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App Designer ist ein Spezialist für das Design nativer und hybrider mobiler Anwendungen, der die Besonderheiten der jeweiligen Plattform (Apples Human Interface Guidelines für iOS, Googles Material Design für Android) mit Nutzerbedürfnissen und Geschäftszielen verbindet.

Was macht ein:e App Designer?

Mobile App Design unterscheidet sich von Web-Design in wesentlichen Punkten: kleinere Bildschirme, Touch-Interaktion, Plattform-Konventionen, Hardware-Features (Kamera, GPS, Sensoren) und Offline-Szenarien machen es zu einem eigenständigen Disziplin.

Kernaufgaben:

  • Plattform-Research: Verständnis von Human Interface Guidelines (Apple) und Material Design 3 (Google) sowie deren jeweiligen Unterschieden.
  • User Flow Design: Abbildung aller Nutzerreisen innerhalb der App – von Onboarding über Kernfunktionen bis hin zu Fehlerzuständen.
  • Wireframing & Prototyping: Erstellen von App-Mockups mit korrekten Abmessungen (iPhone-Größen, Android-Geräteklassen), Touch-Targets (min. 44×44 pt nach Apple) und Safe Areas.
  • Component Design: Aufbau von App-spezifischen Komponenten (Tab Bars, Navigation Stacks, Bottom Sheets, Cards) in Figma.
  • Interaction Design: Swipe-Gesten, Pull-to-Refresh, Transitions, Haptic Feedback – die Qualität mobiler Interaktion ist oft entscheidend für App Store Bewertungen.
  • App Store Assets: Erstellung von App-Icons, Screenshots und Previews für App Store Connect und Google Play Console.
  • Übergabe an Entwickler: Handoff via Figma Dev Mode oder Zeplin, Klärung von Animationen, Übergangspfaden und Plattform-Spezifika.

Ausbildung & Einstieg

  • Studium: Interface Design, Kommunikationsdesign, Medieninformatik. FH Potsdam und die Hochschule der Medien Stuttgart haben starke Interface-Design-Programme. Viele App Designer kommen aus dem allgemeinen UX/UI-Feld.
  • Kurse: Google UX Design Certificate (enthält Mobile Design), Apple Developer-Ressourcen (developer.apple.com/design), Material Design Dokumentation (m3.material.io).
  • Praktische Übung: Redesign einer bestehenden App als Portfolio-Projekt ist ein klassischer Einstieg. „App Teardowns" (kritische Analyse bestehender Apps) zeigen Arbeitgeber:innen analytisches Denken.

Figma iOS & Android UI Kits (kostenlos in der Figma Community) ermöglichen plattformkonformes Prototyping vom ersten Tag an.

Gehalt & Markt

Mobile App Design wird meist unter dem Dach von „Product Designer" oder „Mobile Designer" ausgeschrieben. Die Nachfrage ist stark, da nahezu jedes Unternehmen eine App hat oder plant.

KarrierestufeBruttojahresgehalt (D)
Junior Mobile / App Designer (0–2 J.)38.000 – 52.000 €
Mid-Level App Designer (2–5 J.)52.000 – 68.000 €
Senior / Lead Mobile Designer (5+ J.)68.000 – 90.000 €

Quellen: Stepstone 2024, Glassdoor DE, Indeed

FinTech-Unternehmen (N26, Trade Republic, Scalable Capital) und B2C-Tech-Apps zahlen überdurchschnittlich. Gaming-Unternehmen und Healthcare-Apps ebenfalls.

Kernkompetenzen & Tools

Design:

  • Figma mit iOS- und Android-UI-Kits
  • Sketch (noch relevant in manchen iOS-Teams)
  • Adobe Illustrator (für App-Icons, Illustrationen)

Prototyping:

  • ProtoPie (beste Mobil-Interaktionen)
  • Principle (Mac-only, gut für iOS-Übergänge)
  • Figma Prototyping (Grundlage)

Plattform-Wissen:

  • Apple HIG (Human Interface Guidelines): developer.apple.com/design
  • Material Design 3: m3.material.io
  • Safe Area Handling, Dynamic Type (iOS), Dynamic Color

Testing:

  • Maze (Usability-Tests mit echten Nutzern)
  • UserTesting Mobile

Freelance-Möglichkeiten

Freelance App Design ist solide nachgefragt, besonders bei Startups, die eine App von Grund auf entwickeln oder ihr bestehende Design überarbeiten wollen.

Typische Projektpreise: App-Redesign (10–20 Screens) 3.000–12.000 €; vollständige neue App-Konzeption und Design (50+ Screens, iOS + Android) 12.000–40.000 €. Tagessätze: 700–1.200 €.

Plattformen: Malt, Toptal (geprüft, hochpreisig), Upwork. Direktakquise über LinkedIn oder App-Entwicklungsagenturen als Subunternehmer ist ebenfalls üblich. KSK: Anwendbar als gestalterische Tätigkeit im Bereich angewandte Kunst.

Vergleich & Abgrenzung

RollePlattform / Fokus
App DesignerNativer App-Design (iOS/Android), Plattform-Konventionen
Digital Product DesignerPlattformübergreifend (Web, App, Desktop)
UX DesignerProzess-orientiert, weniger visuelle Ausführung
Frontend Developer (Mobile)React Native, Flutter – Code-Implementierung

Häufige Fragen (FAQ)

Muss ich für iOS und Android separate Designs erstellen? Ja und nein. Die Nutzerflüsse können gleich sein, aber die UI-Komponenten (Navigation Patterns, Buttons, Dialoge) unterscheiden sich. Apple nutzt z. B. Tab Bars unten, Android nutzt Navigation Drawer oder Bottom Navigation. Ein gutes Design berücksichtigt plattformspezifische Konventionen, um sich nativ anzufühlen. Viele Teams erstellen ein einheitliches Design und passen plattformspezifische Elemente an.

Wie teste ich App-Designs ohne eine funktionierende App? Figma-Prototypen können direkt auf dem Smartphone über die Figma Mirror App betrachtet werden. ProtoPie ermöglicht sehr realistische mobile Interaktionen ohne Code. Für echte Nutzertests mit dem Prototyp sind Maze und UserTesting geeignet.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Apple Human Interface Guidelines: developer.apple.com/design/human-interface-guidelines
  • Material Design 3: m3.material.io
  • ProtoPie School: school.protopie.io
  • Buch: Jeff Johnson – Designing with the Mind in Mind (Morgan Kaufmann, 3. Aufl. 2020)
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