Kreative Ausbildungsberufe sind anerkannte Ausbildungsberufe und schulische Bildungsgänge, in denen Gestaltung, Bild, Ton, Form oder Material im Mittelpunkt stehen; sie führen in der Regel in zwei bis drei Jahren zu einem Berufsabschluss, ohne dass ein Studium nötig ist.
Rubrik: Berufsfelder & Berufsbilder · Unterrubrik: Einstieg & Berufswahl · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Ausbildung kreative Berufe, gestalterische Ausbildungsberufe, kreative Ausbildung
Was sind kreative Ausbildungsberufe?
Kreative Ausbildungsberufe verbinden Gestaltung mit einem klar geregelten Weg. Es gibt zwei Formen. In der dualen Ausbildung arbeitest du in einem Betrieb und gehst zur Berufsschule, du bekommst eine Vergütung. In der schulischen Ausbildung lernst du an einer Berufsfachschule mit Praxisprojekten und Praktika, eine Vergütung gibt es dort nicht.
Erklärung
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) führt das amtliche Verzeichnis der anerkannten Ausbildungsberufe; die Ausgabe 2026 nennt 324 Berufe nach Berufsbildungsgesetz und Handwerksordnung. Nur ein Teil davon ist gestalterisch. Die wichtigsten kreativen Ausbildungsberufe im dualen System:
| Feld | Ausbildungsberuf | Kammer |
|---|---|---|
| Grafik und Digitalmedien | Mediengestalter/in Digital und Print | IHK |
| Film und Video | Mediengestalter/in Bild und Ton | IHK |
| Immersive Medien | Gestalter/in für immersive Medien | IHK |
| Fotografie | Fotograf/in | Handwerkskammer |
| Raum und Schaufenster | Gestalter/in für visuelles Marketing | IHK |
| Bühne | Bühnenmaler/in und -plastiker/in | IHK |
| Mode | Maßschneider/in | Handwerkskammer |
| Schmuck | Goldschmied/in | Handwerkskammer |
| Event | Fachkraft für Veranstaltungstechnik | IHK |
| Werbung | Kaufmann/-frau für Marketingkommunikation | IHK |
| Produkt | Technische/r Produktdesigner/in | IHK |
Daneben gibt es schulische kreative Ausbildungsberufe, die die Länder regeln. Dazu zählen gestaltungstechnische Assistent/innen und Ausbildungen an Berufsfachschulen für Gestaltung, zum Beispiel in Fotodesign, Grafikdesign oder Mediendesign. Ob der Abschluss staatlich anerkannt ist, hängt vom Bildungsgang ab und sollte vor der Anmeldung geprüft werden.
Vergütung: Im dualen System gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung. Für Ausbildungsbeginne 2026 liegt sie laut BIBB bei 724 Euro im ersten, 854 Euro im zweiten und 977 Euro im dritten Ausbildungsjahr; für 2027 steigt der Wert im ersten Jahr auf 764 Euro (Stand: November 2026). Tarifgebundene Betriebe zahlen oft mehr. Bei schulischen Ausbildungen gibt es keine Vergütung, an privaten Schulen fällt meist Schulgeld an. Für staatlich anerkannte Bildungsgänge kann Schüler-BAföG möglich sein, Auskunft gibt das BAföG-Amt.
Nach der Ausbildung liegen die Gehälter laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit im Median bei 3.415 Euro für Mediengestalter/innen Digital und Print, 3.534 Euro für Mediengestalter/innen Bild und Ton, 3.317 Euro für Fotograf/innen und 2.839 Euro für Maßschneider/innen (brutto, Vollzeit, Datenstand Entgeltatlas 2025, Abruf November 2026).
Beispiele
- Beispiel 1, Werbeagentur: Eine Auszubildende zur Mediengestalterin Digital und Print baut Anzeigen, Websites und Social-Media-Grafiken und lernt Druckvorstufe.
- Beispiel 2, Fernsehproduktion: Ein Azubi zum Mediengestalter Bild und Ton bedient Kamera, schneidet Beiträge und mischt Ton.
- Beispiel 3, Kaufhaus: Eine angehende Gestalterin für visuelles Marketing dekoriert Schaufenster und plant Verkaufsflächen.
- Beispiel 4, Theater: Ein Auszubildender zum Bühnenmaler und -plastiker malt Prospekte und baut Kulissen.
- Beispiel 5, Berufsfachschule: Ein Schüler lernt drei Jahre an einer Schule für Gestaltung mit Projekten für echte Auftraggeber/innen und mehreren Praktika.
In der Praxis
So findest du den passenden unter den kreativen Ausbildungsberufen:
- Medium zuerst: Arbeitest du lieber mit Bildschirm, Kamera, Stoff, Metall oder Raum? Daraus ergibt sich das Feld.
- Betrieb oder Schule: Duale Ausbildung bringt Geld und Berufsalltag, die Plätze sind aber begehrt. Schulische Ausbildung bietet oft mehr Breite und Zeit zum Experimentieren.
- Früh bewerben: Viele Betriebe suchen ein Jahr vor Ausbildungsbeginn. Die Ausbildungsplatzbörse der Bundesagentur listet offene Stellen.
- Mappe vorbereiten: Für gestalterische Berufe verlangen Betriebe und Schulen oft Arbeitsproben oder eine Aufgabe.
- Abschluss prüfen: Frag bei Schulen konkret nach staatlicher Anerkennung und Förderfähigkeit.
Ein Beispiel für schulische kreative Ausbildungsberufe ist die Ausbildung an der Lazi Akademie in Esslingen. Sie umfasst sechs Fachbereiche; Fotodesign und Digital Imaging, Film und Mediendesign sowie Grafik- und Kommunikationsdesign führen zu staatlich anerkannten Berufsabschlüssen. Digital Film Animation und VFX, GenAI und Content Creation sowie Intermediale Gestaltung sind beim Regierungspräsidium Stuttgart angezeigt und nicht staatlich anerkannt.
Vergleich & Abgrenzung
| Merkmal | Duale Ausbildung | Schulische Ausbildung | Duales Studium |
|---|---|---|---|
| Lernort | Betrieb und Berufsschule | Berufsfachschule mit Praktika | Hochschule und Unternehmen |
| Vergütung | Ja, mindestens gesetzlicher Mindestbetrag | Nein, oft Schulgeld | Meist ja, je nach Vertrag |
| Zugang | Rechtlich kein bestimmter Schulabschluss | Meist mittlerer Abschluss | Hochschulzugangsberechtigung |
| Abschluss | Kammerprüfung | Schulabschluss, je nach Anerkennung | Bachelor, teils plus Kammerprüfung |
| Breite | Fokus auf den Betrieb | Oft mehrere Medien | Theorie plus Praxisphasen |
Ein duales Studium in kreativen Feldern gibt es zum Beispiel in Mediendesign oder Medienmanagement. Es ist anspruchsvoller in der Zeitplanung und setzt in der Regel Abitur oder Fachhochschulreife voraus.
Häufige Fragen
Welche kreativen Ausbildungsberufe gibt es? Zum Beispiel Mediengestalter/in Digital und Print, Mediengestalter/in Bild und Ton, Fotograf/in, Gestalter/in für visuelles Marketing, Maßschneider/in, Goldschmied/in und Bühnenmaler/in und -plastiker/in. Dazu kommen schulische Ausbildungen an Berufsfachschulen für Gestaltung.
Wie viel verdient man in einer kreativen Ausbildung? In dualen Ausbildungen mindestens die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung, 2026 also 724 Euro im ersten Jahr. Tarifbetriebe zahlen oft mehr. Schulische Ausbildungen sind nicht vergütet.
Brauche ich für eine kreative Ausbildung Abitur? Nein. Für duale Ausbildungen schreibt das Gesetz keinen bestimmten Schulabschluss vor, Betriebe setzen aber eigene Anforderungen. Schulische Ausbildungen verlangen meist einen mittleren Abschluss.
Ist eine kreative Ausbildung schlechter als ein Studium? Nicht automatisch. In vielen gestalterischen Berufen zählt das Portfolio mindestens so viel wie der Abschluss. Ein Studium bietet mehr Theorie und einen akademischen Grad, eine Ausbildung mehr frühe Praxis.
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- Ausbildung Mediengestalter Digital und Print
- Duales Studium Medien
- Fotograf/in als Beruf
Weiterführend
- Bundesinstitut für Berufsbildung (2026): Verzeichnis der anerkannten Ausbildungsberufe 2026. bibb.de
- Bundesinstitut für Berufsbildung (2025): Mindestausbildungsvergütung 2026; BIBB (2026): Mindestausbildungsvergütung steigt 2027 auf 764 Euro, Pressemitteilung vom 7. Oktober 2026. bibb.de
- Bundesagentur für Arbeit (2026): Entgeltatlas, Datenstand Entgeltatlas 2025, Abruf November 2026. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas
- Bundesagentur für Arbeit (2026): Ausbildungsarten im Überblick. arbeitsagentur.de/bildung/ausbildung/ausbildungswege
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