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Schulische Ausbildungsberufe sind Berufe, deren Abschluss du an einer Berufsfachschule, Fachschule oder Schule des Gesundheitswesens erwirbst statt in einem Ausbildungsbetrieb. Die größten Gruppen sind die Gesundheitsfachberufe, die Erziehungs- und Sozialberufe, die Staatlich geprüften Assistent/innen und landesrechtlich geregelte Berufe wie Staatlich geprüfte/r Designer/in.

Rubrik: Berufsfelder & Berufsbilder · Unterrubrik: Einstieg und Berufswahl · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: schulische Ausbildungsberufe, Schulberufe, Berufe an der Berufsfachschule, vollzeitschulische Berufe

Was sind schulische Ausbildungsberufe?

Viele Berufe kann man in Deutschland nur schulisch lernen, weil es für sie keinen dualen Ausbildungsberuf nach Berufsbildungsgesetz gibt. Dazu gehören fast alle Gesundheitsfachberufe außerhalb der Medizin und die Erzieher/innen. Andere Berufe, etwa in Gestaltung oder Fremdsprachen, gibt es schulisch als Alternative zu einer dualen Ausbildung. Wie eine Schulische Ausbildung: Ablauf, Abschluss, Geld und Rechte grundsätzlich abläuft, steht in einem eigenen Eintrag.

Erklärung

Die Rahmenvereinbarung der Kultusministerkonferenz über die Berufsfachschulen (2013, Fassung 2020) ordnet die Berufe in zwei Gruppen:

  • Bundesrechtlich geregelte Berufe im Gesundheitswesen. Anlage 1 der Rahmenvereinbarung nennt unter anderem Diätassistent/in, Ergotherapeut/in, Hebamme und Entbindungspfleger, Logopäd/in, Masseur/in und medizinische/r Bademeister/in, Notfallsanitäter/in, Orthoptist/in, Pflegefachfrau und Pflegefachmann, Pharmazeutisch-technische/r Assistent/in, Physiotherapeut/in, Podolog/in sowie die medizinisch-technischen und veterinärmedizinisch-technischen Berufe. Ausbildung und Prüfung regeln hier Bundesgesetze.
  • Landesrechtlich geregelte Berufe. Dazu gehören die Staatlich geprüften technischen und kaufmännischen Assistent/innen nach einer eigenen KMK-Rahmenvereinbarung von 2011 und weitere Berufe wie Staatlich geprüfte/r Designer/in, Berufsartist/in oder Ensembleleiter/in.

Welche landesrechtlichen Abschlüsse es in welchem Land gibt, dokumentiert die KMK in einer eigenen Übersicht (Stand 20.03.2026). Laut dieser Dokumentation richten sich die Assistentenausbildungen in der Regel an Menschen mit Mittlerem Schulabschluss, klassische Felder sind Labortechnik, Kommunikations- und Gestaltungstechnik sowie Sekretariat und Fremdsprachen. Als alleiniges Ziel dauert die Assistentenausbildung zwei Jahre; wird sie mit einer Studienberechtigung kombiniert, entsprechend länger.

Die Erziehungs- und Sozialberufe laufen oft über Fachschulen, etwa die Ausbildung zur/zum Erzieher/in an einer Fachschule für Sozialpädagogik. Zusammen mit den Gesundheitsberufen bilden sie den größten schulischen Bereich: Laut Berufsbildungsbericht 2026 begannen 2025 nach vorläufigen Daten gut 203.000 Menschen eine schulische Ausbildung im Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialwesen, knapp drei Viertel davon Frauen.

Beispiele

Eine Auswahl nach Berufsfeldern, Dauer und Zugang laut KMK-Dokumentation oder Bundesrecht:

  • Gesundheit: Pflegefachfrau/Pflegefachmann (mit Ausbildungsvergütung nach § 19 Pflegeberufegesetz), Physiotherapeut/in, Ergotherapeut/in, Logopäd/in, Pharmazeutisch-technische/r Assistent/in, Notfallsanitäter/in.
  • Erziehung und Soziales: Erzieher/in an der Fachschule, Sozialassistent/in, Kinderpfleger/in an der Berufsfachschule. Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt erkennen den Berufsfachschulabschluss Kinderpflege als Mittleren Schulabschluss an.
  • Gestaltung und Medien: Staatlich geprüfte/r gestaltungstechnische/r Assistent/in mit Schwerpunkten wie Grafik, Medien und Kommunikation, Webdesign oder Mode und Design, meist 24 Monate, in einigen Ländern 36 (siehe Gestaltungstechnischer Assistent: Ausbildung und Beruf). Staatlich geprüfte/r Designer/in mit Schwerpunkten wie Grafik, Fotografie, Kommunikation, Mode oder Innenarchitektur, in den meisten Ländern 36 Monate.
  • Technik und Labor: Staatlich geprüfte technische Assistent/innen etwa für Biologie, Chemie, Informatik oder Energietechnik.
  • Wirtschaft und Sprachen: Staatlich geprüfte kaufmännische Assistent/innen, Fremdsprachenkorrespondent/innen und Assistent/innen für Ernährung und Versorgung.
  • Kunst und Bühne: Staatlich geprüfte/r Berufsartist/in (Berlin), Ensembleleiter/in (Bayern), Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/in (Niedersachsen).

In der Praxis

Geld: Ob es eine Ausbildungsvergütung gibt, hängt vom Beruf ab. In der Pflege ist sie gesetzlich vorgeschrieben, in vielen anderen schulischen Ausbildungen gibt es keine. Bei manchen Gesundheitsberufen fällt je nach Land und Schulträger Schulgeld an. Zur Finanzierung kommen Schüler-BAföG, Kindergeld bis zum 25. Geburtstag und Nebenjobs in Frage (Stand: November 2026).

Zugang: Die meisten schulischen Ausbildungen setzen den Mittleren Schulabschluss voraus. Einige beginnen schon mit dem Hauptschulabschluss, etwa Pflegehilfe in Baden-Württemberg. Für gestalterische und künstlerische Berufe kommen oft Aufnahmegespräch, Mappe, Eignungsprüfung oder eine praktische Aufgabe dazu.

Länderunterschiede: Ein Abschluss kann in einem Land 24 und im anderen 36 Monate dauern, weil dort zusätzlich die Fachhochschulreife vermittelt wird. Schau deshalb immer, welcher Abschluss genau auf dem Zeugnis steht.

Gestaltung als Ausbildung: Die Lazi Akademie in Esslingen am Neckar ist eine gemeinnützige, staatlich anerkannte Berufsfachschule für Gestaltung, gegründet 1950. Drei ihrer sechs Fachbereiche schließen mit einem staatlich anerkannten Berufsabschluss ab: Fotodesign und Digital Imaging, Film und Mediendesign sowie Grafik- und Kommunikationsdesign. Gelernt wird ohne Abitur-Pflicht an echten Projekten mit Dozent/innen aus der Praxis. Welche Fachbereiche es gibt, zeigt Ausbildung an der Lazi Akademie.

Vergleich & Abgrenzung

MerkmalSchulischer AusbildungsberufDualer Ausbildungsberuf
RechtsgrundlageBundesrecht (Gesundheit) oder LandesrechtBerufsbildungsgesetz, Handwerksordnung
Abschlussstaatliche Prüfung, „staatlich geprüft“ oder „staatlich anerkannt“Kammerprüfung bei IHK oder Handwerkskammer
Beispiele Mediengestaltungstechnische/r Assistent/in, Designer/inMediengestalter/in Digital und Print, Fotograf/in
Vergütungje nach Beruf, oft keineAusbildungsvergütung
Anzahl der Berufestark nach Land verschiedenbundeseinheitliche Liste anerkannter Ausbildungsberufe

Manche Berufe gibt es auf beiden Wegen: Fotografie etwa als duale Ausbildung zur/zum Fotograf/in oder schulisch als Staatlich geprüfte/r Designer/in mit Schwerpunkt Fotografie. Welche Variante besser passt, hängt davon ab, ob du lieber im Betrieb arbeitest oder in einer Schule mit Studios und Werkstätten lernst.

Häufige Fragen (FAQ)

Welche Berufe kann man nur schulisch lernen? Vor allem die Gesundheitsfachberufe wie Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie oder PTA sowie die Erzieher/innen. Auch die Staatlich geprüften Assistent/innen und Designer/innen gibt es nur an Schulen.

Welche schulischen Ausbildungen werden bezahlt? Gesetzlich vorgeschrieben ist die Vergütung zum Beispiel in der Pflegeausbildung. Bei den meisten landesrechtlich geregelten Berufen gibt es keine Vergütung, dafür ist häufig Schüler-BAföG möglich (Stand: November 2026).

Gibt es schulische Ausbildungen im Bereich Medien und Design? Ja. Beispiele sind gestaltungstechnische Assistent/innen und Staatlich geprüfte Designer/innen in Schwerpunkten wie Grafik, Fotografie, Kommunikation oder Mode. Dazu kommen staatlich anerkannte Ausbildungen an privaten Berufsfachschulen für Gestaltung.

Welchen Schulabschluss brauche ich für eine schulische Ausbildung? Meist den Mittleren Schulabschluss. Einige Bildungsgänge nehmen auch mit Hauptschulabschluss auf, wer den mittleren Abschluss noch nicht hat, findet Wege unter Mittlere Reife nachholen: Alle Wege im Überblick.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Kultusministerkonferenz (2020): Rahmenvereinbarung über die Berufsfachschulen, Beschluss vom 17.10.2013 i. d. F. vom 25.06.2020, mit Anlage 1 (Gesundheitsberufe). kmk.org
  • Kultusministerkonferenz (2026): Dokumentation über landesrechtlich geregelte Berufsabschlüsse an Berufsfachschulen, Stand 20.03.2026. kmk.org
  • Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2026): Berufsbildungsbericht 2026. bmbfsfj.bund.de
  • Bundesministerium der Justiz (2026): Pflegeberufegesetz, § 19. gesetze-im-internet.de, abgerufen November 2026
  • Kultusministerium Baden-Württemberg (2026): Bildungswege in Baden-Württemberg, Schuljahr 2027/2028. km.baden-wuerttemberg.de
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