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Ein Tierfotograf oder eine Tierfotografin porträtiert Haustiere, Pferde und Nutztiere für Halter/innen, Züchter, Tierheime und Werbung, im Studio oder draußen. Der Weg führt meist über eine Fotografenausbildung oder eine schulische Ausbildung in Fotodesign plus Spezialisierung; angestellte Fotograf/innen verdienen laut Entgeltatlas im Median 3.317 Euro brutto im Monat, Tierfotograf/innen arbeiten aber fast immer selbstständig.

Rubrik: Berufsfelder & Berufsbilder · Unterrubrik: Foto-Berufe · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Tierfotografin, Haustierfotograf/in, Hundefotograf/in, Pferdefotograf/in, pet photographer

Was macht ein Tierfotograf?

Ein Tierfotograf fängt Charakter ein: den aufmerksamen Blick eines Border Collies, die Kraft eines Pferdes im Galopp, die Ruhe einer alten Katze. Die Gattungsseite Tierfotografie beschreibt Technik, Licht und Motive. Dieser Eintrag erklärt den Beruf: Wer bucht Tierfotograf/innen, wie verläuft ein Shooting, wovon lebt man und wie kommt man hinein. Wildtiere in freier Natur sind ein eigenes Feld, siehe Naturfotograf/in: Beruf, Einkommen, Wege und Ethik.

Erklärung: Aufgaben und Arbeitsfelder

Tierfotografie ist überwiegend ein Privatkundengeschäft, ergänzt durch gewerbliche Aufträge. Die wichtigsten Felder:

  • Haustierporträts: Hunde, Katzen und Kleintiere für Halter/innen, oft mit der Familie im Bild, im Studio oder an einem Lieblingsort.
  • Pferdefotografie: Porträts, Bewegungsbilder und Turnierfotos für Reiter/innen, Ställe und Zuchtbetriebe.
  • Zucht und Verkauf: Standfotos und Bewegungsbilder für Zuchtverbände, Verkaufsanzeigen und Websites.
  • Werbung und Produkte: Bilder für Futtermittel, Zubehör und Tierarztpraxen, oft mit trainierten Tieren und Tiertrainer/innen am Set.
  • Tierschutz: Vermittlungsfotos für Tierheime, häufig ehrenamtlich oder zu reduzierten Preisen.

Zum Ablauf gehören ein Vorgespräch über Charakter und Gesundheit des Tieres, die Wahl eines ruhigen Ortes, viel Geduld beim Shooting, die Auswahl mit den Kund/innen und häufig der Verkauf von Drucken, Alben oder Wandbildern.

Beispiele

  • Hundeshooting im Park: eine Stunde mit Leckerli, Spielzeug und einer Assistenz, die Aufmerksamkeit lenkt, danach Bildauswahl im Studio.
  • Seniorenhund: ein Erinnerungsshooting für eine Familie, bei dem Ruhe und kurze Einheiten wichtiger sind als viele Posen.
  • Pferdehof: Porträts im Abendlicht und Bewegungsbilder auf dem Reitplatz, abgestimmt mit der Reiterin.
  • Futtermittelmarke: Studioproduktion mit mehreren Hunden, Trainer/in und Produktbildern für Verpackung und Website.
  • Tierheim: regelmäßige Vermittlungsfotos, die Tiere freundlich und ehrlich zeigen.

Wie wird man Tierfotograf?

Es gibt keinen geschützten Titel und keine eigene Ausbildung. Gängige Wege sind die dreijährige duale Ausbildung Fotograf/in, neu geordnet zum 1. August 2025 (BIBB, 2025), eine schulische Ausbildung in Fotodesign an einer Berufsfachschule oder der Quereinstieg mit Workshops und viel Übung. Hilfreich ist Erfahrung im Umgang mit Tieren, etwa aus Hundeschule, Reitstall oder Tierheim. Wer Tierverhalten lesen kann, bekommt bessere Bilder und arbeitet sicherer.

Ausbildung an der Lazi Akademie

Tierfotografie ist Porträtarbeit mit einem Modell, das keine Anweisungen versteht, und die staatlich anerkannte Ausbildung Fotodesign und Digital Imaging an der Lazi Akademie in Esslingen am Neckar gibt dir dafür das Handwerk: Studio- und Lichtarbeit, Portrait und Expression, Location-Shootings, Lifestyle-Fotografie, Retusche und den Aufbau eines eigenen Portfolios mit Bildserien. Einen eigenen Schwerpunkt Tierfotografie gibt es nicht, die Grundlagen tragen aber genau in dieses Feld. Nach drei Jahren Vollzeit schließt du als staatlich anerkannte/r Digital Imaging Designer/in ab, die Ausbildung ist BAföG-förderfähig. Bewerben kannst du dich direkt über die Fachbereichsseite.

Was verdient ein Tierfotograf?

Für Tierfotograf/innen gibt es keine eigene Statistik. Angestellt arbeiten nur wenige, etwa in Studios mit Tierschwerpunkt. Für angestellte Fotograf/innen insgesamt gilt:

GruppeMedian brutto/MonatSpanne (25 bis 75 Prozent)
Fotograf/innen gesamt3.317 €2.550 bis 4.290 €
Alter 25 bis 543.240 €2.551 bis 4.145 €

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Datenstand 2025, Vollzeitbeschäftigte, Berufsgattung „Berufe in der Fotografie, fachlich ausgerichtete Tätigkeiten“.

Selbstständige verdienen über Shootingpauschalen und den Verkauf von Bildern, Drucken und Produkten. Belastbare Daten zu diesen Einnahmen aus Tarif oder Verbandsumfrage gibt es nicht. Zur Einordnung: Versicherte der Künstlersozialkasse im Bereich Bildende Kunst meldeten zum 1. Januar 2026 ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 21.100 Euro (KSK, 2026); ob eine Tierfotografin dort aufgenommen wird, entscheidet die KSK im Einzelfall.

Voraussetzungen und Ausrüstung

  • Persönlich: Geduld, Ruhe, Humor und Respekt vor dem Tier. Ein Shooting endet, wenn das Tier gestresst ist.
  • Fachlich: schneller Autofokus mit Tiererkennung, Arbeiten auf Augenhöhe, Lichtführung bei dunklem oder weißem Fell.
  • Ausrüstung im Überblick: lichtstarke Festbrennweiten, ein Telezoom für Bewegung, Geräuschquellen und Leckerli nach Absprache, im Studio Dauerlicht oder leise Blitze.
  • Sicherheit: Leine und Halter/in in der Nähe, sichere Orte ohne Straßenverkehr, Rücksicht auf andere Tiere.
  • Recht: Werden Halter/innen mit abgebildet, gilt das Recht am eigenen Bild; Nutzung für Werbung des eigenen Studios vertraglich klären.

In der Praxis

Das Geschäft ist saisonal: Outdoorshootings konzentrieren sich auf Frühling, Sommer und Herbst, im Winter laufen Studiotermine und Weihnachtsaktionen. Viele Tierfotograf/innen leben vor allem vom Verkauf hochwertiger Produkte nach dem Shooting. Empfehlungen aus Hundeschulen, Ställen und Tierarztpraxen sind der wichtigste Akquiseweg. Häufig kombinieren Tierfotograf/innen ihr Angebot mit Familienbildern, siehe Kinderfotograf/in: Beruf, Aufgaben, Gehalt und Wege, oder mit Produktfotografie für Tierbedarf.

Vergleich & Abgrenzung

MerkmalTierfotograf/inNaturfotograf/in
TiereHaus-, Nutz- und ZootiereWildtiere in freier Natur
Kund/innenHalter/innen, Züchter, MarkenVerlage, Agenturen, eigene Projekte
Ablaufgeplante Shootings mit Menschenlange Ansitze, kaum planbar
EinnahmenShootings und ProduktverkaufBildlizenzen, Bücher, Vorträge, Reisen

Häufige Fragen (FAQ)

Kann man vom Beruf Tierfotograf leben? Ja, aber meist nur mit klarem Geschäftsmodell. Die meisten Tierfotograf/innen verdienen am Verkauf von Bildern und Produkten nach dem Shooting und kombinieren mehrere Angebote. Belastbare Einkommensdaten gibt es nicht.

Welche Ausbildung brauche ich als Tierfotograf? Keine bestimmte. Eine duale Ausbildung Fotograf/in oder eine schulische Ausbildung in Fotodesign gibt dir Technik und Bildgestaltung, Erfahrung mit Tieren kommt über Praxis, Hundeschule oder Reitstall dazu.

Wie lange dauert ein Tiershooting? Meist ein bis zwei Stunden mit Pausen. Entscheidend ist das Tier: Junge oder unruhige Tiere brauchen kurze Einheiten, ältere Tiere eine ruhige Umgebung.

Was verdient ein angestellter Tierfotograf? Ein eigener Wert wird nicht erhoben. Fotograf/innen insgesamt verdienen laut Entgeltatlas (Datenstand 2025) im Median 3.317 Euro brutto im Monat.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Bundesagentur für Arbeit (2025): Entgeltatlas, Beruf Fotograf/in. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas, Datenstand 2025.
  • Künstlersozialkasse (2026): KSK in Zahlen, Durchschnittseinkommen der Versicherten zum 01.01.2026. kuenstlersozialkasse.de.
  • Bundesinstitut für Berufsbildung (2025): Neuordnung Fotograf/in ab 1. August 2025. bibb.de.
  • Wiki: Tierfotografie und Wildlife-Fotografie.
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