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UI/UX Designer in der Spielentwicklung gestalten die gesamte Nutzeroberfläche eines Spiels – von Startmenü und Inventarbildschirmen bis hin zum Heads-Up Display (HUD) und allen Systemmenüs – mit dem Ziel, Informationen klar, ansprechend und dem Spielfluss dienlich zu kommunizieren.

Was macht ein:e UI/UX Designer?

Spielinterfaces sind ein komplexer Balanceakt: Sie müssen Informationen bereitstellen, ohne die Immersion zu brechen, und intuitiv bedienbar sein, ohne das visuelle Design zu dominieren.

UX-Phase (User Experience): UX Designer beginnen mit Nutzerforschung und Informationsarchitektur. Welche Daten braucht ein Spieler in welchem Moment? Wie navigiert man durch ein Hauptmenü? Was passiert beim ersten Start (Onboarding)? Wireframes, User Flows und Prototypen entstehen in dieser Phase.

UI-Phase (User Interface): Basierend auf dem UX-Gerüst entwerfen UI Designer die visuelle Sprache: Schriftarten, Icons, Farbcodes, Animationen und das Gesamtlayout des HUDs und aller Menüs. Diese müssen mit der Art Direction des Spiels harmonieren.

HUD-Design: Das Heads-Up Display ist das dauerhaft sichtbare Interface während des Gameplays – Lebensanzeige, Munition, Minimap, Fähigkeiten-Cooldowns. Gutes HUD-Design kommuniziert präzise, ohne Sichtfeld zu versperren. Fortschrittliche Designs wie „Diegetic UI" (Informationen werden in der Spielwelt selbst dargestellt, nicht in einem Overlay) erfordern besonders enge Zusammenarbeit mit dem Game-Design-Team.

Accessibility: Zunehmend müssen UI/UX Designer Barrierefreiheit einplanen: Colorblind-Modi, skalierbare Schriften, anpassbare HUD-Größen. Titel wie The Last of Us Part II haben Accessibility-Standards für die gesamte Branche gesetzt.

Implementierung: In vielen Studios sind UI/UX Designer auch für die technische Implementierung in der Engine verantwortlich, entweder über UMG (Unreal Motion Graphics) in Unreal Engine oder das UI Toolkit in Unity.

Ausbildung & Einstieg

UI/UX Design ist ein Berufsfeld mit starkem Zustrom aus verwandten Disziplinen:

  • Kommunikationsdesign-Studiengänge: FH Düsseldorf, HAW Hamburg, Hochschule Darmstadt – alle mit digitalem Schwerpunkt
  • UX Design-Bootcamps: CareerFoundry, Ironhack (für schnellen Quereinstieg, ohne Game-Spezifik)
  • Cologne Game Lab (TH Köln): Spieldesign-Studiengang mit Interface-Design-Modulen
  • SAE Institute: Game Art umfasst UI-Grundlagen

Quereinstieg aus Web-/App-UX-Design ist gut möglich – die Prinzipien sind ähnlich, aber Spielinterfaces haben ihre eigenen Herausforderungen (Controller vs. Maus, Immersion, dynamische Spielzustände).

Portfolio sollte enthalten: Wireframes, fertige UI-Designs mit Begründung der Gestaltungsentscheidungen, animierte Prototypen (Figma, After Effects) und idealerweise in-Engine-Implementierungen.

Gehalt & Markt

Laut Glassdoor und Developerjobsboard (Stand 2024, Deutschland):

  • Junior UI/UX Designer: 32.000–42.000 € brutto/Jahr
  • Mid-Level: 44.000–58.000 € brutto/Jahr
  • Senior UI/UX Designer: 60.000–80.000 € brutto/Jahr

UI/UX-Profis mit nachgewiesener Spielerfahrung sind gesucht, da viele UX-Designerinnen und -Designer aus der App- und Webwelt kommen und die spezifischen Anforderungen von Spielinterfaces erst lernen müssen.

Tools & Skills

  • Figma: Industriestandard für Prototypen, Wireframes und UI-Design
  • Adobe XD / Illustrator: Alternative Designtools
  • After Effects / Rive: Für UI-Animationen
  • Unreal Engine (UMG): UI-Implementierung in AAA-Projekten
  • Unity (UI Toolkit): UI-Implementierung in Unity-Projekten
  • Grundverständnis von Typografie, Farbtheorie und Kompositionsprinzipien

Vergleich & Abgrenzung

UI Designer vs. UX Designer: In kleinen Studios ist es eine Rolle; in größeren Studios gibt es Spezialisten für UX-Forschung (Nutzerinterviews, Usability-Tests) und separate UI-Visualisierer. Im Game-Kontext ist die Kombination beider Kompetenzen der Standard.

UI/UX Designer vs. Game Designer: Game Designer definieren, welche Informationen das Spiel vermitteln muss; UI/UX Designer lösen das Problem, wie diese Information effizient und ästhetisch dargestellt wird.

Häufige Fragen (FAQ)

Muss ich als UI/UX Designer programmieren können? Keine Pflicht, aber sehr hilfreich. Wer UMG (Unreal) oder Unity UI Toolkit beherrscht, kann direkt in der Engine implementieren und ist deutlich gefragter als reine Designer ohne technischen Hintergrund.

Ist klassisches UX-Design aus der App-Welt übertragbar? Zum Teil ja: Nutzerforschung, Informationsarchitektur und Gestaltungsprinzipien gelten universell. Die spezifischen Herausforderungen von Spielinterfaces (Controller-Bedienbarkeit, Immersion, dynamische Spielzustände) müssen aber gezielt erlernt werden.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • „Game UI Database" (gameuidatabase.com) – Riesige Referenzsammlung von Spielinterfaces
  • Nielsen Norman Group (nngroup.com) – UX-Grundlagen, teils spielrelevant
  • GDC-Talk: „Designing the UI of The Witcher 3" (gdcvault.com)
  • Figma Community – Zahlreiche Game-UI-Vorlagen und Inspiration
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UI/UX Designer (Games) – HUD und Menus — Wiki | Lazi Akademie Esslingen