Reprograf/in und Fotogravurzeichner/in im neuen Beruf Mediengestalter/in für Digital- und Printmedien auf. Seitdem führen vor allem die Mediengestaltung und schulische oder akademische Ausbildungen in Grafik- und Kommunikationsdesign in den Beruf.

Werbegrafiker/in werden: Ausbildung und Wege

Schulische Ausbildung an einer Berufsfachschule für Gestaltung: Grafik- und Kommunikationsdesign, zwei bis drei Jahre Vollzeit, mit Konzept, Kampagne, Typografie und Layout.

Duale Ausbildung Mediengestalter/in Digital und Print: drei Jahre in Agentur, Druckerei oder Unternehmen und Berufsschule; seit 2023 mit vier Fachrichtungen, darunter Designkonzeption.

Designstudium an einer Hochschule: Kommunikationsdesign oder Visuelle Kommunikation, meist mit Fachabitur oder Abitur und Mappe.

Ausbildung an der Lazi Akademie

Wer Werbung gestalten will, findet an der Lazi Akademie in Esslingen am Neckar die staatlich anerkannte Ausbildung in Grafik- und Kommunikationsdesign. In drei Jahren Vollzeit entstehen Corporate Designs, Flyer, Websites, Anzeigen und ganze Kampagnen, im Schwerpunkt Konzept und Kampagne geht es von der Briefing-Analyse bis zum Pitch. Unterrichtet wird von Dozent/innen aus Design- und Werbeagenturen, Voraussetzung ist die Mittlere Reife. Bewerben kannst du dich direkt über die Fachbereichsseite.

Gehalt: Was verdient ein Werbegrafiker?

Einen eigenen Eintrag „Werbegrafiker/in“ hat der Entgeltatlas nicht. Die passenden Werte (Datenstand 2025, brutto im Monat, Vollzeit):

  • Designer/in (Ausbildung), Grafik, Fachkraft: Median 3.813 Euro, mittlere Hälfte 3.094 bis 4.873 Euro.
  • Gestalter/in Grafikdesign, Spezialist/in: Median 4.149 Euro, mittlere Hälfte 3.319 bis 5.344 Euro.
  • Mediengestaltung Digital und Print, Fachkraft: Median 3.415 Euro, unter 25 Jahren 2.757 Euro.

Freie Werbegrafiker/innen können sich über die Künstlersozialkasse versichern. Deren Versicherte im Bereich Bildende Kunst und Design meldeten zum 01.01.2026 ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 21.100 Euro. Mehr Zahlen stehen im Eintrag Grafikdesigner Gehalt.

Voraussetzungen und Skills

  • Gestaltung: Layout, Typografie, Farbe, Bildsprache.
  • Werbewirkung: Was fällt auf, was bleibt im Kopf, was überzeugt?
  • Software: InDesign, Illustrator, Photoshop, dazu Figma und einfache Animation.
  • Druckwissen: Farbräume, Beschnitt, Papiere, Veredelung.
  • Tempo und Sorgfalt: Werbung hat feste Termine, Fehler im Druck sind teuer.

Beispiele

  • Beispiel 1, Handel: Ein Werbegrafiker gestaltet den wöchentlichen Prospekt eines regionalen Supermarkts.
  • Beispiel 2, Kampagne: Eine Werbegrafikerin adaptiert ein Kampagnenmotiv auf Plakat, Anzeige und zwölf Bannerformate.
  • Beispiel 3, Handwerk: Ein Werbegrafiker entwickelt Fahrzeugbeschriftung und Flyer für einen Malerbetrieb.
  • Beispiel 4, Social Media: Eine Werbegrafikerin erstellt Vorlagen für die Instagram-Kanäle eines Modehauses.
  • Beispiel 5, Druckerei: Ein Werbegrafiker setzt in einer Druckerei Kundendateien druckfertig um.

In der Praxis

Wer heute eine Stelle als Werbegrafiker/in sucht, sollte auch nach „Grafikdesigner/in“, „Mediengestalter/in“ und „Kommunikationsdesigner/in“ suchen, denn die Anzeigen verwenden alle diese Begriffe. Im Portfolio sollten Print und Digital vorkommen, dazu mindestens eine Kampagne mit mehreren Formaten. Viele Stellen verlangen zusätzlich Grundkenntnisse in Bewegtbild für Social Media.

Berufsaussichten

Werbung bleibt ein großer Arbeitsmarkt für Gestalter/innen. Verschoben hat sich der Schwerpunkt von Print zu Digital, und viele Unternehmen beschäftigen eigene Grafiker/innen statt nur Agenturen. Wer Werbegrafiker/in werden will, sollte Print beherrschen und digital denken: Formate, Animation, schnelle Varianten für Tests.

Vergleich & Abgrenzung

MerkmalWerbegrafiker/inGrafikdesigner/in
BezeichnungÄlter, umgangssprachlichHeute üblich
SchwerpunktWerbung und VerkaufsförderungWerbung, Marken, Editorial, Digital
AusbildungWie Grafikdesign oder MediengestaltungBerufsfachschule, Studium, Mediengestaltung
StatistikKein eigener EintragMehrere Einträge im Entgeltatlas

Ausführlich beschreibt den heutigen Beruf der Eintrag Grafikdesigner/in werden: Ausbildung, Wege und Gehalt. Für die finale Datenerstellung siehe Reinzeichner/in: Aufgaben, Ausbildung und Gehalt.

Häufige Fragen

Gibt es den Beruf Werbegrafiker noch? Die Tätigkeit gibt es, die Bezeichnung ist aber älter. Heute heißt der Beruf meist Grafikdesigner/in, Kommunikationsdesigner/in oder Mediengestalter/in.

Welche Ausbildung braucht ein Werbegrafiker? Üblich sind eine schulische Ausbildung in Grafik- und Kommunikationsdesign, die duale Ausbildung zum/zur Mediengestalter/in Digital und Print oder ein Studium in Kommunikationsdesign.

Was verdient ein Werbegrafiker? Einen eigenen Wert gibt es nicht. Schulisch ausgebildete Grafikdesigner/innen verdienen laut Entgeltatlas im Median 3.813 Euro, Gestalter/innen Grafikdesign auf Spezialistenniveau 4.149 Euro brutto im Monat.

Was ist der Unterschied zwischen Werbegrafiker und Mediengestalter? Mediengestalter/in Digital und Print ist ein dualer Ausbildungsberuf mit IHK-Abschluss. Werbegrafiker/in ist eine Berufsbezeichnung für Gestaltung in der Werbung, die über verschiedene Ausbildungen erreicht wird.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Bundesinstitut für Berufsbildung (2003): Evaluation des Berufes Mediengestalter/in für Digital- und Printmedien, Zweiter Zwischenbericht zum Forschungsprojekt 4.2012. bibb.de
  • Bundesinstitut für Berufsbildung (2023): Ausbildungsberuf Mediengestalter/-in Digital und Print modernisiert, Pressemitteilung 14/2023. bibb.de
  • Bundesagentur für Arbeit (2026): Entgeltatlas, Berufe „Designer/in (Ausbildung), Grafik“, „Gestalter/in Grafikdesign“, „Druckvorlagenhersteller/in“, Datenstand Entgeltatlas 2025, abgerufen November 2026. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas
  • Künstlersozialkasse (2026): KSK in Zahlen, Durchschnittseinkommen der Versicherten zum 01.01.2026. kuenstlersozialkasse.de
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