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Moderator/innen führen durch Sendungen im Fernsehen, im Radio, im Netz oder auf Veranstaltungen, recherchieren Themen, schreiben Moderationstexte und führen Interviews. Eine geregelte Berufsausbildung gibt es nicht; die meisten kommen über ein journalistisches Volontariat, eine Sprech- und Moderationsausbildung oder eigene Formate in den Beruf, und fest Angestellte verdienen laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (Datenstand 2025) im Median 5.506 Euro brutto im Monat.

Rubrik: Berufsfelder & Berufsbilder · Unterrubrik: Film & TV · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Moderatorin, Presenter, Host, Anchor (Nachrichten), Radiomoderator/in, TV-Moderator/in, Eventmoderator/in

Was macht ein/e Moderator/in?

Ein Moderator oder eine Moderatorin ist das Gesicht oder die Stimme eines Formats. Laut BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit bereiten Moderator/innen Informations- und Unterhaltungssendungen vor, recherchieren Themen, planen den Ablauf, schreiben Moderationstexte und führen durch die Sendung. Im Radio bedienen sie häufig gleichzeitig die Studiotechnik, im Fernsehen sprechen sie frei oder vom Teleprompter. Viele moderieren außerdem Veranstaltungen wie Galas, Podien oder Produktpräsentationen.

Erklärung

Arbeitsfelder

  • Fernsehen: Nachrichten, Magazine, Talk, Sport, Unterhaltung, Shopping. Wie Nachrichtenmoderation technisch funktioniert, mit Ohrknopf, Teleprompter und Live-Schalten, erklärt der Eintrag Nachrichtensprecher & TV-Moderation.
  • Radio: Morningshow, Musiksendung, Info und Service; oft mit eigener Technik im Selbstfahrerstudio.
  • Online: Livestreams, Podcasts, YouTube-Formate und Unternehmenskanäle; hier verschwimmen Moderation und eigene Kanalarbeit.
  • Events: Firmenveranstaltungen, Messen, Preisverleihungen, Konferenzen, meist selbstständig gebucht.

Wie ein Sendetag aussieht

Ein typischer Tag in einer Redaktion beginnt mit der Konferenz: Themen, Gäste, Ablauf. Danach recherchieren Moderator/innen, schreiben An- und Abmoderationen, bereiten Fragen vor und stimmen sich mit Regie und Redaktion ab. In der Sendung selbst zählen Timing, Ruhe bei Pannen und die Fähigkeit, spontan auf Gäste oder Nachrichtenlagen zu reagieren. Nach der Sendung folgen Nachbesprechung, Social-Media-Clips und die Vorbereitung des nächsten Tages.

Voraussetzungen und Skills

Eine klare, belastbare Stimme, deutliche Aussprache, sicheres Auftreten vor Kamera oder Mikrofon, journalistisches Handwerk für Recherche und Interview, Allgemeinbildung und Neugier. Dazu kommen Stressresistenz und die Bereitschaft zu Früh-, Spät- und Wochenenddiensten. Viele Sender legen Wert auf Fachwissen in einem Themenfeld, etwa Sport, Wirtschaft oder Wissenschaft.

Angestellt, frei oder selbstständig

Im Rundfunk arbeiten viele Moderator/innen als feste freie Mitarbeiter/innen auf Honorarbasis, andere sind fest angestellt. Eventmoderator/innen sind fast immer selbstständig. Wer frei arbeitet, braucht neben dem Können auch Akquise, ein gutes Demo-Video und ein Netzwerk in Redaktionen und Agenturen.

Beispiele

  • Regionalfernsehen: Moderation eines täglichen Magazins mit Studiogästen und eingespielten Beiträgen.
  • Morningshow im Radio: Drei Stunden live, Wetter, Verkehr, Gewinnspiele und Interviews per Telefon.
  • Sportübertragung: Vorbericht, Halbzeitanalyse und Interviews am Spielfeldrand.
  • Unternehmenskonferenz: Moderation von Podien und Keynotes, Zeitmanagement auf der Bühne.
  • Livestream einer Marke: Produktpräsentation mit Fragen aus dem Chat in Echtzeit.

In der Praxis

Wie wird man Moderator/in?

BERUFENET führt Moderator/in als Ausbildung, die durch interne Vorschriften der jeweiligen Bildungseinrichtung geregelt ist; Zugangsvoraussetzungen, Dauer und Abschlussbezeichnungen unterscheiden sich also je nach Anbieter. In der Praxis gibt es mehrere Wege:

  1. Journalistisches Volontariat: Die klassische Redaktionsausbildung bei Sendern, Zeitungen oder Onlinemedien, meist zwischen 12 und 24 Monaten. Wer moderieren will, sammelt dort Erfahrung am Mikrofon und vor der Kamera.
  2. Journalistenschule: Mehrere Schulen bilden crossmedial aus, oft mit Aufnahmeprüfung.
  3. Sprech- und Moderationsausbildung: Private Anbieter und Sprecherzieher/innen trainieren Stimme, Atmung, Aussprache und Auftreten.
  4. Bürgermedien: Offene Kanäle und nicht kommerzielle Lokalradios ermöglichen erste eigene Sendungen.
  5. Eigene Formate: Podcasts, Livestreams und YouTube-Kanäle sind heute ein realistisches Sprungbrett, wenn die Qualität stimmt.

Fast immer gehört ein Showreel dazu: zwei bis drei Minuten mit den besten Moderationsausschnitten.

Ausbildung an der Lazi Akademie

Wer moderiert, steht mitten in einer Produktion und sollte verstehen, was Kamera, Licht, Ton, Regie und Schnitt aus einem Auftritt machen. Genau dieses Produktionswissen vermittelt der Fachbereich Film und Mediendesign der Lazi Akademie, eine staatlich anerkannte, dreijährige Ausbildung an der gemeinnützigen Berufsfachschule für Gestaltung in Esslingen am Neckar, mit echten Produktionen ab dem ersten Semester und einem Schwerpunkt Social Media Produktion für plattformnative Formate. Das passt zu dir, wenn du Formate nicht nur präsentieren, sondern auch selbst konzipieren und umsetzen willst. Bewerben kannst du dich direkt über die Fachbereichsseite.

Gehalt

Die Bundesagentur für Arbeit ordnet Moderator/innen der Berufsgattung „Hörfunk- und Fernsehmoderatoren, hoch komplexe Tätigkeiten“ zu, zu der auch Hörfunk- und Fernsehsprecher/innen gehören.

Kennzahl (Vollzeit, brutto im Monat)Wert
Median5.506 Euro
Unteres Quartil3.703 Euro
Oberes Quartil7.722 Euro

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Moderator/in (Funk, Fernsehen), Datenstand 2025.

Diese Werte gelten nur für sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte; für Bundesländer und nach Geschlecht weist der Entgeltatlas zu wenig Daten aus. Für Honorare freier Moderator/innen und Gagen von Eventmoderation gibt es keine belastbaren Daten. Sie hängen stark von Sender, Format, Bekanntheit und Verhandlung ab.

Berufsaussichten

Die Zahl klassischer Moderationsstellen im Rundfunk ist begrenzt und die Konkurrenz groß. Gleichzeitig entstehen neue Aufgaben in Podcasts, Livestreams, Unternehmenskommunikation und Events. Wer journalistisch sauber arbeitet, technisch versiert ist und ein eigenes Themenprofil mitbringt, hat die besten Chancen.

Vergleich & Abgrenzung

BerufSchwerpunkt
Moderator/inFührt durch ein Format, verbindet Beiträge, Gäste und Publikum
Nachrichtensprecher/inPräsentiert Nachrichten, meist eng am Text der Redaktion
Broadcast-Journalist/in: Aufgaben, Ausbildung und GehaltRecherchiert und produziert Beiträge, steht teils selbst vor der Kamera
Fernsehredakteur/in: Aufgaben, Ausbildung, GehaltPlant Themen und Sendungen, meist hinter der Kamera
Content CreatorModeriert den eigenen Kanal und verantwortet die Marke selbst

Die Grenzen sind fließend: Viele Moderator/innen sind zugleich Redakteur/innen ihrer Sendung, und viele Reporter/innen moderieren gelegentlich.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie werde ich Moderator? Über ein journalistisches Volontariat, eine Journalistenschule, eine Sprech- und Moderationsausbildung oder eigene Formate. Wichtig sind von Anfang an Praxis am Mikrofon und ein aussagekräftiges Showreel.

Was verdient ein Moderator? Fest angestellte Moderator/innen in Funk und Fernsehen verdienen laut Entgeltatlas (Datenstand 2025) im Median 5.506 Euro brutto im Monat. Für freie Moderator/innen gibt es keine belastbaren Daten.

Kann man ohne Abitur Moderator werden? Ja, der Beruf ist nicht an einen Schulabschluss gebunden. Für viele Volontariate und Journalistenschulen ist aber ein höherer Abschluss üblich, deshalb ist der Weg über Praxis und eigene Formate dann umso wichtiger.

Muss man als Moderator Journalist sein? Für Nachrichten, Magazine und Interviews ist journalistisches Handwerk fast immer Voraussetzung. Bei Unterhaltung, Events und Onlineformaten zählen Auftritt, Spontaneität und Publikumsgefühl stärker.

Wie lange dauert eine Moderationsausbildung? Das hängt vom Anbieter ab, denn die Ausbildung ist nicht staatlich geregelt. Ein Volontariat dauert meist zwischen einem und zwei Jahren.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Bundesagentur für Arbeit (2026): BERUFENET, Moderator/in (Funk, Fernsehen), Datenstand Oktober 2026. web.arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/77800
  • Bundesagentur für Arbeit (2025): Entgeltatlas, Moderator/in (Funk, Fernsehen). web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/78374
  • La Roche, Walther von; Buchholz, Axel (Hrsg.) (2017): Radio-Journalismus. 11. Auflage, Springer VS.
  • Buchholz, Axel; Schult, Gerhard (Hrsg.) (2020): Fernseh-Journalismus. 10. Auflage, Springer VS.
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