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Videograf/innen planen, drehen und schneiden Videos meist in Eigenregie, etwa Imagefilme, Eventvideos, Hochzeitsfilme oder Clips für Social Media. Einen geschützten Ausbildungsweg gibt es nicht; der häufigste formale Einstieg ist die dreijährige duale Ausbildung zum/zur Mediengestalter/in Bild und Ton, deren Berufsgattung laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (Datenstand 2025) im Median 3.534 Euro brutto im Monat verdient.

Rubrik: Berufsfelder & Berufsbilder · Unterrubrik: Film & TV · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Videografin, Videoproducer, Videojournalist/in (teilweise), Filmemacher/in, Videographer

Was ist ein/e Videograf/in?

Ein Videograf oder eine Videografin produziert Bewegtbild für Kund/innen, oft vom ersten Gespräch bis zur fertigen Datei. Anders als an einem großen Filmset, wo Kamera, Licht, Ton und Schnitt auf viele Köpfe verteilt sind, liegen diese Aufgaben beim Videografen häufig in einer Hand oder in einem kleinen Team. Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Wer Videograf werden will, kann deshalb über eine Ausbildung, über eine Filmschule oder als Quereinsteiger/in mit starkem Portfolio starten.

Erklärung

Aufgaben im Überblick

Der Arbeitsalltag eines Videografen lässt sich in vier Phasen teilen:

  • Beratung und Konzept: Ziel des Videos klären, Zielgruppe, Länge, Plattform und Budget festlegen, ein kurzes Konzept oder Storyboard schreiben und ein Angebot kalkulieren.
  • Vorbereitung: Drehorte ansehen, Ablauf planen, Interviewpartner/innen briefen, Technik packen, Einverständniserklärungen vorbereiten.
  • Dreh: Kamera bedienen, Licht setzen, Ton aufnehmen, Interviews führen, Schnittbilder sammeln, bei Bedarf eine Drohne oder einen Gimbal einsetzen.
  • Postproduktion: Material sichten, schneiden, Farbe korrigieren, Ton mischen, Musik und Grafiken einbauen, Untertitel anlegen und die Versionen für Website, YouTube oder Instagram ausspielen.

Arbeitsfelder

Videografen arbeiten für Unternehmen (Imagefilm, Recruitingvideo, Produktvideo), für Agenturen, für Vereine und öffentliche Einrichtungen, auf Events und Messen, auf Hochzeiten (siehe Hochzeitsvideograf/in: Beruf, Ablauf, Einstieg) und zunehmend für Social Media. Gerade bei kurzen Hochformat-Clips für Reels oder TikTok entscheiden Tempo und Plattformwissen über den Auftrag.

Angestellt oder selbstständig

Viele Videograf/innen arbeiten freiberuflich oder mit eigenem Gewerbe. Feste Stellen gibt es bei Produktionsfirmen, Agenturen, Medienhäusern und in der internen Kommunikation größerer Unternehmen, dort oft unter Titeln wie Videoproducer oder Mediengestalter/in Bild und Ton. Wer selbstständig ist, verantwortet zusätzlich Akquise, Angebote, Verträge, Versicherungen und die eigene Technik. Ob die Tätigkeit steuerlich als freier Beruf oder als Gewerbe gilt, klärt das Finanzamt im Einzelfall; dazu ist eine Steuerberatung sinnvoll.

Ausrüstung im Überblick

Zum Grundstock gehören eine Kamera mit guter Videoqualität, zwei bis drei Objektive, Funkstrecken und ein Richtmikrofon, ein kleines Lichtset, Stativ und Gimbal, schnelle Speicherkarten und ein Schnittrechner mit Software wie DaVinci Resolve, Premiere Pro oder Final Cut Pro. Wichtiger als das teuerste Gerät ist, dass Bild, Ton und Licht zuverlässig zusammenspielen.

Beispiele

  • Imagefilm für einen Handwerksbetrieb: Ein Drehtag mit Interviews und Werkstattbildern, danach eine zweiminütige Hauptversion und drei kurze Clips für Social Media.
  • Recruitingvideo: Auszubildende erzählen von ihrem Alltag; der Videograf führt die Interviews so, dass sie natürlich wirken.
  • Eventvideo: Ein Firmenjubiläum wird mit zwei Kameras begleitet, noch am Abend entsteht ein kurzer Highlight-Clip.
  • Social-Media-Serie: Ein Café bucht monatlich vier Hochformat-Videos mit festen Formaten und Untertiteln.
  • Erklärvideo mit Realfilm: Ein Produkt wird im Studio vor neutralem Hintergrund gezeigt, Grafiken ergänzt später der Schnitt.

In der Praxis

Wie wird man Videograf/in?

  1. Duale Ausbildung Mediengestalter/in Bild und Ton: Sie dauert laut Ausbildungsverordnung von 2020 drei Jahre, zuständig sind die Industrie- und Handelskammern (BIBB). Ausbildungsbetriebe sind Produktionsfirmen, Sender und Medienunternehmen.
  2. Schulische Ausbildung an einer Berufsfachschule: Hier steht die Gestaltung im Vordergrund, mit Projekten statt Betriebsalltag.
  3. Filmschule oder akademischer Weg: Möglich, aber für die meisten Aufträge eines Videografen keine Voraussetzung.
  4. Quereinstieg: Viele kommen aus der Fotografie, dem Journalismus oder dem Marketing und bauen ihr Können über eigene Projekte auf.

Für Auftraggeber/innen zählt am Ende das Showreel: drei bis fünf kurze, sauber geschnittene Arbeiten aus dem Bereich, in dem man arbeiten will.

Ausbildung an der Lazi Akademie

Wer als Videograf/in nicht nur abdrücken, sondern Geschichten erzählen will, findet im Fachbereich Film und Mediendesign der Lazi Akademie in Esslingen am Neckar eine staatlich anerkannte, dreijährige Ausbildung zum/zur Film- und Mediendesigner/in. Du arbeitest dort ab dem ersten Semester an echten Produktionen, vom Werbespot bis zur Dokumentation, und lernst Kamera, Licht, Ton, Schnitt und Produktion; ein eigener Schwerpunkt behandelt Social Media Produktion für TikTok, Reels und YouTube Shorts. Die gemeinnützige Berufsfachschule für Gestaltung nimmt Bewerber/innen mit Mittlerer Reife, Abitur oder abgeschlossener Ausbildung auf, ein Portfolio brauchst du nicht, stattdessen gibt es eine Kreativaufgabe. Bewerben kannst du dich direkt über die Fachbereichsseite.

Gehalt

Für den Titel „Videograf“ gibt es keine eigene Statistik. Am nächsten liegt die Berufsgattung „Berufe in der Bild- und Tontechnik, fachlich ausgerichtete Tätigkeiten“, zu der Mediengestalter/innen Bild und Ton sowie Film- und Videoeditor/innen gehören.

Kennzahl (Vollzeit, brutto im Monat)Wert
Median3.534 Euro
Unteres Quartil2.927 Euro
Oberes Quartil4.398 Euro

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Datenstand 2025, Berufsgattung Bild- und Tontechnik (Fachkraft).

Der Entgeltatlas erfasst nur sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Für Tagessätze selbstständiger Videografen gibt es keine belastbaren Daten; sie hängen von Region, Spezialisierung, Technik und Kundenkreis ab.

Berufsaussichten

Bewegtbild ist in der Unternehmenskommunikation und im Marketing Standard geworden. Gefragt sind Videograf/innen, die schnell liefern, mehrere Formate aus einem Dreh ableiten und rechtlich sauber arbeiten, etwa mit Einverständniserklärungen und lizenzierter Musik. Wer sich spezialisiert, zum Beispiel auf Industrie, Gastronomie oder Hochzeiten, kann sich leichter von der Masse abheben.

Vergleich & Abgrenzung

BerufArbeitsweiseTypischer Markt
Videograf/inDreh und Schnitt meist in einer HandUnternehmen, Events, Social Media
Kamerafrau und Kameramann: Gehalt, Ausbildung, AufgabenBildgestaltung im arbeitsteiligen TeamSpielfilm, Serie, Werbung, TV
Cutter / Video-Editor: Aufgaben, Gehalt, AusbildungSpezialisierung auf Schnitt und MontagePostproduktion, Sender, Agenturen
YouTube Cutter: Aufgaben, Einstieg, VerdienstSchnitt für Kanäle von Creator/innenYouTube, Streaming, Social Media
Content CreatorEigener Kanal, eigene MarkePlattformen, Kooperationen

Der Unterschied zur Kamerafrau oder zum Kameramann liegt weniger im Können als im Markt: Videografen verkaufen meist ein Komplettpaket an Endkund/innen, Kameraleute arbeiten in Produktionsstrukturen mit Regie und Produktion.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie werde ich Videograf ohne Ausbildung? Das geht, weil der Titel nicht geschützt ist. Du brauchst dann ein überzeugendes Showreel, solide Technikkenntnisse und erste zahlende Kund/innen, oft über Praktika, Assistenzen oder kleine Aufträge im Bekanntenkreis. Eine Ausbildung macht den Einstieg planbarer.

Was verdient ein Videograf? Angestellte in der passenden Berufsgattung verdienen laut Entgeltatlas (Datenstand 2025) im Median 3.534 Euro brutto im Monat bei Vollzeit. Für selbstständige Videografen gibt es keine belastbaren Daten, die Spanne ist groß.

Brauche ich Abitur, um Videograf/in zu werden? Nein. Für die duale Ausbildung zum/zur Mediengestalter/in Bild und Ton schreibt die Verordnung keinen bestimmten Schulabschluss vor, die Betriebe wählen selbst aus. Auch viele schulische Ausbildungen sind mit Mittlerer Reife möglich.

Was ist der Unterschied zwischen Videograf und Kameramann? Videograf/innen planen, drehen und schneiden häufig allein oder im Kleinstteam. Kameraleute sind auf die Bildgestaltung spezialisiert und arbeiten mit eigenen Abteilungen für Licht, Ton und Schnitt.

Welche Kamera braucht ein Videograf am Anfang? Eine Kamera, die du sicher beherrschst und die sauberes Bild in deinem Einsatzbereich liefert, ist wichtiger als ein bestimmtes Modell. Mindestens ebenso wichtig sind guter Ton und ein kleines Lichtset.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Bundesagentur für Arbeit (2025): Entgeltatlas, Berufsgattung Bild- und Tontechnik (Fachkraft). web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas
  • Bundesinstitut für Berufsbildung (2020): Verordnung über die Berufsausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton und zur Mediengestalterin Bild und Ton. bibb.de
  • Bundesagentur für Arbeit (2026): BERUFENET, Mediengestalter/in Bild und Ton. web.arbeitsagentur.de/berufenet
  • Ascher, Steven; Pincus, Edward (2012): The Filmmaker's Handbook. 4. Auflage, Plume.
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