Ein Fotolaborant oder eine Fotolaborantin entwickelte Filme, fertigte Abzüge und Vergrößerungen und bearbeitete Bilder im Labor; die eigene Ausbildung gibt es seit 2013 nicht mehr, sie ging in den Beruf Mediengestalter/in Digital und Print auf. Laborarbeit gibt es heute noch in Großlaboren, Fachlaboren für analoge Fotografie und Digitaldruck; der Entgeltatlas nennt für Fotolaborant/innen in der Berufsgattung Fototechnik einen Median von 3.477 Euro brutto im Monat.
Rubrik: Berufsfelder & Berufsbilder · Unterrubrik: Foto-Berufe · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Fotolaborantin, Fotomedienlaborant/in, Photolaborant/in, Laborant/in im Fotolabor
Was macht ein Fotolaborant?
Fotolaborant/innen waren die technische Seite der Fotografie. Während Fotograf/innen die Aufnahme gestalteten, sorgten sie im Labor für Entwicklung, Farbe, Dichte und Druck. Wer heute nach „Fotolaborant“ sucht, will meist wissen, ob es den Beruf noch gibt und welche Wege es stattdessen gibt. Die kurze Antwort: Die Tätigkeit lebt in Großlaboren, Fachlaboren und der Bildbearbeitung weiter, die alten Ausbildungsordnungen sind aufgehoben.
Erklärung: Geschichte des Ausbildungsberufs
Die Entwicklung lässt sich an den Verordnungen nachvollziehen:
| Jahr | Regelung |
|---|---|
| 1981 | Verordnung über die Berufsausbildung zum Fotolaboranten/zur Fotolaborantin vom 16.01.1981 |
| 1998 | Neuer Beruf Fotomedienlaborant/in, Verordnung vom 10.12.1997, in Kraft ab 01.08.1998 |
| 2013 | Beide Verordnungen werden durch die Ausbildungsverordnung Mediengestalter/in Digital und Print aufgehoben, in Kraft ab 01.08.2013 |
| 2023 | Neue Ausbildungsverordnung Mediengestalter/in Digital und Print, die die Fassung von 2013 ablöst |
Quellen: BIBB Berufesuche, Genealogie Fotolaborant; Verordnung über die Berufsausbildung zum Mediengestalter Digital und Print (MedienGestAusbV) vom 26.04.2013, BGBl. I S. 1173, § 10; buzer.de, Fassungen 2013 und 2023.
Hintergrund ist der Wandel der Technik. Mit der Digitalfotografie verschwanden viele Arbeitsschritte im Nasslabor, Bildbearbeitung und Druck wanderten an den Rechner. Die Inhalte des Fotolabors wurden deshalb in die Medienberufe integriert.
Beispiele für Laborarbeit heute
- Großlabor: industrielle Herstellung von Fotobüchern, Abzügen und Wandbildern aus digitalen Daten, mit Farbmanagement und Qualitätskontrolle.
- Fachlabor für analoge Fotografie: Entwicklung von Kleinbild- und Mittelformatfilmen, Scans, Handabzüge in der Dunkelkammer.
- Fine-Art-Druck: Ausbelichtung und Tintenstrahldruck auf Fotopapieren für Ausstellungen und Galerien, siehe Fotopapier.
- Archive und Museen: Digitalisierung und Restaurierung historischer Negative und Abzüge.
- Studios: Bildbearbeitung, Proofs und Ausbelichtung als Teil der Produktion, siehe Bildbearbeiter / Retoucheur, Aufgaben, Gehalt und Ausbildung.
Wie arbeitet man heute als Fotolaborant?
Wer im Labor arbeiten möchte, hat heute mehrere Wege:
- Mediengestalter/in Digital und Print: dreijährige duale Ausbildung, die seit 2013 die früheren Laborberufe ersetzt, siehe Mediengestalter/in Digital und Print.
- Fotograf/in: dreijährige duale Ausbildung im Handwerk, seit 1. August 2025 mit der Wahlqualifikation analoge Fotografie (BIBB, 2025).
- Fotomedienfachmann/-frau: dreijährige Ausbildung mit Bildaufnahme, Bildbearbeitung und Bildwiedergabe, dazu Beratung und Verkauf, siehe Fotomedienfachmann/-frau: Ausbildung, Inhalte, Gehalt.
- Schulische Ausbildung in Fotodesign an einer Berufsfachschule, mit starkem Anteil an Postproduktion.
- Quereinstieg in Fachlabore über Praktikum und Einarbeitung, besonders im analogen Bereich, siehe Analogfotograf/in: Beruf, Markt und Ausbildung.
Ausbildung an der Lazi Akademie
Laborarbeit heißt heute vor allem, Bilder vom Rohdatenformat bis zum Druck technisch perfekt zu machen, und in der staatlich anerkannten Ausbildung Fotodesign und Digital Imaging an der Lazi Akademie in Esslingen am Neckar lernst du professionelle Bildbearbeitung in Capture One und Photoshop, Bildretusche und Compositing, Farblehre und Weißabgleich, und die traditionelle Fotografie hat dort laut Fachbereich noch ihren festen Platz. Die Ausbildung dauert drei Jahre in Vollzeit, Praxis gibt es ab dem ersten Semester, der Abschluss lautet staatlich anerkannte/r Digital Imaging Designer/in. Wenn dich die technische Seite des Bildes genauso reizt wie die Aufnahme, ist das ein moderner Weg. Bewerben kannst du dich direkt über die Fachbereichsseite.
Was verdient ein Fotolaborant?
Der Entgeltatlas führt Fotolaborant/in weiter als Beruf in der Berufsgattung Fototechnik, zusammen mit Fotomedienlaborant/in, Film- und Videolaborant/in und Foto- und medientechnischen Assistent/innen:
| Gruppe | Median brutto/Monat | Spanne (25 bis 75 Prozent) |
|---|---|---|
| Berufsgattung Fototechnik gesamt | 3.477 € | 2.785 bis 4.535 € |
| Frauen | 3.236 € | keine Angabe |
| Männer | 3.696 € | keine Angabe |
| Zum Vergleich: Fotograf/innen | 3.317 € | 2.550 bis 4.290 € |
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Datenstand 2025, Vollzeitbeschäftigte, Berufsgattung „Berufe in der Fototechnik, fachlich ausgerichtete Tätigkeiten“ (Fallzahl 1.619) sowie Berufsgattung Fotografie.
Die Werte beschreiben die ganze Berufsgattung, nicht nur Fotolaborant/innen. Wer heute über eine andere Ausbildung ins Labor einsteigt, sollte zusätzlich die Werte dieses Berufs ansehen, etwa im Eintrag zu Mediengestalter/innen.
Voraussetzungen und Fähigkeiten
- Technik: Farbmanagement, Kalibrierung, Druckverfahren, Rohdatenentwicklung, bei analoger Arbeit Chemie und Dunkelkammer.
- Genauigkeit: gleichbleibende Qualität bei großen Stückzahlen, Fehler früh erkennen.
- Gestalterisches Auge: Farbe und Kontrast so steuern, dass das Bild der Absicht der Fotograf/innen entspricht.
- Umgang mit Chemikalien: im analogen Labor Arbeitsschutz und fachgerechte Entsorgung.
In der Praxis
Arbeitsplätze finden sich in industriellen Großlaboren, kleinen Fachlaboren in Großstädten, Druckereien, Museen und Archiven sowie in Studios mit eigener Bildbearbeitung. Analoge Fotografie ist eine Nische, von der spezialisierte Fachlabore leben. Viele frühere Fotolaborant/innen arbeiten heute in Bildbearbeitung, Druckvorstufe oder Digitalisierung.
Vergleich & Abgrenzung
| Merkmal | Fotolaborant/in (früher) | Mediengestalter/in Digital und Print (heute) |
|---|---|---|
| Ausbildung | eigene Verordnungen 1981 und 1997, aufgehoben 2013 | duale Ausbildung, aktuelle Verordnung 2023 |
| Schwerpunkt | Film, Abzug, Vergrößerung | Gestaltung, Technik, Medienproduktion |
| Werkzeug | Dunkelkammer, Printer | Software, Druck- und Ausgabesysteme |
| Arbeitsort | Fotolabor | Agentur, Druckerei, Verlag, Labor |
Häufige Fragen (FAQ)
Gibt es die Ausbildung zum Fotolaborant noch? Nein. Die Verordnungen für Fotolaborant/in (1981) und Fotomedienlaborant/in (1997) wurden mit der Ausbildungsverordnung Mediengestalter/in Digital und Print zum 1. August 2013 aufgehoben. Laborinhalte lernt man heute in Mediengestaltung, Fotografie oder Fotomedien.
Was verdient ein Fotolaborant? Der Entgeltatlas nennt für die Berufsgattung Fototechnik, zu der Fotolaborant/innen gehören, einen Median von 3.477 Euro brutto im Monat (Datenstand 2025). Die Spanne reicht von 2.785 bis 4.535 Euro.
Was ist der Unterschied zwischen Fotolaborant und Fotomedienlaborant? Fotomedienlaborant/in war der Nachfolgeberuf ab 1998, der neben dem klassischen Labor auch digitale Bildbearbeitung umfasste. Beide Ausbildungen wurden 2013 aufgehoben.
Wo arbeiten Fotolaboranten heute? In Großlaboren für Fotobücher und Abzüge, in Fachlaboren für analoge Fotografie, im Fine-Art-Druck, in Archiven und Museen sowie in der Bildbearbeitung von Studios und Agenturen.
Verwandte Einträge
- Analogfotograf/in: Beruf, Markt und Ausbildung
- Bildbearbeiter / Retoucheur, Aufgaben, Gehalt und Ausbildung
- Fotomedienfachmann/-frau: Ausbildung, Inhalte, Gehalt
- Fotoeditor/in (DAM): Aufgaben, Ausbildung, Gehalt
Weiterführend
- Bundesinstitut für Berufsbildung (o. J.): Berufesuche, Genealogie Fotolaborant/Fotolaborantin. bibb.de.
- Verordnung über die Berufsausbildung zum Mediengestalter Digital und Print (MedienGestAusbV) vom 26.04.2013, BGBl. I S. 1173, § 10 Aufhebung bisheriger Vorschriften.
- Verordnung über die Berufsausbildung zum Mediengestalter Digital und Print vom 15.05.2023, BGBl. 2023 I Nr. 128.
- Verordnung über die Berufsausbildung zum Fotomedienlaboranten/zur Fotomedienlaborantin vom 10.12.1997, BGBl. I S. 3177.
- Bundesagentur für Arbeit (2025): Entgeltatlas, Beruf Fotolaborant/in. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas, Datenstand 2025.
- Bundesinstitut für Berufsbildung (2025): Neuordnung Fotograf/in, Wahlqualifikation analoge Fotografie. bibb.de.
Interesse an Partnerbeiträgen oder Anzeigen im Lazi-Wiki? So funktioniert es ›
