← Zurück zu Berufsfelder
Game Artists gestalten alles, was man in einem Videospiel sieht: Figuren, Welten, Objekte, Effekte und Oberflächen, in 2D oder 3D und so, dass es in einer Game Engine in Echtzeit läuft. Eine geregelte Ausbildung gibt es nicht; der Weg führt über schulische Ausbildungen in 3D und Animation, ein Studium in Game Design oder ein starkes Portfolio, und der Median liegt laut Entgeltatlas bei 4.149 Euro brutto im Monat.

Rubrik: Berufsfelder & Berufsbilder · Unterrubrik: Game-Berufe · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Game Art, Spielegrafiker/in, 3D Game Artist, 2D Game Artist, Games Artist

Was macht ein Game Artist?

Ein Game Artist sorgt dafür, dass ein Spiel gut aussieht und gleichzeitig flüssig läuft. Das unterscheidet Game Art von Illustration oder Filmanimation: Jedes Modell und jede Textur muss so gebaut sein, dass ein Rechner, eine Konsole oder ein Smartphone sie viele Male pro Sekunde darstellen kann.

„Game Artist“ ist ein Oberbegriff. In kleinen Studios machen Game Artists von der Skizze bis zum fertigen Asset vieles selbst. In großen Produktionen spezialisieren sie sich, etwa auf Figuren, Umgebungen, Effekte oder die Benutzeroberfläche.

Erklärung: Spezialisierungen und Aufgaben

Im Alltag arbeiten Game Artists nach Vorgaben der Art Direction und in enger Abstimmung mit Game Design und Programmierung. Typische Schritte sind Blockout, Modellieren, Retopologie, UV-Mapping, Texturieren, Import in die Engine und Optimierung.

Game Artist werden: Ausbildung und Wege

Game Artist ist kein Ausbildungsberuf. Diese Wege sind verbreitet:

Schulische Ausbildung in 3D, Animation und VFX: Berufsfachschulen vermitteln Modeling, Texturing, Lighting und Echtzeit-Rendering. Ob ein Abschluss staatlich anerkannt ist, unterscheidet sich je nach Schule und Bildungsgang.

Studium an einer Hochschule: Game Design, Game Art oder Animation an öffentlichen und privaten Hochschulen, oft mit Mappe.

Duale Ausbildung: Mediengestalter/in Bild und Ton oder Digital und Print als Grundlage, Game Art dann zusätzlich.

Selbststudium: Mit Blender und Unreal Engine, beide für den Einstieg kostenlos nutzbar, lernen viele die Grundlagen selbst. In der Branche zählt am Ende vor allem das Portfolio.

Ausbildung an der Lazi Akademie

Wer Game Art mit einer breiten gestalterischen Basis lernen will, findet an der Lazi Akademie in Esslingen am Neckar den Fachbereich Digital Film, Animation und VFX: drei Jahre schulische Berufsausbildung in Vollzeit mit 3D Modeling und Sculpting, Retopologie und UV-Mapping, Rigging und Charakteranimation sowie Lighting, Rendering und Echtzeit-Rendering in Game Engines. Gearbeitet wird mit Blender, Cinema 4D, After Effects und Unreal Engine, als Berufsfelder nennt die Akademie Film, Gaming und Werbung. Der Bildungsgang ist neu, nicht staatlich anerkannt und beim Regierungspräsidium Stuttgart angezeigt; staatlich anerkannt sind an der Lazi die drei Fachbereiche Fotodesign und Digital Imaging, Film und Mediendesign sowie Grafik- und Kommunikationsdesign. Bewerben kannst du dich direkt über die Fachbereichsseite, Programmierkenntnisse und Portfolio sind keine Voraussetzung.

Gehalt: Was verdient ein Game Artist?

Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (Datenstand 2025) führt „Game Artist“ als eigenen Beruf in der Berufsgattung Grafik-, Kommunikations- und Fotodesign auf Spezialistenniveau. Der Wert gilt für die ganze Gruppe, zu der auch Gamedesigner/innen, UX-Designer/innen und Webdesigner/innen gehören:

  • Median: 4.149 Euro brutto im Monat, Vollzeit; mittlere Hälfte 3.319 bis 5.344 Euro.
  • Nach Alter: unter 25 Jahren 2.984 Euro, 25 bis 54 Jahre 4.161 Euro, ab 55 Jahren 4.449 Euro.
  • Nach Region: Bayern 4.492 Euro, Berlin 4.396 Euro, Baden-Württemberg 4.271 Euro, Hessen 4.253 Euro, Hamburg 4.247 Euro, Nordrhein-Westfalen 3.989 Euro.

3-D-Artists stehen im Entgeltatlas in der Expertenstufe mit 3.914 Euro Median. Werte speziell für Spielestudios weist der Entgeltatlas nicht aus. Viele Game Artists arbeiten auch frei oder auf Projektbasis; dafür gibt es keine belastbaren amtlichen Einkommensdaten.

Voraussetzungen und Skills

  • Kunstgrundlagen: Form, Farbe, Licht, Anatomie, Perspektive.
  • 3D-Software: Blender, Maya oder 3ds Max, ZBrush für Sculpting.
  • Texturing: Substance Painter und Designer, Photoshop.
  • Engines: Unreal Engine oder Unity, Import und Materialaufbau.
  • Technik: Polygonbudget, Level of Detail, PBR-Materialien, Texturgrößen.
  • Teamarbeit: Feedback annehmen, Vorgaben der Art Direction treffen.

Beispiele

  • Beispiel 1, Indie-Studio: Ein Game Artist entwirft und baut alle Figuren und Umgebungen für ein kleines Plattformspiel.
  • Beispiel 2, große Produktion: Eine Environment Artistin modelliert über Monate Gebäude für eine offene Spielwelt.
  • Beispiel 3, Mobile: Ein 2D Game Artist zeichnet Figuren und Icons für ein Smartphone-Spiel.
  • Beispiel 4, Serious Game: Eine Game Artistin gestaltet eine Lernsimulation für die Ausbildung in der Pflege.
  • Beispiel 5, Outsourcing: Ein freier Game Artist liefert Props für mehrere Studios.

In der Praxis

Im Portfolio zählen wenige fertige Assets mehr als viele halbe. Zeige, wie ein Objekt in der Engine aussieht, nicht nur im Renderer, und gib Polygonzahl und Texturgröße an. Studios achten darauf, ob jemand ein Asset von der Idee bis zur spielbaren Version führen kann. Wichtige Treffpunkte der Branche sind die gamescom in Köln und Fachveranstaltungen der Studios und Verbände. Wie Modelle vom Programm in die Engine kommen, beschreibt der Eintrag 3D Asset Pipeline.

Berufsaussichten

Die Games-Branche ist international und projektgetrieben. Phasen mit vielen Neueinstellungen wechseln sich mit Phasen ab, in denen Studios Stellen abbauen. Wer Game Artist werden will, sollte sich breit aufstellen: Echtzeit-3D wird auch in Film, Werbung, Architektur und Produktvisualisierung genutzt. Mit Unreal-Engine-Wissen stehen damit weitere Arbeitsfelder offen, etwa als 3D Designer/in.

Vergleich & Abgrenzung

MerkmalGame ArtistGame Designer/in
KernWie das Spiel aussiehtWie das Spiel funktioniert
ErgebnisModelle, Texturen, Effekte, UIRegeln, Level, Spielmechaniken
WerkzeugeBlender, ZBrush, Substance, EngineEngine, Dokumente, Prototypen
StatistikGame Artist, 4.149 € MedianGamedesigner/in, gleiche Berufsgattung

Den Nachbarberuf beschreibt Game Designer: Aufgaben, Ausbildung und Gehalt. Gegenüber 3D Artists im Film müssen Game Artists stärker auf Echtzeit und Leistung achten.

Häufige Fragen

Wie werde ich Game Artist? Über eine schulische Ausbildung in 3D und Animation, ein Studium in Game Art oder Game Design oder Selbststudium. Entscheidend ist ein Portfolio mit fertigen, engine-tauglichen Assets.

Was verdient ein Game Artist? Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (Datenstand 2025) liegt der Median bei 4.149 Euro brutto im Monat, unter 25 Jahren bei 2.984 Euro.

Brauche ich als Game Artist Programmierkenntnisse? Nein, für die meisten Rollen nicht. Technisches Verständnis für Engines, Polygonbudgets und Materialien ist aber wichtig, Technical Artists brauchen zusätzlich Scripting.

Welche Software nutzen Game Artists? Verbreitet sind Blender, Maya, ZBrush, Substance Painter, Photoshop sowie die Engines Unreal Engine und Unity.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Bundesagentur für Arbeit (2026): Entgeltatlas, Berufe „Game Artist“ und „Computergrafiker/in“ (Berufsgattung mit 3-D-Artist), Datenstand Entgeltatlas 2025, abgerufen November 2026. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas
  • Epic Games (2026): Unreal Engine Documentation. dev.epicgames.com
  • Blender Foundation (2026): Blender Manual. docs.blender.org
  • Adobe (2026): Substance 3D Painter Documentation. helpx.adobe.com
← Zurück zu Berufsfelder

Bitte keine persönlichen Daten eintragen.

0 / 1000

Gespeichert werden nur dein Text, die Seite und der Zeitpunkt, ohne Name oder E-Mail. Gegen Missbrauch merken wir uns 24 Stunden lang einen nicht rückrechenbaren Hash deiner IP-Adresse. Mehr in der Datenschutzerklärung.

Interesse an Partnerbeiträgen oder Anzeigen im Lazi-Wiki? So funktioniert es ›

Infotag

Sei am Mittwoch dabei.
Bring Eltern oder Freunde mit.

Ein halber Nachmittag, der dir drei Jahre Klarheit bringen kann. Kostenlos, unverbindlich, ehrlich.

  • Rundgang durch Studios, Schnitträume und Tonstudio
  • Echte Absolventenfilme sehen
  • 1:1-Beratung zu Bewerbung & BAföG
  • Studierende direkt fragen
  • Kaffee, kein Sales-Pitch
  • Auch online möglich

Platz beim Infotag reservieren

Dauert 30 Sekunden. Bestätigung per E-Mail.
100 % kostenlos · keine Verpflichtung · jederzeit absagbar