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Eine Ausbildungsmesse ist eine Veranstaltung, auf der Betriebe, Kammern, Schulen und Hochschulen an Ständen ihre Ausbildungs- und Bildungsangebote vorstellen, damit Schüler/innen und Eltern an einem Tag viele Möglichkeiten vergleichen, Fragen stellen und erste Kontakte für Praktika oder Bewerbungen knüpfen können.

Rubrik: Berufsfelder & Berufsbilder · Unterrubrik: Einstieg & Berufswahl · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Berufsmesse, Bildungsmesse, Azubi-Messe, Jobmesse für Schüler/innen, Berufsinformationsmesse

Was ist eine Ausbildungsmesse?

Auf einer Ausbildungsmesse stellen sich an einem oder zwei Tagen viele Anbieter gleichzeitig vor: Handwerksbetriebe, Industrie, Banken, Behörden, Kammern, Berufsfachschulen und Hochschulen. Für dich heißt das: in wenigen Stunden mehr Gespräche führen als sonst in Monaten. Wer eine Ausbildungsmesse gut vorbereitet, geht mit konkreten Kontakten nach Hause statt mit einer Tüte Kugelschreiber.

Erklärung

Ausbildungsmessen gibt es in fast jeder größeren Stadt. Veranstalter sind Kammern, Arbeitsagenturen, Städte, Schulen oder private Messeveranstalter. Manche Formate arbeiten mit vorab vereinbarten Gesprächsterminen, andere sind offene Messen zum Herumgehen. Die Bundesagentur für Arbeit kündigt auf ihrem Portal planet-beruf.de regionale und virtuelle Veranstaltungen zur Berufsorientierung an, die örtliche Agentur kennt außerdem die Termine vor Ort.

Für kreative Berufe hat die Ausbildungsmesse zwei Seiten. Viele Aussteller kommen aus Industrie und Handwerk, reine Kreativagenturen sind seltener vertreten. Gleichzeitig suchen gerade große Unternehmen Mediengestalter/innen, Kaufleute für Marketingkommunikation oder Fachkräfte für Veranstaltungstechnik. Berufsfachschulen für Gestaltung und Kunsthochschulen stellen sich ebenfalls auf Messen vor oder laden zu eigenen Infotagen ein.

Typische Angebote am Stand:

  • Gespräche mit Ausbilder/innen und aktuellen Azubis
  • Mitmachaktionen, etwa eine kleine Gestaltungsaufgabe oder ein Kamera-Test
  • Bewerbungsmappen-Check durch Kammern oder Agenturen
  • Infomaterial zu Ausbildungsberufen und Fristen

Präsenz oder online? Neben klassischen Hallenmessen gibt es virtuelle Ausbildungsmessen mit Chat und Videogespräch. Sie sparen Anfahrt und eignen sich für Schüler/innen vom Land oder für einen ersten Überblick. Persönliche Gespräche am Stand bleiben aber oft besser im Gedächtnis, weil Ausbilder/innen dich als Person erleben. Für kreative Berufe gilt außerdem: Arbeitsproben wirken auf Papier oder Tablet direkter als ein Link im Chat. Wer beides kombiniert, nutzt die Ausbildungsmesse online zur Vorauswahl und geht dann gezielt zu den Ständen, die am meisten versprechen.

Beispiele

  • Beispiel 1, Gezielter Besuch: Eine Schülerin sucht vorab fünf Aussteller mit Medienberufen heraus und fragt dort nach Praktikumsplätzen. Am Ende hat sie zwei Ansprechpartner/innen mit E-Mail-Adresse.
  • Beispiel 2, Entdeckung: Ein Schüler wollte eigentlich Grafik machen und lernt am Stand einer Messebaufirma den Beruf Gestalter/in für visuelles Marketing kennen.
  • Beispiel 3, Mit Eltern: Eine Familie geht gemeinsam hin. Die Eltern fragen nach Vergütung und Übernahme, der Sohn nach Arbeitsalltag und Projekten.
  • Beispiel 4, Mappe dabei: Eine Schülerin zeigt am Stand einer Agentur drei ausgedruckte Arbeiten. Der Ausbilder lädt sie zu einem Schnuppertag ein.
  • Beispiel 5, Virtuelle Messe: Ein Schüler vom Land besucht eine Online-Messe und chattet mit drei Betrieben, die er sonst nicht erreicht hätte.

In der Praxis

Vor der Ausbildungsmesse:

  • Ausstellerliste ansehen und fünf bis zehn Stände auswählen.
  • Pro Stand zwei bis drei eigene Fragen notieren.
  • Mehrere Kopien von Lebenslauf und letztem Zeugnis einpacken, für kreative Berufe dazu einige Arbeitsproben.
  • Kleidung: gepflegt, aber du selbst. Niemand erwartet Anzug.

Gute Fragen auf der Ausbildungsmesse:

  • Wie sieht ein typischer Tag in der Ausbildung aus?
  • Welche Projekte machen Azubis im ersten Jahr?
  • Was erwarten Sie von Bewerber/innen, Noten, Mappe oder Praktikum?
  • Bis wann muss die Bewerbung da sein?
  • Kann ich ein Praktikum oder einen Schnuppertag machen?
  • Wie viele Azubis werden nach der Ausbildung übernommen?

Nach der Ausbildungsmesse:

  • Noch am selben Tag Namen und Eindrücke notieren.
  • Innerhalb einer Woche eine kurze E-Mail schreiben und auf das Gespräch Bezug nehmen.
  • Fristen in einen Kalender eintragen.

Eine Ausbildungsmesse zeigt die Breite, ein Infotag die Tiefe. Wer sich für Gestaltung interessiert, kann Schulen auch direkt besuchen: Beim Infotag der Lazi Akademie in Esslingen sieht man Studios, Schnitträume und laufende Projekte und spricht mit Studierenden und Lehrenden. Die Teilnahme ist kostenlos und unverbindlich, vor Ort oder per Google Meet, und Eltern sind ausdrücklich willkommen. Für Eltern gibt es zusätzlich einmal im Monat einen eigenen Online-Infoabend.

Vergleich & Abgrenzung

MerkmalAusbildungsmesseInfotagPraktikum
DauerEin paar StundenEin halber TagTage bis Wochen
BreiteViele AnbieterEin AnbieterEin Betrieb
TiefeKurzgesprächeRäume, Arbeiten, GesprächeEchter Alltag
Bester ZeitpunktFrüh in der OrientierungWenn das Feld feststehtZum Testen vor der Entscheidung

Die Ausbildungsmesse ersetzt also weder Infotag noch Praktikum, sondern öffnet die Tür dazu.

Häufige Fragen

Was nehme ich zu einer Ausbildungsmesse mit? Mehrere Kopien deines Lebenslaufs, das letzte Zeugnis, Stift und Notizblock oder Handy für Notizen. Für kreative Berufe lohnen sich einige ausgedruckte Arbeitsproben oder ein Tablet mit Portfolio.

Welche Fragen stelle ich am Stand? Frag nach Alltag, Projekten, Anforderungen, Fristen und Praktikumsmöglichkeiten. Bereite pro Stand zwei bis drei eigene Fragen vor, das wirkt interessiert und hilft dir beim Vergleichen.

Lohnt sich eine Ausbildungsmesse auch für kreative Berufe? Ja, vor allem wegen der Unternehmen, die Mediengestalter/innen, Marketingleute oder Veranstaltungstechnik suchen. Für Agenturen und Gestaltungsschulen sind direkte Kontakte und Infotage oft ergiebiger.

Sollen Eltern mitkommen? Das kann helfen, wenn du die Gespräche selbst führst. Viele Messen laden Eltern ausdrücklich ein. Danach habt ihr gemeinsame Eindrücke, über die ihr reden könnt.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Bundesagentur für Arbeit (2026): planet-beruf.de, Veranstaltungen und Checklisten zur Berufswahl. planet-beruf.de
  • Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar, IHK Lahn-Dill (2013): Checkliste Ausbildungs- und Studienmessen. ihk.de
  • Bundesagentur für Arbeit (2026): Ausbildungsarten im Überblick. arbeitsagentur.de/bildung/ausbildung/ausbildungswege
  • Bundesagentur für Arbeit (2026): Check-U, das Erkundungstool für Ausbildung und Studium. arbeitsagentur.de
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