Berufe mit Fotografie reichen von der klassischen Fotografin oder dem Fotografen über Mediengestalter/innen Bild und Ton, Fotomedienfachleute und Digital Imaging bis zu Bildbearbeitung, Bildredaktion und Fotojournalismus. Der Einstieg gelingt über eine duale Ausbildung, eine schulische Ausbildung an einer Berufsfachschule für Fotodesign oder ein akademisches Angebot; angestellte Fotograf/innen verdienen laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit im Median 3.317 Euro brutto im Monat.
Rubrik: Berufsfelder & Berufsbilder · Unterrubrik: Einstieg & Berufswahl · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Fotografie Berufe, Jobs mit Fotografie, Fotoberufe, Berufe mit Kamera
Was sind Berufe mit Fotografie?
Wer gern fotografiert, denkt zuerst an Fotograf/in. Dabei gibt es viele Berufe mit Fotografie, die unterschiedliche Seiten des Bildes betonen: das Fotografieren selbst, die Bearbeitung am Rechner, die Auswahl für Medien, den Verkauf und die Beratung oder die Verbindung mit Film und 3D. Manche sind eigene Ausbildungsberufe, andere entstehen aus einer Ausbildung plus Spezialisierung.
Erklärung
Fotograf/in. Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung im Fotografenhandwerk mit Betrieb und Berufsschule. Spezialisiert wird später, etwa auf Porträt, Produkt, Werbung, Hochzeit oder Architektur. Viele Fotograf/innen arbeiten selbstständig.
Mediengestalter/in Bild und Ton. Dieser duale Ausbildungsberuf verbindet Kamera, Licht, Ton und Schnitt für Film, Fernsehen und Online. Fotografie ist hier ein Baustein, Bewegtbild der Schwerpunkt.
Fotomedienfachmann/-frau. Ein dualer Ausbildungsberuf, der Bildaufnahme und Bildbearbeitung mit Beratung und Verkauf verbindet, etwa im Fotofachhandel oder bei Fotodienstleistern.
Schulische Ausbildung in Fotodesign. Berufsfachschulen für Gestaltung bilden in Fotodesign oder Digital Imaging aus. Dort stehen Gestaltung, Studio- und Lichtarbeit, Bildbearbeitung und Konzept im Vordergrund, oft ergänzt um CGI und Arbeit mit KI.
Bildbearbeitung und Retusche. Einen eigenen Ausbildungsberuf gibt es nicht. Der Weg führt über Fotografie, Mediengestaltung oder Fotodesign plus viel Praxis in Retusche und Compositing.
Bildredaktion und Fotojournalismus. Bildredakteur/innen wählen Fotos für Zeitungen, Magazine und Online-Medien aus. Fotojournalist/innen arbeiten für Redaktionen und Agenturen, oft nach einer Ausbildung oder einem Volontariat.
Gehalt. Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (Datenstand 2025, Vollzeit, Median brutto im Monat) verdienen Fotograf/innen 3.317 Euro, die mittlere Hälfte liegt zwischen 2.550 und 4.290 Euro. Mediengestalter/innen Bild und Ton kommen auf 3.534 Euro (2.927 bis 4.398 Euro), Fotomedienfachleute auf 3.500 Euro (2.824 bis 3.942 Euro). Selbstständige rechnen nach Auftrag, Tagessatz und Nutzungsrechten ab, ihre Einkommen schwanken stärker.
Beispiele
- Beispiel 1, Porträtstudio: Eine Fotografin hat im Handwerk gelernt und führt heute ein Studio für Bewerbungs-, Familien- und Businessfotos.
- Beispiel 2, Werbung und Produkt: Ein Fotodesigner fotografiert für Onlineshops und Kampagnen, baut Licht im Studio und liefert freigestellte Bilder.
- Beispiel 3, Social Media: Eine Mediengestalterin Bild und Ton produziert für ein Unternehmen Fotos und kurze Videos für Instagram und TikTok.
- Beispiel 4, Fotofachhandel: Ein Fotomedienfachmann berät Kund/innen zu Kameras, druckt Fotobücher und macht Passbilder.
- Beispiel 5, Redaktion: Eine Bildredakteurin wählt für ein Nachrichtenportal täglich Fotos aus Agenturangeboten aus und prüft Rechte und Bildunterschriften.
In der Praxis
Herausfinden, was dich reizt. Fotografierst du lieber Menschen oder Produkte? Liegt dir die Arbeit am Rechner? Willst du eher kreativ gestalten oder berichten? Ein Schülerpraktikum: Ablauf, Rechte und Tipps zur Suche in einem Studio oder einer Redaktion klärt das schneller als jeder Test.
Eigene Bilder sammeln. Für Bewerbungen in Fotoberufen helfen eigene Serien zu einem Thema, etwa Porträts, Architektur oder Street. Wie eine Auswahl aufgebaut wird, beschreibt Kunstmappe: Formate A3 und A2, Inhalt und Aufbau.
Technik und Software. Kamera, Objektive und Licht lernt man in der Ausbildung. Wer vorher üben will, kommt mit dem Smartphone und kostenloser Software weit. Hinweise zum Einstieg stehen im Eintrag „Bildbearbeitung kostenlos“ der Rubrik Familie.
Realistisch planen. Fotografie ist ein beliebter Berufswunsch, der Markt ist umkämpft. Wer zusätzlich Video, Bildbearbeitung oder 3D beherrscht, hat mehr Möglichkeiten. Mehr Hintergründe zu Verdienst in kreativen Berufen liefert der Eintrag „Brotlose Kunst“ in der Rubrik Eltern.
Schulische Ausbildung in Fotodesign. Wer Fotografie gestalterisch und breit lernen möchte, findet an der Lazi Akademie in Esslingen am Neckar die staatlich anerkannte Ausbildung Fotodesign und Digital Imaging. Sie dauert drei Jahre und schließt als Digital Imaging Designer/in ab; ab dem ersten Semester geht es mit echten Projekten ins Studio, auf Location-Shootings und in die Postproduktion, mit Schwerpunkten von Studio und Licht über Werbung, Mode und People bis CGI und Digital Imaging. Die Ausbildung ist BAföG-förderfähig, Voraussetzung ist Mittlere Reife, Abitur oder eine abgeschlossene Ausbildung, ein Portfolio braucht es für die Bewerbung nicht. Bewerben kannst du dich direkt über die Fachbereichsseite.
Vergleich & Abgrenzung
| Merkmal | Fotograf/in (dual) | Mediengestalter/in Bild und Ton | Fotodesign (schulisch) |
|---|---|---|---|
| Lernort | Betrieb und Berufsschule | Betrieb und Berufsschule | Berufsfachschule |
| Schwerpunkt | Fotografie im Handwerk | Bewegtbild, Ton, Schnitt | Gestaltung, Studio, Digital Imaging |
| Vergütung in der Ausbildung | ja | ja | nein, teils Schüler-BAföG |
| Dauer | drei Jahre | drei Jahre | meist drei Jahre |
Wer überlegt, ob eher ein schulischer oder ein betrieblicher Weg passt, findet Grundlagen in Schulische Ausbildung: Ablauf, Abschluss, Geld und Rechte und Berufsfachschule: Was sie ist, Abschlüsse und Zugang.
Häufige Fragen
Welche Berufe gibt es mit Fotografie? Unter anderem Fotograf/in, Mediengestalter/in Bild und Ton, Fotomedienfachmann/-frau, Fotodesigner/in oder Digital Imaging Designer/in, Bildbearbeiter/in, Bildredakteur/in und Fotojournalist/in.
Was verdient man mit Fotografie? Laut Entgeltatlas (Datenstand 2025) liegt der Median für angestellte Fotograf/innen bei 3.317 Euro brutto im Monat in Vollzeit. Mediengestalter/innen Bild und Ton kommen auf 3.534 Euro, Fotomedienfachleute auf 3.500 Euro.
Kann man Fotograf/in ohne Abitur werden? Ja. Für die duale Ausbildung schreibt das Gesetz keinen bestimmten Schulabschluss vor, Betriebe erwarten aber oft einen mittleren Abschluss. Schulische Ausbildungen setzen meist Mittlere Reife voraus.
Lohnt sich Fotografie als Beruf noch, wo jeder ein Smartphone hat? Gefragt bleiben Menschen, die Licht, Bildsprache und Technik beherrschen und Aufträge zuverlässig umsetzen. Wer Fotografie mit Video, Bildbearbeitung oder 3D verbindet, ist breiter aufgestellt.
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Weiterführend
- Bundesagentur für Arbeit (2026): Entgeltatlas, Fotograf/in, Mediengestalter/in Bild und Ton, Fotomedienfachmann/-frau. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas, Datenstand 2025
- Bundesagentur für Arbeit (2026): BERUFENET, Fotograf/in. berufenet.arbeitsagentur.de
- Bundesinstitut für Berufsbildung (2026): Ausbildungsberufe, Fotograf/in und Mediengestalter/in Bild und Ton. bibb.de
