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Berufe mit Zukunft trotz KI sind Berufe, deren Kerntätigkeiten auch mit generativer künstlicher Intelligenz nur teilweise automatisierbar sind, weil sie körperliche Präsenz, Verantwortung, Urteilskraft, Beziehung zu Menschen oder die Steuerung der KI selbst verlangen.

Rubrik: Berufsfelder & Berufsbilder · Unterrubrik: Einstieg & Berufswahl · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: KI-sichere Berufe, KI-resistente Berufe, Berufe, die KI nicht ersetzen kann

Was sind Berufe mit Zukunft trotz KI?

Seit Bild-, Text- und Videogeneratoren für alle verfügbar sind, fragen sich viele, welche Berufe Zukunft haben trotz KI. Die Forschung gibt eine klare Richtung vor: KI ersetzt selten ganze Berufe, sondern einzelne Tätigkeiten. Berufe mit Zukunft trotz KI sind deshalb Berufe, in denen die nicht automatisierbaren Anteile groß und wertvoll sind.

Erklärung

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) misst das Substituierbarkeitspotenzial: den Anteil der Kerntätigkeiten eines Berufs, die Computer oder computergesteuerte Maschinen technisch vollautomatisch erledigen könnten. Die Neuberechnung für 2022 im IAB-Kurzbericht 5/2024 berücksichtigt erstmals die Fortschritte generativer KI. Die wichtigsten Befunde:

AnforderungsniveauSubstituierbare Tätigkeiten 2022Veränderung seit 2019
Helferberufe57,1 %minus 1,8 Prozentpunkte
Fachkraftberufe61,6 %plus 3,5 Prozentpunkte
Spezialistenberufe49,7 %plus 5,1 Prozentpunkte
Expertenberufe35,8 %plus 9,7 Prozentpunkte

Der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Berufen, in denen mindestens 70 Prozent der Tätigkeiten substituierbar sind, stieg von 34 auf 38 Prozent. Neu ist, dass der Anstieg umso stärker ausfällt, je höher das Anforderungsniveau ist. Das IAB nennt auch gestaltende Berufe: Wo mit Bildern, Videos oder Tönen gestaltet wird, sind Tätigkeiten substituierbar geworden. Im Beruf Gestalter/in für Bekleidung und Mode stieg das Potenzial von 50 auf 88 Prozent.

Zwei Einschränkungen betont das IAB selbst. Erstens geht es um technische Machbarkeit, nicht um tatsächlichen Stellenabbau: Wenn menschliche Arbeit wirtschaftlicher, flexibler oder besser ist oder rechtliche und ethische Hürden bestehen, wird sie eher nicht ersetzt. Zweitens wurden solche Potenziale in der Vergangenheit nicht immer ausgeschöpft. Außerdem lässt sich laut IAB kein Beruf durch Text- und Sprachgeneratoren vollständig automatisieren.

International zeigt der Future of Jobs Report 2025 des World Economic Forum, wie Arbeitgeber die Entwicklung bis 2030 einschätzen. Am schnellsten wachsen demnach Rollen rund um Daten, KI und Software. Grafikdesign steht erstmals unter den schrumpfenden Berufen, UX- und UI-Design dagegen unter den wachsenden.

Beispiele

  • Beispiel 1, Veranstaltungstechnik: Licht, Ton und Bühne müssen vor Ort aufgebaut, gesichert und live gesteuert werden. Das ist körperliche Arbeit mit Verantwortung für Menschen.
  • Beispiel 2, Fotografie mit Menschen: Ein Porträt, eine Hochzeit oder eine Reportage verlangen Anwesenheit und Vertrauen. Ein Generator kann den echten Moment nicht aufnehmen.
  • Beispiel 3, Creative Direction: Wer Kampagnen konzipiert, Kund/innen berät und Entscheidungen verantwortet, nutzt KI für Entwürfe, trifft aber die Auswahl.
  • Beispiel 4, Handwerk: Maßschneider/innen, Goldschmied/innen oder Bühnenmaler/innen arbeiten mit Material und Händen. Hier hilft KI höchstens beim Entwurf.
  • Beispiel 5, KI steuern: In Agenturen entstehen Aufgaben, in denen Menschen KI-Werkzeuge in Produktionsabläufe einbauen, Ergebnisse prüfen und rechtliche Fragen klären.

In der Praxis

Woran du Berufe mit Zukunft trotz KI erkennst:

  • Präsenz: Muss man vor Ort sein, mit Menschen, Technik oder Material?
  • Verantwortung: Trägt jemand die Entscheidung, rechtlich oder gegenüber Kund/innen?
  • Beziehung: Lebt der Beruf von Vertrauen, Beratung oder Zusammenarbeit?
  • Neuheit: Geht es um Ideen und Geschichten statt um Varianten von Bekanntem?
  • Steuerung: Kann man KI im Beruf als Werkzeug einsetzen, statt von ihr ersetzt zu werden?

Für die Berufswahl heißt das: Lerne ein Handwerk gründlich und dazu die KI-Werkzeuge deines Feldes. Wer die Grundlagen von Bild, Ton, Typografie und Dramaturgie versteht, kann KI-Ergebnisse bewerten und verbessern.

Auf die Frage, ob KI kreative Berufe ersetzt, gibt die Lazi Akademie auf ihrer Seite Lohnt sich eine Medienausbildung? eine ausführliche Antwort mit Zahlen und Quellen. Die Seite behandelt acht häufige Zweifel, darunter „Ersetzt mich bald die KI?“, und beschreibt, dass KI in allen Fachbereichen der Akademie als Werkzeug vorkommt, mit einem eigenen Fachbereich GenAI und Content Creation.

Vergleich & Abgrenzung

MerkmalTätigkeit mit hohem KI-RisikoTätigkeit mit Zukunft trotz KI
Art der ArbeitWiederholung, Varianten, StandardtexteKonzept, Entscheidung, Präsenz
Beispiel GestaltungFreisteller, einfache LayoutvariantenMarkenkonzept, Art Direction, Fotoreportage
Beispiel TechnikDatenübertragung, RoutinekontrollenLive-Technik, Störungsbehebung vor Ort
Rolle der KIErledigt die AufgabeUnterstützt die Fachkraft

Wichtig ist die Abgrenzung zwischen Tätigkeit und Beruf. Fast jeder Beruf enthält beides. Berufe mit Zukunft trotz KI sind die, in denen sich der Schwerpunkt zu den schwer ersetzbaren Tätigkeiten verschieben lässt.

Häufige Fragen

Welche Berufe haben Zukunft trotz KI? Vor allem Berufe mit körperlicher Präsenz, Verantwortung, Beratung und eigenständigen Ideen, etwa Veranstaltungstechnik, Handwerk, Fotografie mit Menschen, Art Direction oder UX Design. Auch Berufe, in denen man KI steuert, haben Perspektive.

Welche Berufe ersetzt KI am ehesten? Laut IAB liegt das Substituierbarkeitspotenzial in Fachkraft- und Helferberufen am höchsten, am stärksten gestiegen ist es aber bei Expertenberufen. Betroffen sind vor allem Routinetätigkeiten, nicht unbedingt ganze Berufe.

Haben kreative Berufe trotz KI Zukunft? Ja, wenn sie über Varianten hinausgehen. Einfache Gestaltungsaufgaben sind zunehmend automatisierbar, Konzept, Kundenführung und echte Aufnahmen weniger. Wer KI als Werkzeug beherrscht, ist im Vorteil.

Heißt ein hohes Substituierbarkeitspotenzial, dass mein Beruf verschwindet? Nein. Das IAB misst nur, was technisch möglich ist. Ob Tätigkeiten ersetzt werden, hängt von Kosten, Qualität, Recht und Akzeptanz ab.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Grienberger, Katharina; Matthes, Britta; Paulus, Wiebke (2024): Vor allem Hochqualifizierte bekommen die Digitalisierung verstärkt zu spüren. IAB-Kurzbericht 5/2024. doku.iab.de
  • World Economic Forum (2025): The Future of Jobs Report 2025. Genf. weforum.org
  • Bureau of European Design Associations (2025): Take-aways for design from the WEF Future of Jobs 2025 report. beda.org
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